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Jüdische Weltrundschau · 1939-05-26 · 11 (26.5.1939) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
11 (26.5.1939)
Date
1939-05-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Ks unterwirft sich in entschiedenen Punkten den Rebellen. Diese Wendung der Dinge wird von jüdischer Seite unzweideutig und bedingungslos zurückgewiesen. Die jüdische Bevölkerung Palästinas beantwortete die neue englische Politik mit einem Nein. Sie ist entschlossen, dieser Politik Widerstand zu leisten. Eine Welle der Erregung hat die Judenheit Palästinas ergriffen. In einer nur durch wenige unliebsame Zwischenfälle gestörten Disziplin und Einigkeit brachte die palästinensische Judenheit ihren Protest und Ihre Entrüstung zum Ausdruck. Die Entrüstung ist zweifellos berechtigt. Auch ein unbeteiligter Beobachter, der die Ereignisse der letzten Jahre überblickte, müsste anerkennen, dass die Juden die Berechtigung haben, sich als ge t ä u a c h t und b etrogen zu betrachten. Denn die englischen Regierungs-Erklärungen der letzten drei Jahre, so wenig sie auch die jüdischen Wünsche und Forderungen voll erfüllten, waren in einem Punkte eindeutig: sie versicherten, dass England sich der Gewalt und dem Terror nicht beugen wird. England hat zwar seit 1922 und auch in den letzten Jahren stets betont, dass die Verpflichtungen aus dem Mandat zwei Seiten haben, dass nicht nur die Juden sondern auch die Araber Rechte an Palästina haben und ein Ausgleich gefunden werden soll, aber zugleich haben alle englischen Regierungen sich zu den Prinzipien der Balfour-Deklaration bekannt. Was immer dies bedeutet haben mag (und in der Auslegung ging man manchmal auseinander) — eines war klar: dass eine Unterwerfung der Juden unter arabische Herrschaft; uicht gemeint war. Noch in seiner Unterhaus-Rede' vom 24. November 1938 (und am 22. Mai 1939 wieder!) erklärt« Kolonialministcr MacDonald unmissverständlieh: Keine Unterwerfung de» einen Volke* unter die Mehrheltsherrschaft de» anderen — da* war das anerkannte Prinzip. Und gerade weil die Verwirklichung dieses Prinzips etwas Ausserordentliches war und hohe Staatskunst erforderte, gelangte man zu kühnen Projekten. So erschien als ein Ausweg aus den Schwierigkeiten der von der Pee!-KommiH-«!on vorgeschlagene Teilungsplan. Ine Regierung hat im Juli 1937 diesen Plan akzeptiert. Trotz dieser Festlegung auf einen bestimmten politischen Kurs, den die Juden, obwohl er ihnen grosso Opfer auferlegte, mitzumachen bereit waren, hat sie später den Plan fallen gelassen, weil die Araber nicht damit einverstanden waren. Jeder Versuch einT positiven Kooperation wurd'* zu Fal! gfhnicbt, Die Juden haben im Hewusstsem der Notwendigkeit der englischen und juui.-sehen Zusammenarbeit in Palästina versucht, sku den .*« i5 WH'H-ge m d.-n Kmp.re-Interessen weh ergebenden eir.. /. Bedur!nis„en so weit ab mögln h anzupassen. Diu ta^usche Am-Aurt im j**ut diese Entscheidung, bei der die Engländer ihren bisherigen Standpunkt verlassen. Sie proklamieren c-ne Politik, die rott der Unterwertung der Juden unter die: Herrschalt u>t aiabischcn Mehrheit endui v.unie. Englai..K Rechtfertigung dir neuen Politik scheint sich zu stutzen auf zwingende Notwendigkeit der Empm'-jiH"! s^in. En^hnd rfctrachtet das Weissbuch als „Fru-K-nspakt" n1'. n ein< m Qua*<:-Kntg, und m einem Frieden muss man sich oft harten Bedingungen; fügen, selbst wenn di r Knejr < w>»> tm Setzten Juhr Europa'-Politik) gar nicht stattfand. D.ts NaLonalhcuxi der Juden soll eiu Opfer sein, wie die anderer Volker, um 8cklimm»rrv abzuwenden. Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, ] In all den erregten Kämpfen, die im Zusammenhang j mit dem Weissbuca einsetzen werden und schon eingesetzt haben, muss doch der Versuch einer nüchternen \ Analyse der Lage gemacht werden. Jede jüdische Gegßjerschaft wird unfruchtbar sein, wenn sie nicht den Gei j :{ebenheiten Rechnung tränt und verbunden int mit j konstruktiven Vorschlägen, die einen Aus- {weg aus den Schwierigkeiten weisen. In einer Situation I wie der gegenwärtigen geht es nicht an. sich auf eine I jnegative Haltung zu beschränken. Die Schwierigkeit ( liegt ja, wie der Peel Bericht hervorhebt, darin, dass; beide an Palästina beteiligten Parteien nur einseitig, ihre Forderungen vertreten, ohne