Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1950
- Issue
- Heft 41 (11.9.1950)
- Date
- 1950-09-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 41 CDie Stimme Seite 3 Briefwechsel zwischen der isr. Kultusgemeinde Wien und »Magbith Meuchedeth* Wir veröffentlichen nachstehend einen Briefwechsel zwischen der Leitung der Israelischen Kultusgcmende Wien und der Leitung des United Appeal for Israel in Jerusalem. Die Antwort de»' Israelitischen Kulte sgeme in de erscheint uns umso seltsamer, als wir wissen, daß die Kultusgeireinde gerade in derselben Zeit wo der Antrag des United Appeal lief, einen Vorschuß auf Restitutionsgelder von S 5 Millionen erhielt. Wäre es zuviel gewesen, wenn die Leifun»5 der Kultusgemeinde ein Pro zent dieser Summe zur Absorbierung der Neueinwanderer in Israel geschickt hätte? Wo ist die so off in Reden manifestierte Solidarität des Herrn Dr. Maurer mit Israel? Wien, 23. August 1950 An die Redaktion ,.Die Stimme“ Wien 9.. Universitätsstraße 4M Sehr geehrte Chawerim 1 Hierdurch gestatte ich mir. Ihnen einen Briefwechsel zwischen der Kultusgemeinde Wien und der Leitung des Magbith Meuchedeth Jerusalem, zu übergeben. Ich habe »sehofff. von einer Veröffentlichung Abstand nehmen zu können, da ich mir nicht vonstellen konnte, daß der Brief des Herrn Kol bei den Herren des Präsidiums ungehört verhallt. i*anz besonders, da jeder von uns ja von den 5 Millionen Rückerstaftumgsgeldern an die Israiphtische Kultus<?eme’nde weiß. Da dies doch der Fall ist, i a wir noch nicht einmal einer Antwort gewürdigt worden sind, wären wir Thnen mehr als verbunden, wenn Sie diesen Briefwechsel uut sichtbar in Threr Rosch-Haschanah- Nummer veröffentlichen würden. Indem ich Ihnen im voraus herzlichst danke. bin ich mit Schalom Shoshanah Rosenberg An den United Aooeal for Israel „5710“ Magbith Meuchedeth W ie n I., Sch offen ring 25 Sehr geehrte Herren und Damen 1 Wir kommen auf Ihr geschätztes .Schreiben vom 27. März d. J. zurück, mit welchem Sie sich an uns wegen eines Beitrages für das Jahr 1950 wandten. Ihr Schreiben war Gegenstand einer Beratung im Vertreterkollegium und im Plenum der Israelitischen Kultusgemeinde Wien; auch haben wir uns diesbezüglich mit dem Joint in Verbindung gesetzt. Wie Sie wissen, sind wir hinsichtlich unseres Budgets, welches ein außerordentlich hohes Defizit aufweist, vollkommen vom JOINT abhängig. Die Rückäußerung, die wir hinsichtlich Ihres Schreibens vom JOINT erhielten, war für uns daher seh r m aßgebl ich. Bei den Beratungen in den ausgeführten Körperschaften der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, mußte auch auf die Tatsache Rücksicht genommen werden, daß die Israelitische Kultusgemeinde im Jahre 1950 bereits einen Betrag von über S 11.000 für jüdisch-nationale Zwecke, bzw. für Israel aufgewendet hat und im Zusammenhang mit der Ueberführung der Gebeine ihres ehemaligen Oberrahbiners Prof. Dr. Z. P. Chajes s. A. nach Israel noch einen Betrag von ungefähr S 10.000. aufzuwenden haben wird. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde hat in seiner Vollsitzung vom 30. Mai d. J. beschlossen, auf die vorstehend angeführten Tatsachen Rücksicht zu nehmen, andererseits aber in symbolischer Weise für das Jahr 1950 einen Beitrag an den Magbith Meuchedeth von S 1000. - zu leisten. p.