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Die Stimme · 1951-08-08 · Heft 52 (8.8.1951) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1951
Issue
Heft 52 (8.8.1951)
Date
1951-08-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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iimme eiligem eia zionistisch e JVo ch enschrifi Zionistischer Lan Jesverband Wien rrrn orsran mnxrn Großer Erfolg der Allg. Zionisten bei den Knesseth-Wahlen Unsere Freude über den Erfolg der Allgemeinen Zionisten bei den Wahlen zur Knesseth ist groß. Wir erwarten, daß sich dieser Sieg der Mitte sehr zum Wöhle unseres geliebten Israel auswirken wird. Die Objektivität gebietet es, die nunmehr bekanintgewordenen authentischen Wahlresultafe in Israel einer Würdigung zu unterziehen, im Hinblick auf die politische Kräftigung der Allgemeinen zionistischen Bewegung und die Auspizien ins Kalkül zu ziehen, die sich für eine weitere Entwicklung eröffnen. Das Votum der israelischen Wähler offenbart eindeutig, daß die extremistischen Parteien Israels zusehends an Boden verlieren. Der Prozeß der gesellschaftlichen Konsolidierung nimmt klare, feste Formen ain und die kulturelle Heterogenität macht der national-ethischen Homogenität allmählich Platz. Das staatsbejahende, die Zersplitterung verneinende, nationale Bewußtsein mündet ltn den Weg, der folgerichtig zum System der demokratischen Staatslemkung führt. Eine demokratische Staatsform setzt Kräfte voraus, die dem extremen Walten, dem radikalen Schalten abhold sind. Wir sind weit davon entfern*, die bedeutenden Verdienste der „Mapai“ und ihren großen Anteil an dem großen Aufbauwerk Israels schmälern zu wollen, was wir aber immer verurteilt haben, war die einseitige Linie, der sich die Mapai bedient hat: Nicht nur Arbeiter und Angestellte, auch Gewerbetreibende, Kaufleute und Freischaffende müssen mithelfen, ein Staatsgebilde zu schaffen, das wir Zionisten erträumen. Die sich in Israel anbahnehde politische Konsolidierung wird die Demokratie festigen und gemäßigte Kräfte auf den Plan rufen, die sich auf allen Gebieten des jüdischen Lebens entfalten werden. Zu den prominenten Kräften der Demokratie zählt vorzugsweise die Partei der Allgemeinen Keren Kayemeth Weltkonferenz Kurz bevor der 23. Zionistcnkongreß stattfindet, werden vom 7. bis 12. August die Präsidenten, Leiter und Mitglieder der größeren Keren Kayemet Landesstellen in Jerusalem zu einer Weltkonferenz Zusammentreffen. Es ist dies die erste Weltkonferenz des KKL im unabhängigen Staat Israel und die erste Zusammenkunftsleit der Basler Konferenz im Jahre 1946. Die Probleme und Aufgaben des KKL werden zur Sprache kommen und die Delegierten werden die Möglichkeit haben, die Probleme und deren Lösung in den verschiedenen Ländern kennen zu lernen. Eine Studienreise durchs Land und der Besuch der Jubiläums-Ausstellung, die Anfang August in Tel Aviv eröffnet wird, sind ebenfalls vorgesehen. Zionisten, die seit jeher im Werden des Staates Israel eine geschichtliche Rolle gespielt hat. Wir dürfen gerade diese Gelegenheit nicht Vorbeigehen lassen, ohne darauf hinzu weisen, daß eine stattliche Anzahl geistiger Größen dem Allgemeinen Zionismus entstammen und daß Persönlichkeiten unserer Weltanschauung dem Zionismus in der Golah Gestalt und Inhalt gaben und in Israel entscheidende Taten setzten, die schon heute iln dein