Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1950-12-02 · Heft 44 (2.12.1950) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1950
Issue
Heft 44 (2.12.1950)
Date
1950-12-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2431292-2431325-2431335--0294-2431899
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

DIE STIMME Nr. 44 Seite 3 Zum Gedenken an Moritz T. Schnirer Einer Einladung des Zionistischen Landesverbandes folgend, sprach am 11. November 1930 im Cafe Herrenhof Heu Dr. Friedrich Schnierer aus Melbourne über „Erinnerungen an meinen Vater Dr. Moritz T. Schnirer (Die Verschiedenheit der Schreibweise des Namens ist auf einen Matrikenfehlcr zuriiekzufübren.) und „Das Leben der Juden in Australien“. Der Vortragende schilderte die Tätigkeit reines Vaters als Pionier der zionistischen Bewegung in den 1880er Jahren, als er als Student die erste jüdisch nationa’e SfudeVenverbi düng in Wien, die „Kadimah", begründete, zu einer Zeit, in der die Assimilation unter den Jiuden West- und Mitteleuropas als Selbstverständlichkeit ga't, seine Beteiligung: am ersten Zionistenkongreß in Basel 1897 und an weiteren Kongressen, seine Mitgliedschaft am ersten und an späteren engeren Aktionskomitees, und seltne Reise nach lerura’em als Teilnehmer der von Dr. Theodor Herzl geführten Delegation im Jahre 1898, die von Kaiser Wilhelm II. in Audienz empfangen wurde. Im Elternhaus des Vortragenden verkehrten Dr. Theodor Herz! selbst und viele damals führende Zionisten wie Dr. Orer Kokesch, Ingenieur Josef Seidener, Prof. Leon Ke’lner, Johann Kremenezk> und der englisch ‘ Geistliche William Hechler. Nach dem Anschlüsse 1938 bewies Dr. M. T. Schnirer Mut und Fertigkeit, gestützt auf seine aufrechte zionistische Gesinnung, und betonte, daß eine frühzeitige Unterstützung zionistischer Bestrebungen mit einem Bruchtei'e des damaligen Wohlstandes einzelner jüdischer Schichten genügt hätte, einen Charter für Palästina vom Sultan zu erlange i und damit die schwere Krise des jüdischen Volkes infolge des Nationalsozialismus wesentlich gemildert hätte. Bemühungen um die Auswanderung Dr. M. T. Schnirer.s scheiterten und er starb 1941 in Wien unter dem unerträglichen Druck des Hitler-Regimes. Das Leben der Juden in Australien. Im zweiten Teile des Vortrages werde zunächst ein Bericht über die Entwicklung des Judentums in Australien seit den ersten Tagen der w'eißea Einwanderung gegeben. Die Zahl der Juden betrug von 1871 bis 1933 unverändert 3 4°n, 1947 infolge der Einwanderung von mitle'europäischcn jüdischen Flüchtlingen 5". 1950 wird sie auf 40.000 geschätzt, die zum größten Teile in Sydney und Melbourne konzentriert sind. Fis folgen Angaben über jüdische S\nagogengemeinden ir. Australien, die Abwesenheit gesetzlicher Diskriminierung, einzelne hervorragende australische Juden (General Sir John Monash, General-Gouverneur Sir Isaae. Isaacs), Ansätze zu gesellschaftlicher Diskriminierung und zu Antisemitismus und Versuche zu ihrer Bekämpfung durch jüdische Organ isa t io n e n. J (i d ische E i n w a n de r u n g gab es von Anfang an aus Großbritannien, seit den 1890er Jahren in größerem Ausmaß aus Osteuropa, seit 1933 und 1938 aus Mitteleuropa. Jüdische Vereinigungen üben wirksame Hilfstätigkeit für diese Einwanderung aus. Juden sind in allen Berufen vertreten, führend sind sie nur