Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 50 (13.7.1906)
- Date
- 1906-07-13
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/2429839-2429840-2429890--361-2430457- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
Seite k Nationalzcitung Nr. 50 Das ist bk cNic Lprache, bk fcineracit einer der lU'öHk'it Männer — allerdings lvar es e'in llrevolntionslnann, Mlirabean, ich glaube in der flacht vom 4. August 1789 — ve'i Prbklamiernng der Men scherl rechte geifülirt lat. Es gibt noch edle, gerechte Männer in Rußland! Wie' I'e'sstlivli'sch diese Ausschreitungen sind, mag daraus her vier gelten, das; nach den Zeitnugsbe richten ans den Straßen Hunderte von Leichen iinbeerdigt liegen, das; die Leiche eines Mauues gesunden rvurde, tu dessen 'Angen 'Nägel eingeschlagen waren. Es lvar das die Leiche des Kalligraphielehre re- Epstein. Reiben ihn; lagen ermordet die sieden Mitglieder seiner Zaniilie und in seiner nlrmittelbarsten I!ä'h>e sein zehnsä-hriges Döchterchen nrit abgehackten Faßen. Das ist eitle furchtbare Bestialität, das ist eine Barbarei, die ihre Gier und Lust mir im Morden und MenschenalMlachten stillt. Meine se'hr geehrten Herren! Ich weis; wohl, daß hier ja auch stundenlange Reden nichts fruchten. Wenn Sie hier selbst die spanische Folter sehen würd-en, so würde Sie auch diese nicht ansrütteln. 'Aber wenn es eine ewige Gerechtigkeit gibt, io ruse tch diese an und appelliere an Seine Enzellenz den Herrit Minister des Aenßern, er möge sich der nntglücklichen, malträtierten, versolgten, so entsetzlichen Htnschlachtnngeir pressgegebenen Iud>en an nehmen! Vermischte Nachrichten. Unsere Spendensanrmlnng für die russischen Auswanderer. Es liefen weiters ein von Herrn Julius Baad-Wten X 50.—, Hochzeit Kohn- Tonath-Preran X 10.44. Zusammen X 60.44. Hierjzu die in Nr. 49 ansgewiesenen X 270.42, zusammen X 330.86. Wien. (Herzl - Trauerseie x.) Son-ntag den 15. ds., 9 Uhr früh, oersammeln sich die Gesinnungsgenossen und Freunde Theodor Herzls an seinem Grabe sDöblinger Friedhof). ZusainmeNkunst am Eingänge des Friedhofes. Jnnerösterr. Tislriktstomitee des Verbandes Zion. Wien. (V e re i n zur He b nn g der Gewerbe.) Die Erhöhung der Post- und Telegraphengebühren hat in Handels- und Gemerbet'reisen eine derartige Mischimnmng hervorgerusen, daß der Vorstand dieses Vereines sich veranlaßt sah, für die Einbernsnng einer im größeren Rahmen gehaltenen Protestversamnrlnn g zu treffen. Ter Vorstand na hur nirn mit Genugtuung Kenntnis voll dein Entschlüsse des Halidelsministers, vor einer endgültigen Entschließnn'g eine Enguete der in Betracht kommenden interessierten Vereine und Korporationen etnznbernsen. Te-m'z'ufolge hat der Vorstand dem Handelsministerium eine schriftliche Eingabe überreicht und von der oben er'rvähnten Versa'.mnlung bis ans weiteres Abstand genommen. Wien. G e b e t st n n d e n.) Freitag den. 13. Inli, abends nm 7,30 Uhr. Samstag den 14. Inli, abends mm 8,25 Uhr. Vom 15. Inli bis inkl. 10. Inli, abends nni 7 Uhr. Freitag den 20. Juli, abends mit 7,30 Uhr. Samstag den 21. Juli, abends nin 8,15 Uhr. Vom 22. Juli bis inkl. 26. Juli, abends um 7 Uhr. Freitag den 27. Juli, abends um 7,15 Uhr. Samstag den 28. Juli, abends um 8,05 Uhr. Vorn 20. Juli bis irtkl. 