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Die Stimme · 1948-04-08 · Heft 20 (8.4.1948) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1948
Issue
Heft 20 (8.4.1948)
Date
1948-04-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Preis 1 Schilling tannt lim me Redaktion und Administration : Wien IX, Universitntsstraße Nr. 4/4 Telefon Ä=26=4=73 mis£iscker Landesverband Wien e/!l[gemein zionistische)Vochenschrift Postscheck"Konto Nr. 134.292 8. April 1948 Erschein jede Woche -. - - . —, mm I I La' mi I ’jafel I J I I ü (ßfc Lt kv» en II iSSj Ii Nr. 20 — 1948 Forf- , Es ikräfmgen : der Wien wird Herzl nicht verraten i hat Prob u ge- Was :h für i kön lnera turzer Durch werden ir die n Nei Siedausge leiten ihren und :er von Stadtnmiuv . Bau le. Der 1t sein, direkt :önneu, loh :ür d klärte, in die id daß Nächsten Sonntag, am 11. April finden e W ahlen in den Vorstand der Israeliti- •hen Kultusgemeinde statt. Ein Zeichen :ifiir. welche Bedeutung diesen Wahlen gar im Auslände beigemessen wird, zein die Telegramme und die Zuschriften, ie wir aus Erez Israel, aus Amerika, aus er Schweiz und aus England erhalten. , ir werden darin aufgefordert, Vertreter .i wählen, die vor allem keinen außeriidischcn parteipolitischen Bindungen der Verpflichtungen unterliegen, die die iidische Gemeinde als Mittelpunkt des ehren jüdischen Lebens und als das )rgan betrachten, das berufen sein soll, ie ständige Verbindung der Juden in ler Diaspora mit Erez Israel, mit dem ludensfaate und mit den Juden der gann Welt aufrechtzuerhalten. Es sind das durchwegs Forderungen, e von ehrlich denkenden und fuhlenlen jüdischen Vertretern leicht zu erfülen. sind. Es handelt sich aber nicht nur um den cstand der Kultusgemeinde als solche, ils die Körperschaft, die das Beste für ihre Mitglieder zu leisten hat, sondern es handelt sich heute zum erstenmal auch um eine vollkommene Annäherung an den gesamt jüdischen Standpunkt, an das gesamtjüdische Schicksal. Es handelt sich nun nicht mehr um eine isolierte, streng umgrenzte, örtliche Kehilla-Politik, sondern auch in erster oder in letzter Linie um die Orientierung nach den Strömungen im gesamten Judentum. Der Schwerpunkt für das künftige Schicksal des Judentums, der jüdischen Nation, des jüdischen Volkes liegt nicht mehr in den mehr oder minder sich entfaltenden Kehillas der Diaspora, sondern das Schicksal des jüdischen Volkes ist Gegenstand der Weltpolitik geworden und dieser Umstand legt den gewählten Vertretern eine besondere und schwerwiegende Verantwortung auf. Sie werden zu Dienern des gesamten jüdischen Volkes und haben nun eine doppelte Aufgabe zu erfüllen. Aber auch der Wähler steht jetzt vor einer wichtigen Entscheidung. Fünf Listen werben um seine Stimme. Zwei darunter, die „Liste Ehrlich” der sogenannten jüdischen Kaufmannschaft und die „Liste Gottesfeld” sind Listen ohne Richtung und ohne Ideologie und dienen dem geschäftlichen und ausschließlich persönlichen Ehrgeiz ihrer Führer. Zwei weitere Listen wurden von der sozialdemokratischen und kommunistischen Partei Oesterreichs aufgestellt. Diese politischen Parteien, die in ihren Zentralorganen - in der „Arbeiter-Zeitung” und in der „Volksstimme” — oft einen gewissen Antisemitismus durchblicken lassen, haben beschlossen, unter den Wiener Juden eine Probe über die Größe ihres Einflusses anzustellen. Dazu wollen sie die Wahlen in die Kultusgemeinde ausnützen. Es fand sich ein Häuflein Menschen, die ihnen im jetzigen leidvollen Momente im Leben unseres Volkes zur Hand gingen und damit Zwiespalt und Zerstörung in das jüdische Leben bringen. Es ist dies einerseits der Verband Werktätiger Juden, der offen zugibt, für wen er die Lanze bricht, andererseits Herr Brill, der sich nicht abgewöhnen kann, von seinen irreführenden Methoden Gebrauch zu ma- FÖDERATION ”/ WIEN IX., UNIVERSITA'TSSTRASSE 4 TELEPHON A 26-4-73 fe&ße füdUcUe I/ezoHttaUuHfy 44 wurd der gefander hlreieht ( -er Kohl en Abiie Rci UNTER MITWIRKUNG PROMINENTER KÜNSTLER lamstag, den 10. April 1948 um 15 Uhr im Großen lusikvereinssaal, Wien l.f Bösendorferstraße 12 INTRITT FREI! EINTRITT FREI KÜNSTLERISCHER TFIL: 948 n t s rleger: terreidi . 