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Die Stimme · 1948-05-26 · Heft 22 (26.5.1948) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1948
Issue
Heft 22 (26.5.1948)
Date
1948-05-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Die cStimmt Nr. 22 Nr Wien feiert die Proklamierung „ISRAEL” des Judenstaate! i Feierliche Kundgebung Als Freitag, den 15. Mai 1948 die Nachricht von der Proklamierung des jüdischen Staates Israel eingelangt war, herrschte Stolz und Begeisterung in allen jüdischen Kreisen Wiens. Beim Freitag- Abend-Gottesdienst im Stadttempel sprach der mit den rabbinischen Funktionen betraute Regierungsrat Inspektor Oehler ein erhebendes Gebet für eine glückliche Zukunft des Staates Israel und für die endgültige Befreiung und Erlösung des jüdischen Volkes. Alle Sender Oesterreichs brachten die Nachricht und alle Zeitungen würdigten in Leitartikeln die Bedeutung dieses großen historischen Ereignisses. Alle jüdischen Institutionen hiß ten die jüdische Flagge und Sonntag, den 16. Mai 1948 versammelten sich die jüdischen D. P.’s aus den Lagern Wiens zu einer feierlichen Kundgebung im Titania-Theater. Das ganze Haus war festlich geschmückt und au fder Bühne inmitten blauweißer Fahnen und von zwei Ehrenposten flankiert das große Bild Theodor Herzl’s. Der Präsident der Zionistischen Föderation in Wien, Chawer Lipa Neufeld, umgeben von den Vertretern aller jüdischen Organisationen, begrüßte die Versammlung in herzlichen W orten und verlas sodann die vom jüdischen Nationalrat erlassene Proklamation an das jüdische Volk. Nach Ahsingung der Hatikwah richteten Chawer Prasebkier (Wien) und Chawer Hurwitz (Frez Israel) flammende W orte an die Versammelten, die mit Jube lund Begeisterung aufgenommen wurden. Es war eine denkwürdige Versammlung. Gang zum Grabe Herzls Imposante Manifestation der Wiener Juden (K. P.) Am Sonntag, den 23. Mai 1948 fand ein von der Zionistischen Föderation angeordneter Gang zum Grabe des Begründers des Jüdischen Staates, Dr. Theodor Herzl, auf den Döblinger Friedhof statt. Bei einer Massenbeteiligung von mehr als 5000 Juden aus Wien und den jüdischen DP-Camps gestaltete sich dieser Grabgang zu einem imposanten Ereignis. Wenige Minuten nach 1 10 Uhr v mittags setzte sieh der endlos schelnci Zug vom Gebäude der Kultusgemeim aus in Bewegung und marschierte in vo st er Ordnung und Disziplin über d Währingerstraße zum Friedhof. An cl vSpitze fuhren im langsamen Tempo v: festlich geschmückte Lastwagen mit si genden jüdischen Kindern, gefolgt v\ den Trägern der blau-weißen Fahnen un der Transparente. Anschließend kamen di k Abdullah kann nur auf Befehl Englands marschieren Das Ende des britischen Mandats in Palästina bildete auch in der englischen Presse das Hauptthema. Die sich aus dieser Sachlage ergebende Situation wird in ihren Auswirkungen kritisch betrachtet. So schreibt „The New Statesman”, das politische Wochenblatt der Labour Party Großbritanniens : „Die Haganah ist jetzt militärisch stark genug, um ganz Palästina, Jerusalem mit inbegriffen, zu erobern; doch zeigen die jüdischen Führer in der Stunde ihres Triumphes vernünftige Selbstbeherrschung. Studenten aus Erez Israel in Amerika kehren zurück um in der Haganah zu kämpfen New-York. Eine große Gruppe Studenten aus Erez Israel, die an verschiedenen amerikanischen Universitäten studieren, ist vorige Woche von New-York mit dem Schiff „Marinecorp” nach Erez Isrlae abgegangen. Die jüdischen Studenten kehren auf Grund einer Verordnung der Jewish Agency, laut der sie zur Mobilisierung aufgerufen wurden, um in den Reihen der jüdischen bewaffneten Macht zu dienen, zurück. Wie man uns mitteilt, sind in dieser Gruppe Männer und Frauen im Alter von 19 -36 Jahren. ,,Ich fühle, daß mein Platz bei meinen Chawerim in Erez Israel ist”, erklärte der 22-jährige Israel Frumkin, der Sohn des bekannten Richters Gad Frumkin in Erez-Israel, der vorigen August nach