2. August um 7 Uhr. Freitag dell 3. August, abends nur 7,15 Uhr. Samstag den 4. August, aberrds um 7,55 Uhr. Vorn 5. August bis inkt. 9. Angnst, abends um 7 Uhr. Der Gottesdienst an Wochentagen beginnt mn halb 7 Uhr früh, an Samstagen nm 8 U>hr früh. Wien. iT v d e ö f a l l.) Morrtag den 9. Juli ist in Ischl Frau Marte Spitzer, Witwe nach dem hervorragenden Mathe in atiter Professor Simon Spitzer im 76. Lebensjahre gestorben. Wien. lT ödes fall.) Am 26. Juni d. I. starb in Hechingen, Fürstentlun Hohenzollern, die Schwiegermntter nltseres wackeren Frenrides und GesittnUttgsgeltvssen, Herrn Julius Baad, Frau Sarah L e m i s, im hohen 'Alter. Wir sprechen unser Beileid aus. Wien. lT v d e s f a l l.) Am Freitag den 6. d. M. ist Herr Ignaz Hofer, der rm 83. Lebellsjahre aus dem Lebe>t geschiedell ist, zu Grabe getragen worden. Der Verstorbene gerivs; infolge seines redlichett Eharatters allgeineine Achtling, ivelche sich auch durch die große Teilnahme bei dein Leichenbegälignis tnndgab. Oberrabbiner Dr. Güdemann widinete dem Berelvigtell einen ivarinempfundeneli Nachruf, in ivelchent er die Eharaltereigeli!schaften des Versterbe neu volle Würdigung zollte und die treue, hingebnngsvolle und zärtliche Liebe der Gattin Und der Kinder besonders hervvrhvb. Die kautvrale Funktion vollzog der erste .Kantor Herr Schleifer in würdiger Weise. Preß bürg. tP rote st >v e r> da ni m l it u g.) Sonntag den 8. d. Nt. fand im Etablissement ,>Bethvne" eine von mehr als tanfend Personell besüchte Proiestoersamlnlnlljh gegen die jüngstell Indeninetzeleien in Rußland statt. Znnl Präsidenten der Bersainnrinng, all ivelcher sich alle Kreise der Intelligenz beteiligten, wurde Prilnarius Dr. Iatob Fischer altlamiert. Als Redrier fungierten der 'Abgeordnete des Preßburger 1. Wahlkreises Otto Szillai, welcher sagte, das; das Vorgehen, welches in Rußland gegen die Iudenschaft befolgt -wird, weder vom Standpunkte der Hllinanitült, noch jcirem der Menschenrechte, noch in politischer Hinsicht gebilligt werden könne. Der zweite Redner Georg u. Lchulpe sagte, er müsse als Sohn Ungarns, dcsseu Genius stets das Banner der Nächstenliebe lind der Gleichheit aller vor dem Gesetze hvchhtelt, sowie auch als Soziakpoli- Mer gegen jellen VerliichtnngSkrieg prvtestierell, welcher in Rußland gegen die Indenschaft geführt wird. tEljenrilse und Applaus.) Sodann verlas Buchhändler Sl.rulin. Lteiuer eilte e^ckIittern'de StiiM des rU'Mchen Schriststellers Ossyp Duuow unter dein Titel „Pogroin", rvvra>ns sich der Abgeordnete voll Fülek Tn. Marzell Iauli!r>vi!eS-, welcher in Preßburg seinen ständigen Wohnsitz hat, zum Worte uieldete. IankvvieS ist ein Neffe Kossuths irild gehört der jüngeren Garde des nngariischerr Abgevrdrietenhanises an. Er verfügt über enor hinreißende Rednergabe irrnd sprach auch diesmal äußerst iwirtnngsvoll. Ter Ged^anhengang 'seiner Rede' war: Es gibt ans der W>elt verschieden'e 'Nationeil, Nassen und Kvnsessivnen, und es ist weise von der .Vorsehung eingerichtet, daß deul