4/4 llegium , Floßt». /I/47/0277 Irene Zoltan, Sopran (Oper Tel-Aviv) a) JÄrie aus „CDie verkaufte JBraut“ von Smetana b) Emö Garai, Tenor (Oper Budapest) „Ulezei fBimnichatenu“ von Sottschal Vera Rozsa, Alt (Staatsoper) „jDas jüdische Ified" von Schalom Sekunda Emö Garai a) „ Jiadisdi* von Stransky b) „ Jiddische J/Kama“ von Jlosenblatt Conferencier 5. Irene Zoltan fPa(ästinensisdie Dieder: a) ,,Diinereih” von Dawri b) „DCora ejn CDawar” von SVardi c) „Jßoi iti” von J/Kindlin d) ,ßeschem“ von JBen-Chaim e) „fKora Chadasdiou von J/Kindlin 6. Vera Rozsa ö) fÄrie aus fKändels Oratorium „D udas Pflakkabäus’* b) 'Zwei palästinensisdie Dieder, bearb. v. S/C. Dielen 7. Ernst Deutsch &ngelszene aus„Jaakobs <(9 raum"; von Sßccr-Diofmann MAX BROD chcn, der mit einer Gruppe anderer Mitglieder der K. P. Oe. eine Liste gebildet hat, die er „Liste der Jüdischen Einigkeit” genannt hat. Die Juden Wiens wissen aber, daß diese Einigkeit nur aus den jüdischen und halbjüdischen Mitgliedern der K. P. Oe. besteht. Einzig und alein die Liste der Jüdischen Föderation stellt die wirkliche Einigkeit unter allen j ii d i s ch e n Parteien und Organisationen Wiens, dar. Es kann daher die Entscheidung für die Wähler, wem sie ihre Stimme zu geben haben, nicht schwer sein. Wenn die Wähler wollen, daß die jüdische Kultusgemeinde wirklich jüdisch sein und unter Berücksichtigung aller jüdischen Interessen, unabhängig von dem Einfluß oder dem Diktat außerjüdischer politischer Parteien geleitet werden soll, dann gibt es keine Wahl In dieser Wahl. Ein krasses Beispiel wie sogenannte „Jüdische Führer” sich von außerjüdischen Parteiinteressen leiten lassen, zeigt der Vorfall bei der Konferenz des World Jewish (Kongress in Prag. Dort stimmten die Listenführer Herr Brill, als Vertreter der Kultusgemeinde Wien und Herr Dr. Maurer, der Parteidisziplin folgend, gegen die Resolution auf freie Einwanderung nach Palästina. Herr Brill hat in einer Wählerversammlung mit Stolz erklärt, daß er beim Betreten des Haues Schottenring 25 kein Parteimann, sondern nur Jude sei. Wir aber wollen, daß dort Vertreter aus und eingehen, die auch dann Juden, mutige Juden sind, wenn sie sich außerhalb dieses Gebäudes befinden. Der Ausgang der Wahlen in Wien hat auch für das Judentum der ganzen Welt eine kolossale Bedeutung. Die Blicke der Juden der ganzen Welt sind jetzt auf die Stadt gerichtet, in der einer der größten Söhne des jüdischen Volkes, Dr. Theodor Herzl, gelebt und gewirkt hat. Wie wird Wien stimmen? — frägt man sich an aller Welt. Werden die Wiener Juden mit Herzl oder für die K. P. Oe. und die S. P. Oe. stimmen? Kann man sich vorstellen, daß das Wiener Judentum gegen Herzl stimmen wird? Das wäre eine Schwächung unseres Kampfes für die Errichtung des Judenstaates. Am 16. d.M. tritt die UNO zu einer neuerlichen Tagung in der Palästinafrage zusammen. Darf es sein, dürfen die Wähler Wiens zulas$£n, daiß man unseren diplomatischen Vertretern erklären kann, „was wollt Ihr eigentlich? Euer Wien, das Wien Herzl’s ist auch gegen den Judenstaat.” Der heldenhaft kämpfende Jischuw in Palästina erwartet, daß das Wien Theodor Herzl’s wenigstens durch Abgabe des richtigen Stimmzettels seinen schweren Kampf unterstütze. Die Wiener Juden werden am 11. April zionistisch wählen t Sie werden ihre Solidarität mit dem ganzen jüdischen Volke, mit dem heroisch kämpfenden Jischuw und der Errichtung des Judenstaates beweisen. Das jüdische Wien wird die Liste der „Jüdischen Föderation” — Listenführer Dr. David Schapira — zum Siege führen 1 Das jüdische Wien wird das Werk Theodor Herzl’s nicht verraten 1

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