\s6 Viermotorige 0C4- (Skymatter) Plugteuge^^^^H 44 komfortable Plätze Erstklassige Verpflegung Erprobte Besetzung 1 BUCHUNGEN: Alle Reisebureauz DIREKTE FLUGLINIE WIEN-ISRAEL WÖCHENTLICH JEDEN DIENSTAG WIEN-TELAVIV ABFLUG AB WIEN DIENSTAG 18.50 UHR ANKUNFT TEL AVIV MITTWOCH 7.40 UHR ERSTKLASSIGE VERPFLEGUNG (KOSHER) BUCHUNGEN IN ALLEN REISEBÜROS INFORMATIONEN: EL AL ISRAEL NATIONAL AIRLINES LTD WIEN I., FICHTEGASSE 5 TELEPHON R 27116, R 27126 Mack Israel mii Israels Flugzeugen! Wir werden uns freuen, wenn die Verhältnisse im nächsten Jahre derartige sein werden, daß der Beitrag für den Magbith Meuchedeth in entsprechender Weise wird erhöht werden können. Genehmigen Sie, ssehr geehrte Herren und Damen, den Ausdruck unserer vorzüglichen Hochachtung Israelitische Kultusgemeinde Wien Der Amtsdirektor: Der Präsident: Krell Dr. Maurer 11. Juli 1950 An das Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Wien I., Schottenring 25 Sehr geehrte Herren! Frau Scboschana Rosenberg übergab uns Ihren Brief vom 30. Juni. Ihr Schreiben gibt uns Gelegenheit, Ihnen ein Wort über die Bedeutung der zionistischen Bewegung zu sagen. Ihr Brief ist ein sonderbares Dokument, wenn man sich vorstellt, daß die zionistische Bewegung in Wien geboren wurde, daß Theodor Herzl in Wien die Zentrale der zionistischen Weltorganisation schuf und daß Dr. Chajes, der Präsident des zionistische.! Actions-Comites, Oberrabbiner von Wien war. Im Laufe von 50 Jahren wurde gegen den Willen der nichtzionistischen Organisationen ein Programm verwirklicht. Der Wiener Theodor Herzl und sein politischer Schüler Rabbiner Chajes wandten sich an alle die Juden, die vom Leben mehr erwarten, als nur zu leben. Herzl sammelte keine milden Gaben. Für ihn war der Zionismus kein philantropiscbes Werk. Das jüdische Volk hat nicht nur große materielle Opfer gebracht, sondern es bat in einem heroischen Kampf gegen sechs überlegene Staaten sein Recht an Israel neu gegründet. Wir wissen gut, daß die Tat immer stumm ist und daß sie immer der Deutung bedarf. Der Beschluß Ihrer Kultusgemeinde gibt uns Veranlassung, Ihnen nahezulegen, die Frage der Bedeutung von Israel noch einmal zu durchdenken. Es gibt jüdische Gemeinschaften in der Welt, die nach unserer Meinung mit Recht glauben, daß sie Israel aufs tiefste verpflichtet sind, die daher nicht nur die größten materiellen Opfer bringen, sondern auch ihre Kinder herschicken, um sich den Reihen unserer Jugend anzuschließen. Wir erwarten, daß Sie die in Ihrer Mitte, die fühlen, daß Israel ihre Erinnerungen und Hoffnungen verbunden sind, auf die Wichtigkeit unserer Aktion hinweisen. Hoffentlich kommt bald die Zeit, wo die Wiener Kultusgemeinde von den lebenden Gedanken des verstorbenen Oberrabbiners Chajes sich beeinflussen läßt. Mit vorzüglicher Hochachtung Central Committee for United Israel Compaign M. Kol Vorsitzender Mitteilung des Israelischen Konsulats Alle Staatsbürger oder Einwohner Israels, die zur Zeit in Oesterreich weilen, werden hiermit aufgefordert, sich zwischen dem 1. und 20. 9. 1950 im Konsulat des Staates Israel, Wien 9., Kolingasse 19, zu melden. Amtssttunden sind wochentags von 9 bis 12 Uhr. Verlängerung dar Anmaldungsfrist zum Rflcksta I lungsg ssetz Laut Verordnung Nr. 170, erschienen im Bundesgesetzblatt vom 29. August 1950, wurde die Frist zur Geltendmachung der Rückstellungsansprüche nach dem 6. Rückstellungsgesetz bis zum 31. Dezember 1951 verlängert. Das Bundesgesetz vom 30. Juni 1949, BGBL Nr. 199 regelt die Rückstellung gewerblicher Schutzrechte. (6. Rückstellungsgesetz).