Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1947
- Issue
- Heft 11 (6.12.1947)
- Date
- 1947-12-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 Seife 3 CDie tStimme Aü# BcweqÜHty Nahariyas bezeichneten. Fis ist das zweitemal, daß ein Haganah - Schiff die mächtige briii.che Blockade durchbrochen hat. Die Einwohner Nahariyas befrachteten es als ein großes Privileg, daß gerade ihre Küste au: n eben war, ihre Brüder und Schwesefern zu empfanden und ihnen für kurze Zeit ein Obdach zu 'bieten. Inner der gelandeten Flüchtlinge, der sich nun in einer nördlichen Siedlung in Sicherh' it befindet, erzählte einem Palcor - Korrespondenten von der großen Freuds unter den Flüchtlingen, daß es ihnen gelungen sei, an den Küsten ihrer Heimat zu landen und dem langen Exil in den unfreundlichen Anhaltelagern von Cypern zu entrinnen. „Wir fielen auf die Knie, küßten die Erde und dankten dem Allmächtigen für die Befreiung und den warmen brüderlichen Beistand der Haganah. Wir träumten und strebten danach, uns ihrem heiligen Kampfe anzuschließen, um unsere zurückgebliebenen Brüder zu befreien und zu retten.” Die Palästina Regierung verkauft Boden Jerusalem (Palcor). Trotz offizieller Dementis berichtet die Presse, daß die Regierung nächsten Freitag eine Verlautbarung herausgeben wird, in der sie Interessenten zum Kaufe von 69 Parzellen zwischen Kingsway, Haifa und dem Hafengebiet auffordert. Konferenz der Allgemeinen Zionisten in England London fPalcor). Vorige Woche Samstag i", d Sonntag wurde in der Beaver Hall in London die Konferenz der Allgemeii.en Zionisten abgehalten, Prof. Lro def.sky, der den Vorsitz führte, berichtete kurz über die enttäuschende Erklärung, die vom britischen Delegierten bei der UNO, am letzten Donnerstag abgegeben wurde. Das war keine Ueberraschung hinsichtlich der bisherigen britischen Haltung; eine Sache hat sich aber aus den Verhandlungen der UNO klar erwiesen, daß Groß-Britannien Unrecht hat wenn es glaubt, daß es durch seine Politik die Juden schrecken könnte. Die Juden werden eine Politik, die ihnen nicht die Freiheit in ihrem eigenen Lande gibt, nicht akzeptieren. Prof. Brodetsky betonte die Verantwortlichkeit, die auf dem Jishuw bei Uebcrnahme der Regierung Palästinas, sowie, in Anbetracht der arabischen Drohungen innerhalb und außerhalb Palästinas, lastet. In diesem Zusammenhänge beklagte er auch die neuerlich verübten Terrorakte in Palästina. Fs wurde dann beschlossen, 30.000 Pfund für den allgemeinen Fond für konstruktive Arbeiten zu sammeln. Die Juden der ganzen Welt müssen sich an dieser Sache beteiligen, denn alle Juden müssen zum Aufbau des jüdischen Staates und zur Entwicklung von Erez Israel beitragen. Sammlung für die rumänischen Flüchtlinge Die Organisationen der allgemeinen Zionisten haben beschlossen:, eine Hilfsaktion für die rumänischen Zionisten durchzuführen. Trotz der schwierigen Verhältnisse wurden eine Menge Decken, Kleider, Schuhe und Lebensmittel gesammelt. Auch in dieser Aktion haben sich unsere Zweigorganisationen in den Lagern von Bindermichel, Wels, Ebelsberg und Admont besonders ausgezeichnet. Die Sammlung hat es ermöglicht, die Not der rumänischen Chawerim einigermaßen zu lindern; überdies aber hatte sie auch eine große moralische Bedeutung hinsichtlich der steten Hilfsbereitschaft und des Solidaritätsgefühls der Juden aller Länder. Das Jordantal-Projekt New-York. Jüngst fand eine wichtige Konferenz im Büro der Kommission für Palästinaaufnahmen statt, um die Tragweite des UNSCOP-Teilungsvorschlages auf das behördliche Jordantal-Projekt zu studieren. Unter den Teilnehmern war Dr. Walter C. Lowdermilk, Autor des Jordantal-Projektes; Dr. Emanuel Newmann, Präsident der Kommission in Vertretung der Ingenieur-Inspektion und technische Experten der Kommission. Dr. Lowdermilk, der vorher ernste Besorgnisse über die Teilung Palästinas geäußert hatte und für die Beibehaltung der grundsätzlichen Einheit des Landes eintrat, erklärte, daß die wirtschaftliche Union, wie sie von der UNSCOP vorgeschlagen wuida, sich seit langem bemüht, die ernsten Schwierigkeiten zu überwinden. Dr. Lowdermilk erklärte weiters, er hoffe, daß es mittels der wirtschaftlichen Union möglich sein werde, das großzügige Entwicklungsprogramm auf Grund des Jordantal-Projektes, durchzuführen. Prof, Brodetsky