Mannheim
Compact Memory

Jüdische Weltrundschau · 1939-04-28 · 7 (28.4.1939) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
7 (28.4.1939)
Date
1939-04-28
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2424658-2424659-2424665--089-2424821
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 7, 28. IV. 1939 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Sdte U In den Sprechstunden der HOG KINK iU'.POKTACK i'WV.W DIK SOZI W.KS miiKf,Kisrr\(;KN in Palästina Die Tätigkeit der „Hitachduth Oloj GermanU gung der Einwandet reich in Palästina, nbg Palästina Gegenstand dererkrefsen. Je nach (Verein iichlaml und Oesterr-zi H O G. oder ÜOGOA! iflt in Unterhaltungen In aiien Elnwan- ^____.__________ _....._.. imperament und i-urh nach der Schlcksal»ge.';taJtung de» einzelnen kann man da die verschiedensten Urteile hören Von den Ausdrücken de« höchsten Lobes bis zur striktesten Verneinung der Arbeltscrfolge der H.O.G. «ind alle Schattierungen von Ansichten vertreten Deshalb und besonders auch darum, well In den weitesten Kreisen üuu! darüber hinauf» in der jüdischen Öffentlichkeit überhaupt) ein wirkliches Bild von der universalen Arbeit der H.O.G. kaum angetroffen wird und well notwendig J>t. das» einmal die auf den verschiedensten Leben*- gebieten wirklich «egenarelche Tätigkeit atier Abteilungen dieser Organisation bekannt werden mit«, ist die«« Reportage unternommen worden die in ganz objektiver und unbeeinflußter Art die Dinge. Beratungen und Hilfeleistungen to «chlldem «oll, wie wie dem Teilnehmer an solchen Bcratungasltzungen «ich darstellen. Kaleidoskopartig wickeln »ich In einer solchen Sprech- »tunde die Bilder und damit die Schicksale ail der Eimvandertr ab, die man mit Ihren Wünschen. Sorgen und Nöten zur IIO.G. kommen, von der jeder Besucher erwartet, das« nie ihm bis 7.Um letzten gunstum Resultat helfend zur Seite steht Da tritt in dw. VAravaar ein Einwanderer, der von seiner Ausreise einen Haustausch unternommen hat und nunmehr wissen will, ob und wie dieser Tausch noch möglich ist und welche Schritte er tun musj, um tur Vollendung de» Geschäftes zu gelangen. Es mu«s ihm bedeutet werden, das» in der verhalüiismäjsig einfachen Form, wie die Dinge begonnen wurden, heute vin solcher Tausch nicht mehr möglich hit. Kur wenn ein, «rüderer Devisenbetrag \-on hier hnch'Deutschland uiiigez-hif. wird, ist Auasicht auf die Genehr.Utfimk' «,iiU „o.-euj» Tau-rhes vorhanden. Aber diese Au.vui^ht ist n.i'.jrüvh ivin theoretisch zu nehmen. Denn wer wird die Möglichkeit haben, von hier aus eine solche Summe nach Deutschland zu übersenden oder den Wunsch hegen, ein •©Iches Geschäft .auf diese Weise zu vollenden? In Vertretung ihres Mannes, eines Schwcrkriegnbeschädigten, erscheint eine Frau, die gemahnt wird,! (51-- LP. Schulgeld' für das verflossene Schuljahr zu bezahlen, wozu sie nicht imstande ist. Die Haavara hat die Be-! «.ihlung aus dem Spitzenbetrage, der dem Ehepaar noch zur| Verfügung steht, abgelehnt und dazu kommt, dass der Hau*-' Wirt, bef dem das Ehepaar wohnt, die leider jetzt so oft bo-i gingen« unerhörte Nötigung der Tdl-Aviver Hauswirte begeht, da« er die Vorauszahlung einer Jahresmiete In barem Oelde von dem Ehepaar verlangt. Hier wird die HOG nach twel Seiten hin helfend eingreifen: sich mit der Haavara In Verbindung setzen und auch bei dem erpresserischen Hauswirt ZU intervenieren versuchen. Ein strammer Sechzigjähriger betritt das Sprech* —--•---——-L- 5 zimmer. Ihm sieht man e» an, dass er gesundheitlich auf der! Ist eine schriftlich« H e i r » t möglich? Mit dieser flehe steht, was auch durch seine Erzählung bestätigt wird.! Frage betritt ein weiterer Besucher das Sprechzimmer. Er Trotzdem er den sofortigen Anspruch auf £ IM000.