so ist, denn ans der Verschiedenhe'it der M!enschen entspringt der veredelnde, den Fortschritt zlengenide Wettdewerb. Was inmrer uns Menschell aber auch scheideil möge so dürfen roiv eines niemal® vergessen, daß, wir alle Brüder sind, Kinder eines und desselben Gottes, wenn wir ihll auch vereschieden uenuen. Bon diesem Standpnn'kte verurteile er die Vorgänge in Rußland und er sei nicht nur gern hierher geeilt, tun dies offen zu beknndeir, sondern er habe auch seinen Freund, den englischen 'Journalinen Förster miigebrächt, der dlngenzenge der Greneltaten in Odessa lvar ulld dortselbst mit der Waffe in der Hand eine arme Frau aus M'örderhänden befreit hat. (Beifall.) Redner schließt sich denl Protest gegen die oerbrecherische Willkür, welche in Rußland herrscht, mn so lieber an, als es ja die Söldrierscharen dieser Despoten waren, ivelche die politische Not io n in den Stalib traten und deu ungarischen FreiheitstamPs im ÜUute erstickten. lRedner terrnt nur zwei Gofühle: die Liebe zur Menschheit und den Haß gegen die Tyranuei. Sie werden mich überall dort finden, rief er, wo es gilt, gegen eine Tyrannei zu protestieren. Es sei hoch all der Zeit, deil rnsstschen Machthabern ziignrnfen: „Bleue teiel npharsinl" (Stürmischer L'teisall.) Sodann hielt lloch der evangelische Theologie Professor Strvlnp eine schöne und gehaltvolle Rede, in 'welcher er sagte, das; jener Staat, der inordet, seine Ernstelizberechtigililg verloren habe, rovrans die vvrgolegte Protestresolntien einstiimnig angenvmiwen rvurde. Schaffa. Am Sonntag den 1. Juli rvar das Ueine Städtchen der Schauplatz einer e'rhebendell Feier. Es rvar der Tag, an dein der neue Rabbiner, Herr To. Huf;, vvn der jüdischen Bevölibernug frendigst begrüßt, seineir Einzug hielt. Bet dieser t^elegeirheit founten wir sehen, wie stark das jüdische Gefühl und das jüdische Belvusttsein in den Herzell linserer Voltsgeilvssen lebt. Ter neue Rabbilier lvllrdr als Repräsentarlt des Iilldentlmis ivie ein junger K'öliig empfangeil'. Die Häniser ivaren beflaggt, die Ingeiid festlich. gekleidet, und jede Arbeit ruhte ,',u Ehren des frohen Tages. A n der letztem Älahnstativn eillpsingen einige Herren des Vorstandes Herrn Dr. Hllß und begleiteten ihn in das Hans des jüdischen Vürgernleisters, >vv letzterer ihn in seiner Ansprache herzlich beivilltonitnnele. Vor deill Hanse des Bürgerilleisterö hatte sich inzwischen die Bevölkernng des Oe rt che ns, aueö die > lichtjüdische, mrsanililiett, und im Festznge ging es nach dein- Gemei,ldeljanptplat.w, >oo die Schuljugend, vvn dchll Oberlehrer geführt, Herrn Dr. Huf; als Vorbild ulld Leiter der Jugend begrüßte. Von dort begab inan sich im den Tempel, mn die Antrittsrede des ueueu Rabbiuers zu hören. Die Erivartniigeu ivaren aus das höchste gespanut, als der juuge ßiabbiner die Kanzel bestieg. Wie stiulinungsoott lvar seine Rede! Er sprach voll seiuen Pflichte« als den-jeuigeu des geistigen Führers der Gellieiude, des Frenudes lirid Beraters in allen Zeiten und Lebeuslagen. Er fordert die Bol'ksn.nd Stainmesgenosseu seiuer Geüneinde auf, ihm zu helfen in dein Bestreben, einig miteinarlder zu sein