sprach sodann über die Wichtigkeit einer entsprechenden Vertretung der allgemeinen Zionisten beim Kongreß und über die Notwendigkeit der Sicherung von Stimmen für die allgemeinen Zionisten. Zum Schlüsse betonte er, daß die allgemeinen Zionisten auf den Kontinent auf England als eines dei wenigen, gebliebenen Bollwerke, das ihnen Hilfe und Führung bieten kann, blicken und daß es Sache der allgemeinen Zionisten in England sei, alles daranzusetzen, daß diese Menschen nicht enttäuscht bleiben. Sam Segal, Sekretär des Weltverbandes der allgemeinen Zionisten in Paris berichtete über die Lage der DP’s in Europa, von der er sich kürzlich selbst überzeugt habe. Er erwähnte die Tatsache, daß die allgemeinen Zionisten in diesen Lagern aus dem Grunde in einem schweren Nachteil sich befänden, weil sie keinen finanziellen Beistand aus dem Ausland hätten und gab er der Hoffnung Ausdruck, daß alles getan werden würde, um diesem Zustand abzuhelfen. Die Haganah Von M. P. Wafers Aus dem Englischen übersetzt von Ing. Siegmund Kornfein Die Allgemeinen Zionisten an erster Stelle bei der Arbeit für KKL. Aus dem Jahresbericht den der Keren Kayenieth Le Israel in Oesterreich veröffentlicht hat, ist zu ersehen, daß unsere Bewegung in dieser heiligen Sache an erster Stelle steht. Dieser Erfolg ist der unermüdlichen Arbeit aller Zweigorganisationen in den Lagern zu verdanken, die diese Arbeit unter den schwierigsten Bedingungen leisteten. Besonders hervorgetan haben sich : Der zionistische Landesverband in Wien, sowie unsere Zweigorganisation in Hallern., Steyr, Saalfelden und Franz Joseph. Schaffung der Zionistischen Föderation in Südamerika Montevideo (Ita). Als Ergebnis der ersten Konferenz der allgemeinen Zionisten In Südamerika, die in Montevideo stattfand, ist die Schaffung der Föderation der allgemeinen Zionisten in Südamerika ben” war in den Augen der Beduinen die einzige Tugend. Es gab keine allgemeine Ethik, um den Mörder der Fremden und den Raub des Eigentums als schlecht zu brandmarken. 2. Fortsetzung Haganah, das hebräische Wort für Verteidigung, ist die Bezeichnung für die jüdische Verteidigungstruppe in Palästina. Sie hat ihren Ursprung unmittelbar in den Verteidigungsgruppen, die in den späten siebziger Jahren dem Geburtsdatum der jüdischen Wiederbesiedlung in Palästina - Leben und Eigentum der Juden in Palästina schützten. Die jüdischen Bemühungen um die Wiederansiedlung in Palästina wurden während der Diaspora ununterbrochen fortgesetzt. Trotz ernster Wechselfälle und Widerstände von vielen Seiten, konnten einige Erfolge erzielt werden. Denn in Palästina gab es stets eine beachtenswerte jüdische Bevölkerung. Aber nicht erst seit den Spätjahren des vergangenen Jahrhunderts konnte man den Beginn der modernen jüdischen Renaissance beobachten. Die Siedler, die in den achziger Jahren nach Palästina gingen, wußten schon manches über die dort drohenden Gefahren. Sie wußten von den Vorfällen des Jahres 1823, als Juden in Safed unter Verhältnissen massakriert wurden, die sich dann nach mehr als einem Jahrhundert, wiederholen sollten. Sie wußten auch von den verschiedenen Verleumdungsfeldzügen und Blutanklagen gegen die Juden in Damaskus und Jaffa. Sie wußten diese Dinge und sie wußten auch, daß in einem Lande von Beduinen, in einem Lande ohne Verkehrsmittel, einem Lande unter ferner türkischer Herrschaft, Sicherheit ein unerhörter Luxus wäre. Sie wußten, wenn sie sich mit Erfolg ansiedeln wollten, daß sie, um ihr Leben und ihre Weingärten zu schützen, auf sich selbst verlassen müßten. Die Juden, die im Jahre 1872 Petach Tikwah gründeten, waren Pioniere, die, wie ihre Schicksalsgenossen in Amerika,' Südafrika und Australien, meist mit bloßen Händen gegen die Natur und die Unsicherheit kämpften. Ucb er fälle von Beduinen aufeinander und auf jüdische Siedlungen waren an der Tagesordnung, Auch benachbarte Dörfer versuchten durch Angriffe die Juden einzuschüchtern um sie dadurch zu vertreiben und ihren Grund und Boden zu gewinnen. Schutz bei der türkischen Verwaltung zu suchen, hieß, sich seltsam schwärmerischen Gedanken hingeben. Ueberdies konnte in einem Lande, in dem das herrschende Gesetz das Gesetz der Wüste war, nur die Selbstverteidigung Eindruck auf ihre arabischen Nachbarn machen. „Ueberle- Die