Berücksichtigung der Tatsache, dass auch die andere Seite berechtigte In-; teressen in Palästina hat. Ein Plan, der nicht » 1 i e die«*. Interessen berücksichtigt, kann Augenblickserfolge | bringen, aber auf lange Sicht keine Aussicht auf Ani nähme und Durchführung haben. Aus diesem Grunde; ist schon vor 18 Jahren in der zionistischen Bewegung j die Idee aufgetaucht, den palästinensischen Staat mit j Willen und Mitarbeit der Juden zu einem „binationalen" Gemeinwesen zu machen, in welchem, wie es in der Resolution des 12. Zionistenkongresses heisst, „jedem der beiden Völker eine ungestörte Entwicklung gesichert ist." Der Peel-Plan wollte dem Problem, b e i d e Völker teilweise zufriedenzustellen, durch eine buchstäbliche materielle Teilung des Landes bei kommen. Die Regierung ist später zu der Forderung zurückgekehrt den palästinensischen Staat auf Grund einer arabisch jüdischen Verständigung aufzubauen. Diese Verständigung ist leider, wie wir glauben, nicht ernst genug versucht worden. Sie ist daher nicht gelungen, und nun .proklamiert England ein« Politik, die die Liquidation der bisherigen Grundlagen der Palästina-Politik bedeutet. Das ist von allen Wegen der schlechteste. cAm >om ^*%lu*lt: IHe judUhr Keitküon atir <I»h Wd**ljurh AiMMhrlUh* fferfehf* Uber «He Prolet-Kuhdgebunteen In Palästina Her Test d«*H Wel*sl»uelM> Juden und Kn£i}i1udrr Im Urwald Itrasriieiu (Itrrhh aus Parumu JüdiM-hr> Künstler in Palä*tiim und ViihIuiiu Die Ausländer für Frankreich Zwan*4«*«|iiarl|ere fiir .Inden In IfeiiKrhliuu! liacine und der AniiscfidtisituiH Will man auf den Text des Wetssbuches eingehen, so ist zunächst eine Grundtatsache hervorzuheben, gegen die sich stärker als alle Einzelheiten der jüdische Protest wenden muss. Das Weissbueh anerkennt zwar die Verpflichtung Palästinas, einen Beitrag zum jüdischen Flüchtlingsproblem zu leisten, aber es ignoriert vollntindig die Ideelle und hi«tori«che Verbundenheit PaläKtlna* mit dein jüdl* hen Volk ab* »clchem. Niemals war von den Juden Palästina nur als eine Heimstätte für die dort wohnenden Juden gedacht. Vielmehr sollte das Jüdische Nationalheim eine prinzipielle Lösung der die Welt beunruhigenden Judenfrage bringen, die nicht identisch Ist mit der Flüchtlingsfrage und auch nicht mit den ProbU men der pntüstinenHisc.hen Juden. Als Ausdruck dieser Beziehung Palästinas zum jüdischen Volk als Ganzem war Im Artikel t de« Mandates die Jewish Aguncy als eine Vertretung de« jüdischen Volkes in der ganzen Welt anerkannt, die in allen das Nalionaiheim betreffenden Angelegenheiten mit der Mandats-Regierung zufiammenarbeiten soll. Im Weissbueh 1939, das eine Beendigung de« Mandaten ins Auge fasst, ist von der zukünftigen Form d< r Vertretung dieser im Mandat der lewish Agettey anvertrauten Interessen mit keinem Wort die Rede. Ja noch mehr: In S 10 P. 8 wird ausgesprochen, dass für den Fall der Verlängerung der Übergangszeit England mit den Vertretern der Bevölkerung Palästinas, mit dem Völkcrbundsrat und mit den benachbarten arabischen Staaten verhandein wird; hier erhalten die „benachbarten arabischen Staaten" einen offiziellen Status bei der Festsetzung der künftigen Verfassung Palästinas, während das j ü d I c h e Volk unerwähnt bleibt. Mit einer »okrheit Formulierung wird sich kein an Palästina lnter<^i«*lert#r Jud« abfinden. Für alle Juden, auch für diejenigen, die einen Ausgleich der judischen und arabischen k'.-ehte angestrebt haben, war es immer eindeutig klar, dass jüdische und arabische Interessen an diesem kleinen Land Paliistina nicht die gleiche Qualität haben. Die hier lebenden Ära« S her haben ein Ücimatsrccht im Lande, aber xUh .-uablHih« Volk als Ganzes, das seine Heiligen Stätten In Mekka , hat. und bei dem es keine Wanderungsnot giM, Ixcsitzt i keine legitimen Interessen in bezug auf Palästina, wäh« j rend das jüdische Volk als G a n z e h der Träger de« l Gedankens de« Jüdischen National heims ist.; sogar in dem! Churchill-Weisabuch von 1922, das seinerzeit schon als eine Verwässerung des ursprunglichen Gedankens der i Balfour Deklaration angesehen wurde, wird dieser Status des jüdischen Volke« anerkannt. Das Ausseheiden IH$ Ü*mQ*»tr%tkm im Ht*4i*m Ttl-Aiiv mm Jt. Mml Im Hinttrgrunt 4*9 Lord R*m4\*j MU ktri-itatnw* rk am Jttrkmk IVoto timikindj

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