Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1948
- Issue
- Heft 14 (23.1.1948)
- Date
- 1948-01-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Preis 1 Schilling timme o/lllgemein zionistischeJdochenschnft Zionistischer Landesverband Wien Redaktion und Administration « Wien IX, Universitätsstraße Nr. 4 4 Telefon Ä=26*4.73 njns D^zn ovran nnrwn 'v Postsdieck»Konto Nr. 134.292 23. Jänner 1948 Erscheint jede Woche Nr. 14 1948 Ruf der Haganah Um Herzls Gebeine an die Völker der Welt! Heute Abend hat sich der Sender der „Haganah” in Form eines feierlichen Protestes gegen die britische Politik, an die Völker der Welt gewendet. In dieser Sendung wurde betont, daß trotz der Versicherungen, die die britische Regierung in Lake Success abgegeben hat, sie nichts tut, um die Ruhe und Ordnung in Palästina aufrechtzuerhalten. Man hindert auch die Juden, die Ordnung mit eigenen Kräften herzustellen. Die Sendung wurde in verschiedenen Sprachen durchgegeben. Erklärung ANDRE] GR0MYK05 Bei einem Bankett jüdischer Gelehrter, Schriftsteller und Künstler bestätigte Andrej Gromyko, Botschafter der Sowjetunion und Hauptdelegierter bei der UNO, neuerlich das Interesse der Sowjetunion dafür, daß die Teilung Palästinas zu einem siegreichen Ende geführt werde und erklärte weiters, daß die Vereinten Nationen, die jetzt geschaffene Lage in Palästina nicht tolerieren werden. Gromyko betonte auch, daß der Sicherheitsrat der UNO, für den Fall, daß die Spezialkommission für Palästina bei der Durchführung der Teilung des heiligen Landes auf Schwierigkeiten stoßen sollte, bereit ist, im Sinne des Beschlusses der Generalversammlung der Vereinten Nationen, schnell zu handeln. „Es genügt nicht, eine Entscheidung zu treffen, man muß sie auch in die Tat umsetzen.” Gromyko drückte auch sein Mißfallen über das Blutvergießen zwischen Arabern und Juden aus. „Das jüdische Volk hat im letzten Krieg viel gelitten und ist es eine Sache der Gerechtigkeit, daß es sein Land zurückbekommt.” Das Zionistische Aktionscomite (Großes A. C.) beschloß auf seiner Sitzung in Zürich, August-September 1947, u. a., endgültig die Ueberführung der Gebeine Herzls von Wien nach Erez Israel; die österreichische Bundesregierung hat sofort ihre Einwilligung gegeben und Pressemeldungen zufolge hat bereits eine diesem Anlaß gewidmete Feier am Grabe Herzls und seinen Eltern auf dem Döblinger Friedhof stattgefunden. Es ist zu hoffen, daß damit eine beschämende Episode ihren Abschluß finden wird. Länger als die Gebeine Josephs, die die Kinder Israels 40 Jahre auf ihrer Wüstenwanderung mit sich führten, ehe sie im heiligen Boden der Heimat bestattet wurden, warten die sterblichen Reste Herzls auf die von ihm gewünschte Ueberführung. Theodor Herzl hinterließ drei Testamente. Im letzten, das vom 5. März 1903 datiert ist, spricht der Gründer des modernen Zionismus den Wunsch aus, in einem Metallsarg neben seinem Vater beigesetzt zu werden, „und dort zu liegen, bis das jüdische Volk meine Leiche nach Palästina überführt.” Herzl starb 1904, aber erst 21 Jahre später auf dem 14. Kongreß (Wien 1923) nahm Nachum Sokolow die Tatsache, daß dieser Kongreß in der Stadt Herzls tagte, zum Anlaß, an dieses höchste Gremium der Zionistischen Bewegung zu appelieren, den letzten Willen ihres verewigten Führers zu verwirklichen. Am 25. August beschloß daraufhin das A. C., die Einsetzung einer Kommission zur Vorbereitung der Ueberführung der Leiche Herzls. Dieser Kommission gehörten an; Joseph Cown (London), Alfred Klee (Berlin), Johann Kremenetzki (Wien), Leo Motzkin (Paris), L. Plaschkes (Wien), I. Schallt (Wien) und David Yeliin (Jerusalem). Die Kommission erstattete ihren Bericht... und daraufhin erfolgte vier Jahre lang gar nichts, bis auf dem 16. Kongreß (Zürich 1929) Sokolow seinen Antrag wiederholte, ohne daß jedoch der Kongreß einen Beschluß faßte. Der 18. Kongreß in Prag (1933) wurde durch den Referenten der Politischen Kommission Dr. Michael Ringel (Lemberg) aufgefordert, den letzten Willen Herzls zu bestätigen und die Exekutive zu beauftragen, im Frühjahr 1934, jedenfalls aber noch vor dem 30. Todestage Herzls, die Ueberführung zu bewerkstelligen. Der Kongreß ernannte daraufhin wieder eine Kommission, der der bekannte zionistische Historiker Adolf Böhm (Wien) angehörte, ferner Jakob de Haas (New-York) und wiederum Kremenetzki und Motzkin. Jerusalem wurde diesmal durch Ussischkin repräsentiert und die Politische Kommission des Kongresses durch den Antragsteller Michael Ringel. Auch die Bemühungen dieser Kommission verliefen im Sande, aber während dieser Pause tagte (1933 35) in Jerusalem ein Unterausschuß, der festzuistellen hatte, w o in Palästina Herzl seine letzte Ruhestätte finden sollte. Die Frage lautete: Haifa (Carmel) oder Jerusalem (Nikanorhöhle auf dem Skopus). Herzl selbst hat hierüber entgegen umlaufenden Gerüchten keine le tzt - willige