Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1948
- Issue
- Heft 28 (11.12.1948)
- Date
- 1948-12-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2431292-2431304-2431318--0159-2431751- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 2× ep/1047930
- Lod 1× ep/1045074
OCR text
(()/ lim m e y e/Illgemein zionistischeJVochensc zionistischeJVochenschrift Preis 1 Schilling V.b.b ll!!llllllll!lllllllllllllllllllllll!llll!lll!lllllllll!llllll!l!llllll!lllllllllllllllllllll!lllllllll!^ M Redaktion und Administration: M Wien IX, Universitätsstraße Nr. 4 4 §§ §f Telefon A 26 4-73 1 ü Postscheck-Konto Nr. 134.292 |§ 11. Dezember 1948 Erscheint vierzehntägig Zionistischer Landesverband Wien rtma owsn mwn r %£& iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiü! Nr. 28 — 1948 Osteuropa gibt Auswanderung nach dsrael frei! Israel sucht um Aufnahme In die Vereinten Nationen an Am 29. November überreichte Moshe Shertok, Außenminister Israels, mit Abba Evan, dem Delegierten Israels bei der UN, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen Trygve Lie das Ansuchen Israels uni die Aufnahme bei der UN als gleichberechtigtes Mitglied. Es geschah gerade am ersten Jahrestag des bistoriseben UN-Beschlusses, einen jüdischen Staat zu errichten. Diese Tatsache rief tlas größte Interesse in der Weltöffentlichkeit hervor und der feierliche Akt stand im Mittelpunkt der bei den Vereinten Nationen ak Der Außenminister Israels. Moshe Shertok, sprach vor der Politischen Kommission der UN-Generalversammlung in Paris, ln seiner langen Rede, welche die Palästina-Debatte cinleitete. führte Shertok aus, der Bcrnadotte-Plan sei ungerecht, unrealistisch und halte nicht mit den militärischen Ereignissen und der nationalen Entwicklung Israels Schritt. Der Bernadotto-Plan könne — allein wegen seiner Einstellung /mm Negev —- ..nicht einmal als Diskussionsbasis“ angenommen werden. Wird der Kegev einem arabischen Staat — und /war ganz gleich oh Ägypten oder Transjordanien zugesprochen, so wird dem der grimmigste Y\ iderstand entgegengesetzt werden. Weiter erinnerte Shertok den Sicherheitsrat, daß Israel anfangs in die Internationalisierung Jerusalems eingewilligt, hatte. Doch was dann geschah. sei allgemein bekannt. Die Araber umzingelten die Stadt, bombardierten sie, schnitten sie von ihrer Lebensmittelzufuhr ab, zerstörten die Pumpstation. Wenn sich die Juden nicht, selbst geholfen hüllen, wären sie verhungert. Und all dem hat die „Welt, ruhig und müßig zugesehen“. Nie wieder, betonte Shertok, werden die Juden Jerusalems ihr Leben einem anderen Staate an vertrauen als Israel. Eerner legte Shertok in seiner Bede vor dem Politischen Komitee folgernde Hauptpunkte fest,: 1. Die Juden werden den Negev nie aufgeben, da sie die Wüste für ihre weitere Entwicklung unbedingt, brauchen: als Ansiedlungsgebiet für die Einwanderer; die Mineralien des Toten Meeres, der Zutritt zum Golf von Akaba sind lebenswichtige Faktoren. 2. Israel verlangt die Neustadt Jerusalems und einem Landkorridor, welcher diese Stadt direkt mit Israel verbindet, 1 Israel wird keinem arabischen Staatirgendwelche Privih'gien im Hafen von Haifa oder auf dem Flugplatz Lydela einrüumem, außen* wenn kreditierten Korrespondenten mul Photographen ei er Weltpresse. Der Text eler Note: Geehrter Herr! Gestützt auf das historische Recht des jüdischen Volkes, hat der Staatsrat am 14. Mai 1918 den unabhängigen und souveränen Staat Israel proklamiert. Das Staatswesen wurde geschaffen und seine Grenzen gegen Angriffe der Nachbarvölker erfolgreich verteidigt. Neunzehn Staaten die arabischen Staaten nach wechselseitigem Übereinkommen die Interessen Israels respektieren. Kein arabischer Staat, der Israels Waren boykottiert, wird je in Haifa oder Lydda Fuß fassen. 4. West-Galiläa muß jüdisch bleiben, weil das die Verteidigung Israels erfordert, 5. Solange der Kriegszustand weiter andauert, wird kein arabischer Flüchtling nach Israel zurückkehren dürfen. Und cs wäre für alle Beteiligten das beste, diese Flüchtlinge in arabischen Staaten anzusiedeln. (i. Israel wiederholt sein bis jetzt unbeachtet, gebliebenes Anerbieten, sofortige Friedensverhandlungen mit den Arabern zu beginnen. 