Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1952
- Issue
- Heft 67 (Oktober 1952)
- Date
- 1952-10-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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1)1», STIMMT. Nr. <u Für Wiedergutmachung, gegen Pressehetze Tagung de,- österreicF ischen Htayu ttowu - SO jaUcc \uf einer Tagung der israelitischen Gemeinden Oesterreichs in Salzburg wurde kürzlich der Dachverhand der ästet reieliischen luden unter dem Namen „Bundesverband der Israelitischen Kultus^emeindcn Oesterreichs offiziell :ns heben gerufen, der seinen Sitz in Wien hat. ln einer Pesolution stellte die Konferenz mit Erbitterung fest, daß die österreichische Regierung sieben Jahre nach dem Hiflerregime noch iintner keine befriedigende Lösung des Wiedergutmachungs- und Hntschädigungsprobletns getroffen hat. W örtlich heißt es in der Pesolution weiter: „Die Konferenz erklärt feierlich und einmütig, daß das Judentum mit aller .Macht darum kämpfen wird, daß die österreichische Regierung ihrer moralischen und materieilen Wiedergutmachungspflicht gegenüber der Judenheit nachkommt, stellt die vollste Lebereinstimmuno der Forderungen des österreichischen Judentums und den jüdischen Weltorganisationen in Bezug aut die Ansprüche auf Wiedergutmachung und Entschädigung fest und beschließt einstimmig, daß die Durchsetzung dieser Forderungen von den jüdischen Gemeinden Oesterreichs und den jüdischen Weltorganisationen gemeinsam und in engster Kooperation und Koordination vertreten werden soll.“ In einer zweiten „Resolution gegen die Pressehetze“ stellte die Konferenz mit Bedauern und Besorgnis fest, daß ein Teil der österreichischen Presse immer mehr zu den Methoden aus der Nazizeit zurückkehre und in offener und versteckter Weise die Juden im In- und Auslande zu diffamieren und diskreditieren suche. „Die Konferenz erblickt in der Schreibweise der betreffenden Blätter einen sichtbaren Beweis eines aktiven und von nationalsozialistischem Gedankengut erfüllten Antisemitismus. Die israelitischen Kultusgemeinden Oesterreichs lenken die Aufmerksamkeit der österreichischen Regierung hierauf und fordern, daß diesen und BESPRECHUNGEN MIT öSTERIU FINANZMIMSTER fragen der österreichischen Rückerstattung und Entschädigung für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus wurden zwischen dem österreichischen Finanzminister Dr. Reinhard Karnitz und einer Delegation der bedeutendsten jüdischen Organisation New Yorks erörtert. An den Besprechungen nahmen auf jüdischer Seite teil: Dr. Israel Goldstern (Jewish Agency), Colonel Harold Reigelmann (Amerikanisches Jüdisches Komitee), Dr. Nehemia Robinson (Jüdischer Weltkongreß) und Dr. Joseph Schwartz (Joint Distribution Committee.) (JTA.) Wellpappe-. Kartonugen-. Büroartikel-Fabrikeu und Druckereien i.GLÖCKSMANNsSÖHNE Wien WIE. Belirungasse 77 A 29 2 27 A 28 0 29 Realitätenkanzlei Alois Mayrhofer Wien I, Bräurierstr. 4, R 291 83 u. R 29 2 47 (Auslandsvertretung) forofft Cal6 — Bar — Tanz Wien IX., Porzellangatse 39 Tel. R 52 405 Kulfusgemeindea in Salzburg. anderen im Lande verkommenden offensichtlich antisemitischen Erscheinen gen rechtzeitig und mit aller Entschiedenheit Hinhalt geboten wird.“ DIE ÖSTERREICHISCHE REGIERUNG hat sich im Prinzip bereit erklärt, Verhandlungen über die Rückgabe herrenlosen jüdischen Eigentums in Oesterreich aufzunehmen. Diese Mitteilung machte ein Vertreter des Jüdischen Weltkongresses vergangene Woche in Tel Aviv. Arierparagraph In Nr. ö4 unserer Zeitschrift berichteten wir unter dem Titel .. und wieder Arierparagraph“ über die Einführung des Arierparagraphen in drei Innsbrucker Vereinen. Nun erfahren wir von der „Oesterreichischen Liga für Menschenrechte“, daß sich diese an den ßundesminister für Inneres Helmer gewendet hat, der in seinem Antwortschreiben die Richtigkeit dieser Meldung zu geben