Verfügung hinterlassen. In seinem Roman „Altneuland” äußert der Held Joseph Levy den Wunsch, auf dem Carmel über der Bucht von Haifa zur ewigen Ruhe bestattet zu werden. Diese Andeutung wurde von manchen Herzl- Interpreten dahingehend aufgefaßt, daß der Autor mit dieser Romanfigur, sich selbst meinend, so sein eigenes Grab bestimmt habe. Hiezu kam, das Sokolow erzählte, David Wolfsohn, Herzls Freund und Nachfolger, habe ihm einmal gesagt, Herzl hätte den Wunsch geäußert, auf dem Carmel bestattet zu werden. Der Untersuchungsausschuß vernahm unter Vorsitz von Ussischkin u. a. Nachum Sokolow und Johann Kremenetzki, den Sekretär Herzls, Dr. Isidor Schallt, und die zionistischen Historiker Dr. Alex Bein und Adolf Böhm. Einen Beschluß veröffentlichte die Kommission nicht, hingegen beschloß das A. C. im April 1935, auf seiner nächsten Sitzung einen endgültigen Beschluß zu fassen.. — Der 19. Kongreß, der im August 1935 in Luzern tagte, hörte über die so viel diskutierte Frage eine zündende Rede von Nachum Goldmann, der das Plenum dahin bewegte, von der nächsten A. C.-Sitzung den definitiven Beschluß zu verlangen. Das A. C. tagte am 4. September 1935 und beschloß die Ueberführung bis zum 20. Tamus 1936 (Herzls Todestag) und überließ die Fixierung des Ortes der obenerwähnten Jerusalemer Subkommission, der Vertreter der Exekutive und des A. C. in Palästina und des Waad Leumi kooptiert wurden. Draufhin geschah elf Jahre nichts ... und erst jetzt wieder hören wir von der Wiederaufnahme des alten Planes, die Ehrenschuld des jüdischen Volkes Herzl gegenüber zu begleichen. Wir hoffen, daß die neuesten Züricher Beschlüsse nicht den Weg aller vorherigen Beschlüsse gehen, nämlich in die Aktendekkel unserer Büros in Jerusalem und London. Es erhebt sich die Frage, was steht hinter dieser jahrzehntelangen Verzögerung? Es mag hier und dort persönliche Momente der Rivalität gegeben haben, aber sie waren wohl doch nicht ausschlaggebend. Während z. B. der Ueberführung der Gebeine Nordaus auf den Alten Friedhof in Tel-Aviv nichts im Wege stand, empfand die zionistische Bewegung richtig, daß die Ueberführung Herzls ein Symbol darstellt, das gewissermaßen der Schlußstein einer politischen Entwicklung sein müßte, d. h. viele Zionisten waren der Ansicht, daß erst nach der Verwirklichung von Herzls Traum, der Gründung des Judenstaates, die Stunde seiner Heimholung geschla. gen hat. Möchte es ein gutes Omen sein, daß das Ä. C. auf seiner Züricher Tagung, der der Bericht des UNSCOP vorlag, welcher die Errichtung eines jüdischen Staates vorsieht, nunmehr beschloß, die Gebeine des großen Visionärs dieses Staates, die durch ein Wunder dein Zerstörungshaß der Nazis entgingen, endlich in das Land seiner Sehnsucht zu führen. Schalom B i-C'horin Allgemeine Zionisten errichten Fachschulen in Palästina New-York (Eigenbericht). Nach einer Meldung des „The Day” und „The Jewish Journal” wird eine bedeutende Menge Material und Maschinen zur Errichtung technischer Schulen und Werkstätten für neu ankommende Emigranten nach Palästina, geschickt. Diese Meldung erfolgte auf Grund der Erklärung Dr. Israel Goldsteins, des Präsidenten der Weltkonföderation der Allgemeinen Zionisten und des „Palestine Appeal”. In diesen Fachschulen werden zwei Dr. Silver in Paris Paris (Eigenbericht). Zum Empfang Dr. Aba Hilel Silver’s, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency hatte sich auf dem Bahnhof St. Lazare in Paris, eine große Menschenmenge ein gefunden. Unter den Erschienenen, sah man Vertreter des europäischen Büros der Allgemeinen Zionisten in Frankreich, des Zentralkomitees der Allgemeinen Zionisten, Vertreter der Jewish Agency, der Jugendorganisation Hanoar Hazioni, der Redaktion der „Zionistischen Stimme” und viele andere. Als der Zug eintraf und Dr. Silver sich am Fenster zeigte, begann die versammelte Menge die Hatikwa zu singen. Nach den Begrüßungsansprachen dankte Dr. Silver in herzlichen Worten für den warmen Empfang der ihm bereitet wurde. Kategorien auf genommen: vorgeb idete Fachleute und Anfänger. Besondere Kurse werden für das Metallwesen, das Forstwesen, für Äutomechaniker, Tapezierer, Tischler und für das Textilwesen errichtet. Diese Aktion ist ein Teil des konstruktiven Programmes, das die amerikanische Abteilung der Weltkonföderation der Allgemeinen Zionisten durchführen wird, um das Leben der jüdischen Flüchtlinge aus Europa wieder erträglich und produktiv zu gestalten. Dr. A. H. Silver nimmt ständigen Aufenthalt in Erez Israel Dr. Aba Hilel Silver, einer der Führer der zionistischen Weltorganisation und Mitglied der Partei der Allgemeinen Zionisten, der jetzt in Paris weilt, reist in den nächsten Tagen nach Erez Israel, um sich dort dauernd niederzulassen. Als Ziel seiner Tätigkeit betrachtet Dr. Silver die Schaffung einer geeinten Volksfront im ganzen Jishuw ohne Ansehen auf jedwede sozialen Unterschiede.