Organisierung der jüdischen Selbstverteidigung war eine Lebensfrage In dem allgemeinen Problem des „Ueberlebens”. Und in jenen Tagen zählte persönlicher Heroismus mit der Faust und dem Knüttel mehr, als die Drohung mit einer Büchse. Um Blutfehde mit ihren Nachbarn zu vermeiden, wollten diese frühen jüdischen Siedler Angriffe im persönlichen Kampfe ab wehren. Die Verluste waren nicht gering. Aber der Lohn war groß. Denn, sobald ein arabisches Dorf oder ein Beduinenstamm nach einem Angriff zur Ueberzeugung kam, daß die jüdischen Siedler Selbstvertrauen zeigten und Kämpfer für ihre Rechte waren, hörten die Angriffe aufc. Und freundliche. Beziehungen, gegründet auf Achtung und Bewunderung, folgten automatisch. Jüdische Siedler, die sich als tapfere Kämpfer einen Namen gemacht hatten, konnten, ohne belästigt zu werden, durch ganz Palästina wandern. Aber jede neue Siedlung hatte die Probe zu bestehen. Eliyahu Golomb, einer der jüdischen „Wachleute” in Palästina und einer der ersten Führer der Haganah, beschreibt in interessanten Skizzen einige der Gründer und Wachleute von Petach Tikwah in seiner „Geschichte der jüdischen Selbstverteidigung in Palästina”. Die Skizzen gewähren einen nützlichen Einblick in zu verzeichnen. Diese Föderation wurde unter Beteiligung von 8 mittel- und südamerikanischen .Staaten geschaffen. Das Exekutiv-Komifee ist aus Mitgliedern Brasiliens, Argentiniens, und Uruguays zusammengesetzt. Daniel Frisch, der Vizepräsident der zionistischen Organisation Amerikas, begrüßte die Konferenz im Namen der zionistischen Organisation der U. S. A„ beglückwünschte die Allgemeinen Zionisten Lateinamerikas zu ihren großen Erfolgen und sprach ihnen für ihre Teilnahme am Aufbau Erez Israels die vollste Anerkennung aus. »Jung-Hadassah” tagt in Amerika Im Dezember dieses Jahres wird die 24. nationale Konferenz der zionistischen Frauen-Jugendorganisafion (Jung Hadassah) in Amerika abgehalten werden. Im vergangenen Jahr hat sich Jung Hadassah durch eine außergewöhnlich lebhafte Tätigkeit ausgezeichnet. Im ganzen Land wurden Seminare und zwei- bis vierwöchige Kolonien für Mädchen errichtet. An der Spitze dieser Tätigkeit steht die aktive Führerin der jüdischen Jugend in Amerika, Chawera Selda Funk mit einer Gruppe anderer Aktivisten. Sehr gefördert wurde die Arbeit auch durch die Schelkhim aus Erez Israel, an deren Spitze Daniel Brisker, Scheliach von Haoved Hazioni stand. Diese Konferenz muß folgende Probleme behandeln und erledigen: 1. Fortführung der Arbeiten für die Errichtung eines Netzes von Hachscharoth, das mit der Errichtung der ersten allgemein zionistischen Hachschara unter dem Namen: „Chewra”, begonnen wurde. 2. Regulierung des Problems der Alijah für Mitglieder, die schon auf Hachschara waren, sowie die Entsendung von Mitgliedern in die Schulungskurse in Palästina. i 3. Schaffung neuer Mittel, die die Umsiedlung jüdischer Flüchtlingskinder nach Erez Israel ermöglichen. die Zustände, die in den achziger Jahren vorherrschten. Joshua Stamper war einer der drei drei Gründer von Petach Tikwah und einer der Initiatoren der jüdischen Selbstverteidigungsbewegung in Paläastina. Golomb schreibt: „Die wahre Geschichte seines Kommens nach Palästina demonstriert seinen Mut und seine außerordentliche Fähigkeit Hindernisse zu überwinden. Er lief mit 17 Jahren vom Hause seiner wohlhabenden Eltern ohne einen Pfennig in der Tasche weg . Er wanderte zu Fuß von seinem Geburtsort in Ungarn nach Saloniki. Hier schiffte er sich nach Smyrna ein, ging von Smyrna wieder zu Fuß nach Safed und von Safed in Nord-Palästina nach Jerusalem. Nach kurzem Aufenthalt in Jerusalem, kam er zu dem Schlüsse, daß die Juden in Palästina zu einem Leben der Arbeit übergehen müßten. Er schloß sich Solomon und Guttmann, die die Errichtung von Petach Tikwah planten, an. „Unter den benachbarten Arabern waren einige, die die jüdischen Siedler vertreiben wollten um sich in den Besitz ihres Eigentums zu setzen. Aber gerade um Petach Tikwah gab es einige Schwierigkeiten. Zwei Stämme wollten einen Ted ihres Grundes an die Juden verkaufen, und wenn die Juden nur von einem Stamm kauften, begann der andere die Siedlung anzugreifen. Solange sie wußten, daß die Juden den Samstag als Ruhetag feierten, machten sie alle ihre Angriffe am jüdischen Säbbath.