Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1952
- Issue
- Heft 69 (Dezember 1952)
- Date
- 1952-12-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 I) 1F S T I M M K Nr. (>9 Dcc Mta&scwnöcd Ui iaUIch Jüdische Nationalbiographie Der l'mfang des Aderlasses, der die jüdische Gemeinschaft in Kuropa in grausamster \\ eise /vi einer kleinen Schar dezimiert hat. ist in der deutschen Oeffentlichkeit gelegentlich umstritten und äuge/w ei feit norden. Schätzungen haben indes die Zahl der jüdischen Nazi-Opfer stets mit sechs Millionen angegeben, und ern-tdenkende Politiker haben diese Ziffer auch niemals bestritten. Jetzt liegt ein umfangreiches Werk vor. das die bisherigen 1 i\pothe-en — leider — in 'ollem Nusmaße bestätigt. Die Gesamtzahl der von den Nationalsozialisten systematisch ums Leben gebrachten europäischen Juden beziffert nämlich Gregor;, l'rumkin, der ehemalige 1 ferausgeber des ..Statistischen Jahrbuchs des Völkerbundes", in seiner im Londoner \ erlag Allen X l nw in erschienenen 1 ntersuchung ..Population Changes in Europe Since 1939 " auf sechs bis sieben Millionen. Er erbringt in einer nach Ländern geordneten Analyse den Nachweis für fünf Millionen und ist der l eberzeugung. daß. wenn entsprechendes Material für Rußland und die von ihm über - nommenen Ostgebiete zur \ erfügung stünde, sich diese Zahl um eine bis zwei Millionen erhöhen würde. In der Skala des Todes steht Polen mit 3.2 Millionen jüdischer Nazi-Opfer weit an der Spitze: es folgen Rumänien mit 400.000. die Tschechoslowakei mit 250.000. Ingarn mit 240.000, Holland mit 104.000 und Frankreich mit 100.000. Die Zahl der bei Ki iegsausbruch in Deutschland verbliebenen Juden ist zutreffend mit 200.000 angegeben. von denen 100.000 das ..Dritte Reich" nicht überlebt haben. Frumkins große Arbeit ist ein erschütterndes und aus \iclcn Erwägungen wichtiges historisches Dokument. Samtnelfriedhof ermordeter KZ-ler in O.-Ö. \uf dem Gelände des Konzentrationslagers Ebensee wurde ein Sammelfriedhof angelegt, iu dem alle bisher proxisorisch auf verschiedenen Friedhöfen beerdigten KZ-Insassen endlich eine würdige Ruhestätte finden s-llen. Dieser Friedhof der Nationen und Konfessionen erforderte 2 Millionen Schilling: die jüdischen Leichen sind in einer besonderen \bteilumr untergebracht. Im Mittelpunkt des Friedhofs, auf einem Massengrab um 1200 loten, steht ein Denkmal, (las von der italienischen Gräfin Lepetit aus eigenen Mitteln zum Andenken an ihren sich in diesem Massengrab befindlichen Gatten gestiftet wurde. Die Einweihung des Friedhofes fand am 3. November statt, und zwar durch Geistliche aller drei Konfessionen : Pfarrer Arthofer. Reg. Rat Gelder und Pastor Dopplinger. Die tJaei österreichische Landesregierung war durch den Landesamtsdirektor Dr. Russegger vertreten. Außerdem wohnten der Feier die KZ-Verbündc der politischen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten. die \ ertreter der französischen und polnischen Mission, des israelischen Konsulats und der Kultusgemeinden bei. s. w. Ein einzigartiges Werk liegt in sieben Lcsikabänden unter dem Titel ,.Groi.se Jüdische National-Biographie" \or und umfaßt nicht weniger als dreizehntausend Riogmphien bedeutender jüdischer Männer und Frauen aller Zeiten und Länder auf über vierlausendfiinfhundert dappelspalligen Lexikonseiten. liier hat ein Mann, der als AVutik (Netcrau der nationalen jüdischen Rewe- Chanukka-Feier im Stadttempel Sonntag, den 14. Dezember, am zweiten lag Ghamikka fand im Wiener Stadltempel ein C Jiauukka jugendgot t esdienst statt, an welchem dir vom israelitischen Religionsunterricht an den W iener Schulen erfaßten jüdischen Kinder. etwa 2* 10 an der Zahl. fei I nahmen. Es war eine Freude, eine so stattliche Anzahl .jüdischer Kinder beim Zünden der Ghanukka- Lichter im Tempel zu scheu. Herr Oherrahbiner Dr. käsenberg hielt den Kindern. die brav und diszipliniert uufborchteii. eine schöne Ansprache. Zum Abschluß sangen alle die llatikwa. Diese Feier, die noch lange Zeit den Kindern in schöner Erinnerung bleiben wird, war ein Erfolg des Religionssclmlinspektorates der Kultusgemcinde. mdg. Am 3. November feierte Kfar Szold. die im oberen Galil gelegen*; und nach der ..Mutter der Jugcndalijah" Irene Szold genannte Siedlung ihren zehnten Geburtstag. Die Siedler von Kfar Szold. hauptsächlich aus der ,.l labonim"-Jugendgruppe aus Deutschland, erwarten jetzt die vierte Zuwanderung von Jugendlichen. gung zu gelten hat, eine Leistung vollbracht. die sonst nur gelehrte Körperst haften. Lniversitäten oder Akademien mit staatlicher Subvention dazu imstande gewesen wären. S. W ininger, heute ein Fiinfundsiebzigcr. der älteren Generation, soweit sie an jüdischer Geschichte und Literatur Anteil genommen hat, ein vertrauter Regrif L hat in unermüdlicher Arbeit ein Werk geschaffen, das sämtliche bedeutenden Juden der Weltgeschichte, buchstäblich von Abraham bis zu den jüdischen Führern und kulturellen Persönlichkeiten unserer Tage enthält. AVininger hat das fast unübersehbare Material ges,chlel und verarbeitet, war sein eigener Anleger und hat in den Jahren 1927 bis 1937 d as Monstrewerk in einer siebcohändigen Ausgabe verbreitet. Sechs Räude umfassen Biographien 'om I. Jahrhundert unserer Zeitrechnung bis zum 20. Jahrhundert. Der Ictztcrscliicnenc Rand (1937) enthält die Nachträge mul eine historische Lebersicht der Persönlichkeiten der Friilizcit unserer Volksgeschiehte. von Abraham über Moses, zu David und den Propheten bis zu den Lehrern der Misebna. 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Max-Winter-Platz. f», II 47 0 30 35640930