Annalen der Geschichte verzeichnet sind. Es wird den künftigen Mandataren der Allgemeinen Zionisten in der Knesseth gelingen, einen gerechten Ausgleich zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu finden und so das Ziel der Klalim, die Partei der Mitte zu bilden, im wahrsten Sinne des Wortes zu erfüllen. Unsern Brüdern und engeren Parteigenossen in Israel gratulieren wir zu ihrem Erfolg, denn sicherlich war dieser die Ernte gewaltiger Anstrengungen — nicht während der Wahlzeit - sondern während der Jahre seit der Gründung der Medinah. Hervorragende Mitglieder unserer Partei haben ihr Bestes geleistet und wir sind davon überzeugt, daß sie und die neuen Männer auf der Höhe ihrer Aufgaben bleiben und die Parole der Allgemeinen Zionisten „Allem voran das Volkswohl“ verwirklichen werden. Fritz Müller Iscael ühd cUc iutoismiis Aus 'dem Referat Dr. Nacbum Goldmann's, gehalten bei der Konferenz der Allgemeinen Zionisten Europas und Nordafrikas1. Wir haben vier Ziele vor uns : 1. Stärkung und Konsolidierung des Staates. 2. Kibbuz galujoth. 3. Einigung des jüdischen Volkes. 4. Bildung einer neuen Gesellschaft in Israel. Keines dieser Ziele kann der Staat allein verwirklichen, denn dazu ist die Zusammenarbeit des gesamten jüdischen Volkes mit dem Staat erforderlich. Die Grundbedingung ist eiine feste zionistische Organisation, welche eine immer größer werdende Zahl von Juden zu umfassen hätte und sich zur Aufgaben macht der breiten jüdischen (^Öffentlichkeit eine zionistische Erziehung an gedeihen zu lassen. Ob man es will oder nicht, besteht ein großer Unterschied zwischen einem Zionisten und einem Nichtzionisten. Während ein Nichtzionist die Medina th Israel nicht als seine Angelegenheit betrachtet, auch dann nicht, wenn er sic unterstützt, und für den neuen Staat die größte Sympathie bekundet, fühlt dagegen ein Zionist Israel mit dem Herzen, hält es als seine eigene und als die Sache seiner Kinder. Um die angeführten vier Ziele zu erreichen, müssen wir eine wohlorganisierte Armee schaffen. Es genügt nicht, eine philantropische Gesellschaft zu bilden, vielmehr ist eine enge Kooperation zwischen dem jüdischen Volke und dem neuen Staat notwendig. Das geeignetste Instrument einer solchen Gemeinschaftsarbeit ist die zionistische Organisation, die Autorität, Prestige und Macht besitzen muß. Der Allgemeine Zionismus hat im jüdischen Volke eine besondere Mission zu erfüllen. Wir wissen, daß das jüdische Volk in seiner Majorität nicht aus Arbeitern besteht und diese soziologische Erkenntnis macht die zionistische Bewegung vom Allgemeinen Zionismus abhängig. Der Allgemeine Zionismus darf aber keine Partei der Bourgeoisie werden, dies wäre gegen seine Mission, gegen seine Rolle im Zionismus und gegen seine Idee. Allgemeiner Zionismus, als Partei der Bourgeoisie wäre sein eigenes Ende und ö das Ende des Zionismus überhaupt. Unser Ideal wäre Lieberparteilichkeit und wir müssen hoffen, daß früher oder später sich die Parteien in der Galuth auflösen werden, da es nicht angeht, die ganze zionistische Aktivität vom Willen der Parteien abhängig zu machen. Was aber die Aktivität betrifft, so existieren doch beim größten Teil der Partiten keine politischen Differenzen. Aus eben diesem Grunde gibt es auch keine Berechtigung dafür, daß die zionistischen Organisationen in den Galuthländern sich mit den Parteien in Israel