zu>ln Wöhle der Gelneiude, znirr Wohle der!heran>v>achseuiden Jugend) er bittet sie, ihnl beizustehell in feinem Wirlen und lebendigen Schassen int Gottes-, Schilt- und Falluilienihause. Tiefbewegt folgten die Zuhörer den eiils'achell, z>n Oerzen gehrlldeil Worten des Redners. Möge es ihm beschie'deu sein, reiche Früchte in seiner Tätiglkeit zu ernten, die er wit so viel Hingabe, Liebe und Freude beginnt. Eisgesendet. L ö b l t rh c R e d a k t i >o n! Llur 8. Juli d. I. fand die Trallung des Herrn Heinrich Schöll mit Frln. Einina Wieller, beide lv>ohnl!a,st in Wien, Silmnering, im israelitischell Te'ill.pel des Vekhansvereines, 9. Ve-z., Adüllnergasse, statt. Der Vater des Brälltigams ist als Bgal- Teifillob «üb Mia!schgiach bomr. Siuruleivinger Bethansverciue mit Fixum angestellt, und der Vater der Braut, dessen Verhältliisse sich durch eine ihm zugefallene Erbschaft in günstigster W,eise geülldert halien, obivohl derselbe durch Jahre znui Gottcsdie'nste an dell Feiertagen Gratis karten vorn Vorstande erhielt, findet es gleichfalls nicht der Mühe wert, dem Silmneringer Bethansvereiil Einnahmen znwenden zu illüssrn. Ter Sillllrieringer Bethansverein, welcher einen schönen Tenrpel har itn£> dessen Vorstand in den GeneralverlsalllUllullgn gegenüber den Mitgliedern die schltvacherr Einnahmen hervvrhebt, lllöge ans dein Entgang dieser Eilinahme seine Schlüsse ziehen. Ein Vereinslnitglied. tleinrick ^eugebsuer ^-, vormals Molmir Optiker Wien,!. Sohottungasse 8, Eckhaus Schottenring, Reichhaltiges La^-er in allerbeslor und bewährtester Qualität von Rrillen, Zwickern, Opornglüsorn, Feldstechoin, Fernrohren, Thermometern, rteiss/.eugen und allen optischen Artikeln. garantiert naturechfee feinst®8=*-’ ra^Pflanzeri aus frischsrt^^^ Kokosnüsseir Groher MöbelverkanfN Preise konkurrenzlos l? Das gegenwärtige kolossale Lager mod. Möbel in allen Stilarten wird ab heute nur kurze Zeit zu sehr massigen Preisen abgegeben. 40 Schlafzimmer ..fl. 00.— bis fl. 600 40 Speisezimmer .. 20.— „ „ 800 20 Bücherkästen . 22.— „ „ 120 30 Herrenzimmer . 00.— „ , (500 25 Patentspeisetischa . 12.— „ „ 80 Echte Ledersessel. 3.— „ „ 30 70 Schreibtische. 11.- „ „ 120 Bteilige Vorzimmerkästen mit Spiegel .... »28 Engl, Divan.•.. 28.- , ,100 Ottoman, modern . .. 14.— „ B 70 14 Sulongarnituren . 38.— „ n 150 Besonders günstige GelegenHeitökäufe für Hotels, Villen und Landhäuser, Heiratsausstattungen von 150 bis 5000 fl. — Für Güte Garantie. HOFFMAMN, Wien, I. Krugerstrasse 13. Preiskurante gratis. Telephon 3006. Telephon Interurban 1527 Telephon Interurban 152? Kartonnagewaren - Fabrik mit elektrischen Betrieb Emil Biermoritz Wien, VII., Kandlgasse 32 Spezialität: Kartons aus Wellpappo für Elektriker, Wuinhändler, Glasfabriken u. für Tuben, Kartons ui. tilechkanten zum Versand von heiklen und zerbrechlichen Gegenständen, PostroJlen zu in Versand von Oeldruckbildern, Kalendern etc. Apotheker« kartonuagen, Lagerkartons aus Holz für Modewarunhäuser sowie alle in dieses Fach einschlägigen Artikel. Allo bisherigen Erzeugnisse der Tischler an Preis und Schönheit weit übertretend. Provlnzauftrüge promptest.