Amerika gekommen ist, um das Bankwesen zu studieren. ,,Wir fahren heute zurück, um uns mit unseren Brüdern, die an der Front kämpfen, zu vereinigen,” erklärte er. Ueber 100 jüdische Burschen und Mädel auf dem Schiff erklärten, daß sie sich der Haganah anschließen und der Verwaltung des jüdischen Staates zur Verfügung stellen. Die Gefühle der Gruppe zum Ausdruck bringend, erklärte der 24-jährige Jakob Janow'sky aus Tel-Aviv, daß ihn die letzten Geschehnisse zu dem Entschluß veranlaßten, sofort nach Hause zurückzukehren. Dazu ist zu bemerken, daß Janowsky erst vor 2 Wochen nach Amerika kam, um sich dort zum Radio-Ingenieur auszubilden. Er beschloß, nun sein Studium zu unterbrechen und als Kämpfer in die Reihen der Haganah einzutreten. Alle jüdischen Studenten aus Erez Israel, die sich in den Vereinigten Staaten befinden, ließen sich auf Grund einer Verordnung aus Jerusalem, im Büro der Jewish Agency registrieren und sind jede Minute bereit, nach Erez Israel zurückzukehren. Die amerikanischen Zionisten bringen Maschinen und Ausrüstungen nach Palästina 'Feilen New-York. Wie Dr. Israel Goldstein, Präsident der World Confederation bekanntgab, wurden im Laufe des Monates März durch die amerikanische Sektion der World Confederation der Allgemeinen Zionisten zwei große Schiffsladungen mit Maschinen und anderen landwirtschaftlichen und industriellen Ausrüstungsgegenständen nach Palästina gebracht. Dieses Ausrüstungsmaterial wurde vom Palästina-Ausrüstungskomitee der Zionistischen Organisation Amerikas zur Verfügung gestellt. Diese Schiffsladungen, erklärte Dr. Goldstein, beinhalteten ein Geschenk des ,,Esco Foundation” in New-York, bestehend aus Traktoren, Pflügen, Eggen und anderen landwirtschaftlichen Maschinen, sowie aus einer bedeutenden Menge industrieller Maschinen, die von den Distrikten und Kreisen der Zionistischen Organisation Amerikas in allen des Landes gespendet wurden. Nach dem neulich stattgefundenen Besuch Itzhak I. Karpmans, geschäftsführenden Direktors der World Confederation der Allgemeinen Zionisten in Miami Beuch, wurde von einer Anzahl prominenter Zionisten in Miami ein Ausriistungskomifae organisiert. Fine volle Wagenladung mit Ausriistungsgegenständen, die von Mr. N. H. Hankofl in Miami Beach und 500 Betten von einem anderen Zionisten in Miami Beach gespendet wurden, sind bereits per Schilf nach Palästina ahgegangen. Einig.: zusätzliche Wagenladungen, Ausrüsf ungsgegensfiinde von West Palm Beach, Orlando und Jacksonville Fla., die von der World Confederation der allgemeinen Zionisten gespendet wurden, sind ebenfalls auf dem W/ege ins Heilige Land. » Sie erkennen, daß sie es sich nicht leisten können, die Friedensgrundlagen gegenüber den Arabern für Prestigesiege aufzuopfern. Sie wissen aber auch, daß militärische Kraft nicht alles bedeutet. Der jüdische Staat, als Ganzes aus dem Sterlingblock ausgeschieden, und allen Eigentums von der palästinensischen Regierung enthoben, kann wirtschaftlich eine lange Periode der Feindseligkeiten mit Transjordanien nicht aushalten. Ebenso kann aber auch König Abdullah keine Offensive gegen die Juden beginnen, bis er nicht von seinen britischen Ratgebern dazu veranlaßt wird.” Die Ereignisse der ersten Tage seit der Proklamation ,,Israels” haben klar gezeigt, daß die von der jüdischen Regierung ausgestreckte Friedenshand schmählich zurückgesfoßen wurde. Der eigenen Kraft bewußt, hat sich unser kleines Volk zur Verteidigung seiner Grenzen erhoben. Repräsentanten der Jewish Agency Palestine in Wien, die zionistische Föd .ration mit Präsident Neufeld an d Spitze, der Direktor des World Jewi Congress in Oesterreich, Mr. Erni- Stiassny und die Mitglieder des neun wählten Kultusrates der Jüdischen G meinde Wiens mit dem Präsidenten I) Schapira. Sodann folgten die Vcrtret der verschiedenen jüdischen und zionist sehen Organisationen und die Sportl der Wiener Hakoah. Im Zuge befandi sich auch