identifizieren. Als erstes Ziel kommt wahre konstruktive Arbeit für Israel in Betracht. Wie ich schon gesagt habe, sind wir Allgemeinen Zionisten keine Partei gleich allen anderen und eben deshalb bin ich der Ansicht, daß das jüdisJche Volk ein großes Interesse an der Existenz der Ä.11 g e mei n -z Ion istiseben K oin f ö d era t Io n haben muß. Aber auch die Allgemeinen Zionisten müssen aus dieser Tatsache lernen, um keine Fehler zu begehen. Mehr als alle anderem Parteien» müssen die Allgemeinen Zionisten an der Verantwortlichkeit für den Staat und für die zionistische Organisation teilhaben. In den Bemühungen, das Statut zu erreichen, muß sich der Allgemeine Zionismus an die Spitze aller Organisationen stellen. Dieses Statut muß aber die Basis der Zusammenarbeit zwischen Volk und Staat schaffen. Eine zionistische Bewegung wird nur dann von Dauer sein, wenn sie Kritik üben wird, aber eine Kritik ohne Haß und auf freundschaftlicher und friedlicher Basis. In der Anstrengung, den Zionismus Preis 2 Schilling V. k, b, Redaktion und Administration: 2 WienIX, Universitätsstr. Nr. 4/4 S S Telefon A 26 4 73 I 8 Pos f schock - Kon to Nr. 134.292 £ s s 8. August 1951 Nr. 52 - 1951 Hohlresultate (die vom den endgültigen nur wenig abweichen dürften) Mapai 37.10;',, Allgemeine 16.4o/„ Mapam 12.30'» Poale Misrachi 6.8 o;» Cheruf 6.6«;.) Kommunisten 3.9«'» Progressive 3.3 o/o Andere Religiöse 5.10/0 Araber gekoppelt an Mapai 4.90/0 Sepbardim 1.70/0 Alle Uebrigen 1.9o/0 Die erste Reaktion Bernstein : „Die Allgemeinen Zionisten sin'd einer Koalition nicht abgeneigt.“ Ben Gurion : „Es besteht zwar keine stabile Majorität, aber sie kristallisiert sich. Der Ansturm der Opposition ist fehlgeschlagen. Mapai ist auch weiterhin der Mittelpunkt des Staates und der Regierung.“ Rosen: Das allgemeine Bild der Kräfteverteilung hat sich nicht verändert.“ Vor dem 23. Zionistenkongreß Für die Eröffnung dos 23. Ziooistenkemgresses in Jerusalem werden fieberhafte Vorbereitungen getroffen. Es ist der erste Zionistcnkongreß seit Gründung der Medinath Israel. Nahezu 500 Delegierte aus mehr als 50 Ländern werden in Jerusalem Zusammentreffen, um gemeinsame Entschlüsse über das weitere Schicksal der zionistischen Bewegung zu fassen. Tausende Gäste werden den historischen Beratungen beiwohnen, die geeignet sind, den neuen Weg vorzuzeichnen, den die jüdische Welt gemeinsam mit der Medinath Israel zu beschreiten haben ward. Vor Beginn des Kongresses werden Beratungen aller zionistischen Parteien der Welt stattfinden und im Zentrum dieser Parteien-Besprechungen wird die Konferenz der Weltkonföderation der Allgemeinen Zionisten stehen, deren Beginn für den 8. August ainberaumt ist. Die vier Delegierten des Zionistischen Landesverbandes in Oesterreich, die Herren Chaim Keller, Direktor Ernest Stiassny, Lev Bakstajnsky und Chaim Schamir werden bereits vor dem 8. August in Israel ein treffen um an diesen Besprechungen teilzunehmen. F. M. zu erneuern, müssen wir Allgemeine Zionisten eine führende Rolle einnehmen. Ein unversehrter, geeinigter und sanierter Allgemeiner Zionismus wird imstande sein, tausende nicht organisierte Juden ln die Reihen der zionistischen Bewegung zu bringen, die dann die Hauptrolle im Prozeß der Renaissance des jüdischen Volkes im eigenen Lande spielen wird. ■üta dH

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