in der Textilindustrie. Anschließend befaßt sich der Bericht mit dem religiösen, gesellschaftlichen, sportlichen und kulturellen jüdischen Vereinsleben, das in weitverzweigten zionistischen Körperschaften gipfelt und in einer all - australischen Dachorganisation zu- Erslklassige SloOe und Zugehör, sowie beste Verarbeitung bilden die Grundlage der bewährten TELLERKLEIDUNG ///. HaüphfrtMt 88- 90 U16 2 86 ^Xl Z 7 Die sdtHetfoU \JeeUhdu#tty WIEN-ISRAEL Das teste TcacUteecvUe PASSAGIER- A/Df/VA 1/fA /V FRACHT¬ DIENST DIENST R 27-2-44 Af#£f/V*S SySr^/H R 25-0-79 WIEN I, KÄRNTNERRING 1-3 Alija nach neuesten Berichten Durch Massenemigration nach Israel ist jetzt die Judenheit aus acht Ländern : Deutschland, Oesterreich, Bulgarien, Jugoslawien, Tschechoslowakei, Polen, Jemen und Cyrenaica nach Israel überführt worden. IDies heißt, daß alle die, welche nach Israel auszuwandern wünschten, durch die Jev ish Agency ihren Weg ins Land ge funden haben. Wer jetzt von den zurückgebliebenen Minoritäten noch nach Israel zu gehen wünscht, muß die nötigen Arrangements selbst treffen und die Reise aus eigenen Mitteln bestreiten, da die Jewish Agency ihre' Büros in diesen Ländern schließt. Folgende Zahlen mögen von Interesse sein: 60° o aller Einwanderer im Jahre 1950 kamen aus Aden und Nordafrika; die orientalischen Gemeinden machei heute 31 "o der Bevölkerung aus, gegen nur 20" n im Jahre 1943. 60" o der Altersstufe unter 17 Jahren sind ebenfalls orientalische Juden. Das Durchschnittsalter der Alijah im Jahre 1950 war höher als 1949. Bis zum 14. Lebensjahre hat sich der Prozentsatz nicht geändert (28"o), aber die zwischen 15 und 44 machten nur 49" o (gegen 53"n) aus; ältere Jahrgänge waren von 18 auf 25" o gestiegen. A Hol’ Dir Dein Geschenk von REX mit Rabatt 3°/o in Barem A MODENHAUS AUSSERDEM „DIE GROSSE CHANCE" WARENHAUS II Taborsfraße 25 Jeden Monat einen Tag alles umsonst II. aborstraße 25 sammengefaßt ist. Im jüdischen Pressewesen Australiens ist besonders die gut geführte Monatsschrift „The Zionist“ in Melbourne zu erwähnen. Es sind auch Ansätze zu einem jüdischen Schulwesen vorhanden. Von den drei Schichten der australischen Juden beteiligt sich vorwiegend die osteuropäische Schicht am jüdischen Leben, in zweiter Linie die mitteleuropäische, während die alteingesessene angloaustralische Schicht sehr weitgehend assimiliert ist und wenig am jüdische n Leben feilnimmt. Die Schaffung des Staates Israel löste große Begeisterung unter den australischen Juden aus und bewirkte eine gewaltige Stärkung des australischen Zionismus. Eine schwere Gefahr für die Zukunft sehen die Juden Australiens in der Einwanderung antisemitischer Elemente unter den DP's (Balten, Ungarn etc.) und der beabsichtigten Einwanderung von 250.001, Volksdeutschen. Schließlich betonte der Vortragende den wesentlichen Anteil, den die australischen Juden infolge ihrer relativ günstigen wirtschaftlichen Lage an der finanziellen Unterstützung Israels nehmen können und wie er hofft, auch sicherlich nehmen werden. Dr. F. Schnieier Gründungsjahr 1925 Verband der jüdischen Kaufmannschaft, des Gewerbes und der Industrie in Wien II., Taborstraße 20 I 6 Telef. Nr. R 45 6 12 und Ä 47 6 75 gibt bekannt, daß der Versand von Geschenksendungen, Lebensmittel und Bedarfsgegenständen aller Art nach „Israel und allen anderen Ländern“ ohne sonstige Formalitäten nach gesetzlichen Bestimmungen aufgenommen und durch die Firma „Hermes“, internat. Spedition, Wien, VI., Mariahilferstraße 95, Tel. Nr. B 72 4 94, B 28 3 64, befördert werden. Zeutralaufnahmestelle und kostenlose vertrauensvolle Beratung täglich (mit Ausnahme von Samstag, Sonn- und Feiertagen) von 10 bis 12 Uhr vormittag«, bei der handelsgerichtlich-protokollierten Firma A. M. Ehrlich, Wien, II., Kleine Sperlgasse 4. J>0 'PsQ'S&WC'ty WIRKWAREN UND WÄSCHE-ERZEUGUNG Tel. R 29043 Wien I, Fleischmarkt 16 Tel. R 29044 Postspai kassen - Konto Nr. 30.937 Kultusgemeinde und Hakoah A11 die Redaktion „Die Stimme" Wien, IX. Univcrsifätsstraßc 4. In Ihrer Nummer 42 vom 15. Oktober d. J. erschien ein Artikel; „Die Hakoah und die Hakoahfreunde“, gezeichnet vom Präsidenten des Sportklubs Hakoah, Herrn Robert Glücksmann. In diesem Artikel heißt es unter anderem : , Mit großem Befremden hat es die jüdische Oeffentlichkeit empfunden, daß die Wi/mer Kultusgemeinde als Repräsentant der Juden Oest:rreichs nicht einen Schilling für diese Expedition bewilligt hat, cbwohl aus Sfcuergeldern ein Fonds vorhanden ist, der es gewiß ermöglicht hätte, einen kleinen Teil für diese große Sache beizutragen.“ Hiezu erlaubt sich die Israelitische Kultusgemeinde festzustellen : 1. Der Sportklub Hakoah hat sich nicht wegen einer Subvention für die Maccab'ah an die Israelitische Kultusgerneinde Wien gewandt, sondern wegen der Uebernahme einer Ausfalls- Haftung in der Höhe von S 50.000. gegenüber dem Bundesministerium für Unterricht im Zusammenhang mit de' Maccabiah. 2. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien hat dem Sportklub Hakoah mitrieteilt, daß die Uebernahme einer Bürgschaft für S 50.000. , wie sich aus der Eingabe der Hakoah ergibt, einer von vornherein feststehenden Subvention in derse’ben Höhe gleichkomint, was für die Israelitische Kultusgemeinde unmöglich tragbar ist. 3. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien hat der Hakoah wiederholt mitgeteilt, daß sie sich bezüglich einer Subvention für die Hakoah mit dem Joint in Verbindung gesetzt hätte. Der Joint habe der Israelitischen Kultusgemeinde geantwortet» die Hakoah bekäme vom Joint direkt eine Subvention; es sei eine doppelte Subvention somit nicht möglich. 4. Es ist unrichtig, daß aus Kultussteuergeldern ein „Fonds“ vorhanden ist. Das Gegenteil hievon ist richtig. Die Einnahmen aus der Kultussteuer decken derzeit nicht einmal 12"o dss Budgets. 5. Die Israelitische Kultusgemeinde legt Gewicht darauf festzustellen, daß die Hakoah in ihrem Ämtshause I„ Schottenring 25, untergebracht ist und für die Benützung der Räume weder einen Mietzins, noch die Nebengebühren vor allem die Grundsteuer noch die Gebühren für elektrischen Strom, noch die anteiligen Kosten für Beheizung bezahlt. Aus diesem Titel erwachsen der Israelitischen KultusgemoTide monatliche Spesen von zirka S 150. -, was faktisch eirer jährlichen Subvention von ca. S 1800. gleichkommt. Wir wären Ihnen für eine entsprechende Veröffentlichung in Ihrer Zeitschrift sehr verbunden. Hochachtungsvoll Israelitische Kultusgemeinde Wien (2. Dezember 1950) Inserate in unserer Zeitschrift „CDie Stimme“ bringen Erfolg! Verlangen Sie den Besuch unseres Inseratenwerbers Telefon A 26 4 73

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.