alle prominenten Personlichke ten des Wiener jüdischen Lebens. Am Grabe Dr. Theodor Herzls hatt eine Abordnung der jüdischen S tu denk Aufstellung genommen und unter tiefer Schweigen vollzog sich der Vorbeimarsc am Grabe des großen jüdischen Heroi Abschließend sangen die Kinder vor dei c Eingang zum Friedhof die Hatikwah. Sc der Beerdigung Dr. Herzls am 7. Ju 1904 war eine so riesige Menschenmeng nicht auf dem Wege zum Döblinger Eric, hof. Die große Beteiligung ist ein Bewc für die innige Verbundenheit der Wier.,’ Judenschaft mit dem neuen Jüdisch Staate „ISRAEL”. Nicht zuletzt war diJ ser Grabgang, der übrigens ohne Zwi sehen fälle verlief, eine machtvolle Demo» stration für den Kampf des Judentum um die Sicherung des Staates Israel, fii seine Anerkennung durch die ganze Wc und damit für das Ende der Fieimatlosig keif des Jüdischen Volkes. A gt*w irre grs< ten, J i e lieh \pt der id sein im dat hin >,ril \ kor sen :öc sein Wa ver san frü Vei Zu; Ku I sch Ha für Au die mil gm auf rer Der Verband Makkabl in Palästina schließt sich den Allgemeinen Zionisten an New-York. Entsprechend einer Ankündigung Dr. Israel Goldstern’s, des Präsidenten der World Confederation, wurde in einer Kabelmeldung aus Jerusalem der Anschluß des Verbandes Makkabi, mit einer Mitgliedschaft von über 8000, an die Partei der Allgemeinen Zionisten, bestätigt. Der Verband Makkabi Ist eine der größten Jugend-Sportorganisationen der Welt und seine Teams haben internationale Anerkennung in allen Phasen der sportlichen Tätigkeit gefunden. Während des letzten Krieges bildete der Pallistina- Makkabi-Verband eine spezielle Einheit in der jüdischen Brigade. Die Verhandlungen für diesen Anschluß wurden gelegentlich des Besuches I)r. Goldsterns im Juli 1946 in Palästina eingeleitet. Die endgültige Ratifizierung wurde nach einem Besuch Dr. Aba Hillel Silver’s in Palästina vorgenommen. Weiters wird erwartet, daß der Welt- Makkabi-Verband in nächster Zeit auch der World Confederation der Allgemeinen Zionisten angesclilossen wird. Entsprechend den Bestimmungen des Vertrages, wird der konstruktive Aufhaufond der Allgemeinen Zionisten in Palästina sowohl die wirtschaftliche Entwicklung des Makkabiverbandes als auch die Organisation von Makkabi „Hachshara” (’enfren in Europa fördern. Hs werden auch Delegierte aus Palästina in die DP-Lager Europas geschickt werden, um „Chalutz”- Cruppen für Makkabi zu organisieren. Dr. Goldsfein gab seinem besonderen Danke Ausdruck, daß der Makkabiverband in die Reihen der Allgemeinen Zio nisten eingetreten ist. „Vermöge seine; Anschlusses” erklärte er, „wird Makkab als Arm des Sportes der Gruppe der All gemeinen Zionisten in Palästina dienen' Er hat einen ausgezeichneten Ruf uiui eine ebensolche Tradition, die in der ganzen Welt geachtet werden. Wir begriißei den Anschluß des Makkabi-Verbandes auf das herzlichste. Zwei neue Publikationen über Theresienstadt Das tschechoslowakische Informations Ministerium hat eben eine Brosch iir. „Massengräber in Böhmen” erscheinen lassen, die neben zahlreichen anderen Bil dern auch solche vom Nationafriedhol der Märtyrer und ein Namensverzeichnis der 598 dort Bestatteten enthält, der Opler der „Kleinen Festung”, unter de neu sich viele Juden befinden. Zugleich kündet das Ministerium an, daß demnächst eine mehr als 300 Seiten Text und viele Tiefdruckbilder enthalten de Monographie „Ghetto Tcrcziu” Te rezin ist die tschechische Bezeichnung Theresienstadts herauskommen wird, von Zdenck Lederer und Josef Polak verfaßt Das Buch wird das ganze statistische M tcrial umfassen, das von den Autoren in Theresienstadt eingemauert und so dem Zugriff der Nazis entzogen wurde. Darunter befinden sich die Namensverzeid' nisse aller aus Theresienstadt in die Vernichtungslager abgegangenen Transporte ten fül tlei me dei (er ge; ein Pr dei cht Br, Ka als >u da de h. pri zu sti

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