mußte. Der Herr Minister für Inneres bat mitgeteilt, daß er veranlaßt habe, daß die Vereine neue Statuten einzureichen haben, andernfalls er dafür Sorge tragen würde, daß die dreh Vereine aufgelöst würden. Der Weisheit schlechter Spruch. _ (Red.) DAVID KLINGHOFFER Unser israelischer Korrespondent Chawer David Klinghoffer, ist in Wien eingetiroffen. S- C. HÄKOAH Am Samstag, den 11. Oktober fand in dem entzückenden Cafe des Herzmansky-Hauses, der traditionelle Bunte Samstagabend des Sportklubs Hakoah statt, der wiederum einen vollen Erfolg bedeutete. Unter der bewährten Leitung seines Generalsekretärs Herrn Baran, wickelte sich ein pausenloses erstklassiges Programm ab, welches Jung und Alt in vergnügtem Zusammensein vereinte. EL AL HILFT DEN SCHWALBEN Ein israelisches Flugzeug brachte vor kurzem hundert junge Schwalben von Wien nach Südeuropa, wo sie in einer warmen Gegend ausgesetzt wurden. Die Schwalben waren von der unerwartet frühen Kälte überrascht worden, als sie noch nicht fähig waren, w'eite Strecken zu fliegen. Zusammen mit tausenden von anderen Schwalben wurden sie vom Tierschutzverein eingefangen und dem Piloten einer E Al - Maschine anvertraut. _ (dpa.) GHETTO LITZMANNSTADT Heinrich Schwindt, der frühere Leiter der Todestransporte im Ghetto Litzmannstadt, steht vor einem Berliner Gerichtshof unter Anklage des einundsiehzigfachen Mordes an Juden. Ehemalige Insassen des Ghetto Litzmannstadt, die von den Verbrechen Schwindts wissen, mögen ihre Adresse der Administration bekanntgeben. Herbert SCHELZER Lcmral vertret urig und Niederlage der Firma K. JOS. OTTKN, I uelifabrik in Hohenems. Vorarlberg W ien IX. Servitengasse H, Tel. A 15 50-4 Mir iiHEismoi(«. Textilgroßhandel Import — Export Wien l„ Franz Josefs-Kai 37 Tel. U 21-2-32 \m LS. September, vollendete Dr. Mayer Ebner, einer der wenigen Delegierten des ersten Zionistenkongresses, die heute noch unter uns weilen, das SO. Lebensjahr. Der Jubilar, der an der Wiege der Bewegung stand und Zeuge der ersten Botschaft ihres .Schöpfers Theodor Herzl war, blickt auf eine an Kämpfen reiche Vergangenheit zurück, in der ihm eine geschichtlich bedeutsame Rolle zugedacht war. Dem zionistischen Lrlösungsgedanken stelllte er von früher Jugend an seinen überragenden Intellekt, sein Temperament und seine organisatorischen Fähigkeiten zur Verfügung. Er widmete besondere Aufmerksamkeit der jüdischen Realpolitik, in deren Rahmen er mit vorbildlicher Unerschrockenheit für die Wahrung der Interessen seiner Brüder eintrat. Als öffentlicher Mandatar der Jubilar war Abgeordneter der rumänischen Kammer und, eine Zeit lang, Mitglied des Bukarester Senates stand er in den vordersten Reihen der Kämpfer gegen Diskriminierung und gegen antisemitische Verfolgungen, deren Schauplatz Rumänien in der Periode zwischen den zwei Weltkriegen war. Die national orientierte Judenschaft Rumäniens stellte Dr. Ebner an die Spitze ihrer Landesorganiastion und die national-jüdischen Parlamentarier wählten ihn zum Vorsitzenden des jüdischen Parlamentsklubs. Als Publizist von Rang vermochte der Jubilar seine scharfe Feder in den Dienst jüdischer Aufklärungs- Unsere Meinung Dem Archiv der „Stimme" haben wir zwei Nummern der Zeitschrift der jüdischen Akademiker ,,üas jüdische Echo" eimerlcibt. Bis heute ergab sich keine Gelegenheit, dem „Jüdischen Echo" unsere Keverenz zu erweisen, was wir, mit einem weinenden und einem lachenden Auge, nachholen. VIit einem weinenden Auge, weil wir nicht hinter dem Berge halten und unserer Ansicht Ausdruck geben wollen, daß die jüdischen Studenten weder den Beruf noch die Berufung haben, journalistische Politik oder politische JournalG stik zu betreiben, Mit einem lachenden Auge, weil wir die llcgsamkeit und die Phantasie unserer Studenten bewundern und es als gutes Omen betrachten, daß sie ihre überschüssige geistige Kraft