Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XVII (1915)
- Issue
- Heft 2 (22.1.1915)
- Date
- 1915-01-22
- Page
- Seite 13 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2425679-2425942-2425945--3094-2429655- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 2 »Neue National-Zeitnng" Seite U Von da und dort. Das Los der gaüzischen Flüchtlinge. — Der Kaiser an den Bürgermeister Dr. Weiskirchner. — Steiners Notgesetz und Weiskirchners Statistik. — Die jüdischen Mädchen dürfen alles, nur nicht arbeiten. — Die Flüchtlinge und ihre Sittenrichter. Die Feder eines Dante, der die Schrecken der Hölle in seiner unsterblichen Dichtung festhielt, würde vielleicht genügen, um erschöpfend das Elend der unglücklichen Flüchtlinge aus Qalizien und der Bukowina zu schildern, die Heimat, Hab und Gut verlassen mußten, um einem Feinde zu weichen, der, wenn es sich um Juden handelt, auch in Friedenszeiten alle Menschenrechte mit Füßen tritt. Die russische Invasion hat — natürlich — nicht die Juden allein betroffen. Aber sie, die sonst die Leiden einer Minorität zu dulden haben, sind diesmal in der erdrückten Mehrheit. Ihr Mißgeschick wollte, daß sie in der Heimat zweifach die Bestialität der Russen zu befürchten hatten: als Oesterreicher und als Juden. Aber es scheint, daß sie auch weiter auf ihrem Leidenswege alles doppelt schwer zu tragen hätten. Nicht die das Evangelium und seine Lehren schändenden Russen allein sind es, die in dem Verfolgten immer zunächst auch den — Juden erblicken. Wir empfehlen diese v Aufmerksamkeit Nummer der besonderen unserer P. T. Leser.