7. Israel beabsichtigt, den UN ein Aufnahmegesuch zu unterbreiten und appelliert, an alle Mitgliedstaaten, diesen Antrag zu unterstützen. haben Israel anerkannt. Im Namen der provisorischen Regierung Israels habe ich die Ehre, um Aufnahme Israels als Mitglied der Vereinten Nationen, gemäß Art. 4 der UN-Charta, zu bitten. Ich betone den besonderen Charakter dieser Bitte und ersuche Sie, diese Angelegenheit nicht gemäß dem Gesetze Nr. 60, §§ 3—4, zu behandeln, sondern in Berücksichtigung des § f> desselben Gesetzes vorzugehen. Eine formelle Deklaration, welche die Annahme aller Verpflichtungen, die sich aus der UN- Charta ergeben, ist beigelegt. Meine Regierung ist der Ansicht, daß die Aufnahme Israels in die UN ein Akt der internationalen Gerechtigkeit dem jüdischen Volke gegenüber darstellt und steht im Einklang mit der bisherigen Politik der UN. Die Aufnahme wird ebenso zur Stabilisierung des Nahen Ostens, wie auch zum internationalen Frieden beitragen. MosheShertok Außenminister der provisorischen Regierung des Staates Israel. Dem offiziellen Ansuchen des Staates Israel war folgende Deklaration beigelegt: Im Namen des Staates Israel erkläre ich, Moshe Shertok, autorisierter Außenminister, hiermit, daß der Staat Israel gewillt ist, allen Verpflichtungen der Charta iler Vereinten Nationen vom Tage seiner Aufnahme als Mitglied der UN nachzukommen. Moshe Shertok Außenminister der provisorischen Regierung des Staates Israel. U. P. Prag. Juden aus den Sowjet- Sphären wird gestattet, frei nach Israel auszureisen. Berichte ergeben, daß gegen 5000 Juden aus jedem der sechs osteuropäischen Staaten bis Endo des Jahres in Israel eintreften werden. Die Gesamtanzahl dieser Emigranten wird sich vorläufig aul 50.000 belaufen. Israelische Gesandtschaften und jüdische Wohlfahrtsinstitutionen der osteuropäischen Staaten berichten, daß die Regierungen den Emigranten Pässe ausstellen und ihnen gestatten, ihren Besitz mitzunehmen. Die diesbezügliche Situation in den einzelnen Staaten ist folgende: P r a g: Der isarelische Presseattachce Uri Lichwitz teilte mit: ,.Jeder Jude, der hier um einen Paß ansucht, erhält ihn.* 1 2' Jüdische Wohlfahrtsinstitutionen berichten, es sei keine Änderung im Verhalten der tschechischen Regierung zur Frage der jüdischen Emigration eingetreten. Budapes t: Ein zeitweiliger Stillstand im Ausstellen der Pässe ist nur darauf zurückzuführen, daß der Andrang der Bewerber zu groß war; neue Ansuchen können wieder eingereicht werden, sobald die laufenden erledigt sind. Warschau: Eine .,große Gruppe“ soll in Kürze nach Israel ausreisen, ein zweiter Transport ist in Vorbereitung. Wie aus jüdischen Duellen verlautet, bestanden für die Emigranten v zeitweilige Schwierigkeiten. ihren Besitz mitzunehmen, doch hatte dies nichts mit der Emigration seihst zu tun. S o f i a: Jüdische Institutionen gehen bekannt, daß 7000 Juden seit 1044 das Land verlassen haben; 10,000 werden noch bis Ende des Jahres nach Israel ausreisen. Es ist nicht bekannt, wie viele von den zurückbleibenden 30.000 Juden emigrieren wollen. Unter den 10.000. die noch im Laufe dieses Monats Bulgarien verlassen, befinden sich fast ausnahmslos Männer und Frauen unter 50 Jahren. Belgrad: 5000 Juden treten ihre Ausreise nach Israel in der ersten Dezemberwoche an. Die Behörden gestatten ihnen, ihren Besitz mit sich zu nehmen. Ärzten, Rechtsanwälten. Ingenieuren und Technikern wurde die Ausreise untersagt, da Jugoslawien ihrer dringend bedarf. Diese Berufskategorien und ihre Familien machen (i() bis 70 Pro/amt der (>()()() Juden aus. die weiter in Jugoslawien bleiben werden. Die außergewöhnliche und großzügige Einstellung der osteuropäischen Staaten zur Auswanderung ihrer jüdischen Staatsbürger nach Israel ist von unermeßlicher Bedeutung. Die beträchtliche Anzahl der Olim zu Beginn dieser Aktionen verspricht, für die Zukunft eine günstige Weiterentwicklung der Alijah von wert vollem Menschenmaterial. ZIONISTISCHER LANDESVERBAND IN ÖSTERREICH Wien IX, Universitcüssiraße 4, Tel. A 26=4-73 Generalversammlung Sonntag, den 12. Dezember 1948, 10 Uhr vormittag IM FESTSAAL DER ISRAELITISCHEN KULTUSGEMEINDE: Wien I, Schottenring 25 Tagesordnung: 1. Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. 2. Beschlußfassung über Statutenänderungen. 3. Wahl des Präsidenten, Vizepräsidenten und der Ausschußmitglieder. 4. Wahl zweier Rechnungsprüfer. 5. Sonstige Anträge und Allfälliges. Referai: Die Allgemeine Zionistische Bewegung. Zionistischer Landesverband in Österreich gex. Rudolf Slappler gex. Lipa Neufeld GiMitMalsekr dcu Piasidfiil Wien, den 2. Dezember 1948 Shertok spricht vor den Vereinten Nationen