nicht brachliegen lassen wollen. Junge Menschen, die dem Studium obliegen. haben eine Fülle von Pflichten, die sie nur auf dem Gebiete der Scholastik zu realisieren haben. Ihre wirtschaftliche und intellektuelle Zukunft gebietet eine Konzentration auf den Stoff der gewählten Disziplin an der Hochschule. Die Herausgabe einer Zeitung kann jungen Hochschülern weder pekuniär. noch sozial (Nutzen bringen. Die für die Auflage der bereits erschienenen zwei Nummern aufgewendeten Gelder. — will uns scheinen — hätten unsere jungen Freunde besser verwenden können. Br. 2 Vorträge v. Prof Dr.... Am 4. November und um 11. November hält Prof. Dr. Schur in den Yolksbildungsunstulten Margarethen und l ranin \ orträge über Stoffweehsclfrugen. den ersten über die Zuckerliurnruhr, den zweiten über die Wandlungen der Stoffwcclisellehrc seit Luvoisier. Beide Yorliägc beginnen um 1?) Uhr. ERZEUGUNG FEINER lUawatUtt IQNAZ KOPPIL WIEN I, WIESINGERSTRASSE 8 TELEPHOH R 22 2 38 Buchdruckers! A. GlUcksmann & Söhne Wim XVII, Biholmiui« 77, Tal. A 29 2 27, A 28 0 29 Alle Arten von Drucksorten Holen Sie bei uns Offerte ein arbeit zu stellen u-ncl, vermöge seines umfassenden Wissens und seiner Erfahrungen, dem zionistischen Ideal Freunde und Anhänger z.u werben. Dr. Mayer Ebner wurde das seltene Glück zuteil, den Traum seiner Jugend verwirklicht zu sehen: er erlebte die Gründung des jüdischen Staates und die Anerkennung desselben durch die Weltmächte. Den zahlreichen Freunden und Bekannten des Jubilars, die ihm in diesen Tagen ihre Glückwünsche übermitteln, schließen wir uns mit aller Aufrichtigkeit und Wärme an. de. titax Huissftu \m '1. Oktober veranstaltete die Israelitische kiiltusgcmeindc Wien im großen Sani des Krankenhauses in der Seegassc einen Abschiedsabend für ihren Augenarzt. Primarius Dr. Ma\ Meißner, der nach 4f» Dienstjahren. die Anstalt verläßt. um mit seiner Frau in l SA hei ihren Kindern zu leben. Eine große Anzahl von Patienten. Aerzten. Krankenschwestern. Angestellten und Arbeitern und Brüdern der Wiener Loge B. B. hatten sieh im festlich geschmückten Saal versammelt, als der Präsident der kiiltusgcmeindc Wien. Dr. Ylautvr. in einer herzlichen Ansprache die großen \ erdienste würdigte, die sielt der Scheidende um die Krunkcnunstult und die Kranken, sowie um die ganze Judenschaft in den langen Dienstjahren in der Friedenszeit und in den Nazizeiten erworben hatte. Er dankte für alle diese aufopferungsvollen Dienstleistungen und wrgaß auch der treuen Lebensgefährtin nicht, die ihren Gatten bei seinen Arbeiten unterstützte. Der Direktor der Anstalt. Primarius Dr. Matthias lleicli und Primarius Dr. Schnait, würdigten die Verdienste Dr. Mcißncr.s. Dann ergriff der Präsident der \ creinigten B. B. Logen Prof. Dr. Heinrich Seluir das Wort und nahm von Freund Meißner mit herzlichen Worten Abschied. Im Namen der Vercinsmitglicder und im eigenen Namen, wünschte Prof. Schur seinem engeren Landsmann viel Glück auf seinem künftigen Lebensweg und sprach die Hoffnung aus. daß er das Ehepaar in absehbarer Zeit wieder sehen werde, du der Wieg von l SA nach W ien nicht so weit sei. wie der umgekehrte. Er rief dcshulb den Beiden ..ein Iroltcs Wiedersehen" zu. F. M. S. RENDI iinscht allen seinen Frc Beste zum Neuen Jahr! Das Präsidium des Zionistischen Lande1 sv erhundrs dankt allen Vlitgliedei n und Ft eunden für die übers ti ndten Gliic kwünsche und er w idert dieselben auf das 1 Irr/. liebste Der Mit!! irhci tr Tslub d( •r Zeitschrift „Di< * Stil nunc" dank t allen Frrtin den für die Glück w i insrhr zum Neu rn J. ihr! Eigentümer, Herausgeber u. Verleger : Zionistischer Landesverband in Oesterreich, IX, UniversitätsstraUe 4. Redigiert von einem Redakticr.skollegium. Verantwortlicher Redakteur : Frita Müller, Wien II, Krummbaumgasse 1. — Druck : Donaustadt, Wien II, Mai-Winter-Plat* 5, R 47 0 30 13392683