- hat, da er { mochte gern, da»* seine Schwester, die noch In Deutschland , 2U denjenigen gehört, die in Wien bei der Kuttusgemeinde j lebt, auf diese \V< ise Ihren Verlobten hrlraten kann ) M 000 HM. ein zahlten und dafür den sofortigen Transfer von und mus.« nun zu seiner Betrübnis hören. d.iss für £P. 1000.- erlangten, arbeitet er Im Katif <Qrang$npflücken)! deutsche Staatsangehörige diese Möglichkeit leider nicht be-! und fühlt sich, wie er treuherzig versichert, bei dieser kfirper* j atehr. Nach palästinensischem Hecht darf ein» Heirat durch j liehen Arbeit sehr wohl. Er ist nur hereingekommen, um fest-! Unterschrift vollzogen werden, ohne dass der zweite Kontrüheni i zustellen, weshalb die dritte Rate seiner 1P. 1000.- noch nicht j pcnmnHrh bei der Trauung dabei Ist. Nach deutschen; R«««ht; an um gezahlt wurde, und geht zufrieden mit der Versicherung aber müssen beide vor dem Standesbeamten erscheinen und; wieder ab, dass die Schecks bereits von Jerusalem hör unter-: ihre Unterschrift leisten. Natürlich muss auch bei der Trauung j weg» sind. j nach palästinensischem Recht die Gewissheit eines länger I Ein junge* Ehepaar. Sic waren Im Jahre 1937 hier, hatten; bestehenden Verlöbnisses vorhanden sein, um ein Zertifikat j damals noch viel Geld und haben sich eine Siedlung ausj zu erhalten, i gesucht und einen Vorvertrag abgeschlossen und sind dann, D«r nächste Kall erscheint besonders ausHiehtslos und rast 1 wieder nach Deutschland zurückgereist. Jetzt sind sie glück-; tragisch. Da Ist eine Familie eingewandert auf das Kapifa- | lieh wieder hier angelangt, natürlich ohne die grossen Mittel, Üstca-Zertifikat und hat nun gehofft, mit Hilfe der 1000 Pfund, j die ihnen damals noch zur Verfügung standen, und haben nunj die sie glaubte, zur Verfügung zu haben. «Ich eine sicher« j durch Prüfungen feststellen lassen, dass sie von den» Ertrag' Exiateiu aufbauen zu können. Plötzlich kommt eine knappe i dieser Siedlung Ihren Lebensunterhalt nicht werden .beatreiten : Mitteilung der Bank, bei der der Gegenwert für die 1000 Pfund können Sie wollen also aus dem Vertrag heraus, um etwa*) deponiert ist, dass da» Vermögen des Transferenten In Deutschanderes mit dem Geld. «Jan ihnen gebtieben Ist, anfangen zu html beschlagnahmt worden sei. Der Fragesteller \vci.<ci weder können. Sie wollen nicht, wie sie erklären, mit Schulden aneinen Rat noch, weshalb gerade er von diesem VerhilngnJi fangen. Der liebenswürdige und mit allen menschlichen Noten vertraute Berater der HOG wird auch Ihnen helfend und ausgleichend zur Seite stehen. Die -T uid e n v e r m ö g e n s a b g ab e vom November IM* ist ein stark gefragter Auskunftspunkt. Eine Familie Ist seit Juni 103S palästinensisch« Staatsangehörige und fragt, ob auch sie abgabepflichtig Ist, Sie hat noch 12 000 RM. In Deutschland auf .Sperrkonto, die sie für Urterstlltzungszwecke an verarmte heimgesucht worden i*t. Weder hat er sich Irgend etwas zuschulden kommen 1 aasen, noch war er Je vorgehidcn oder hat sonnt Irgend etwas getan, was diese Beschlagnahme irgendwie rechtfertigen konnte. Da ist natürlich guter Rat teuer. Gegen Entscheidungen der Gestapo gibt es ja. wie man weim, überhaupt, keine Einspruehsmüglichkelt, und es bleibt mir der Rat Übrig, »ich an die betreffende Stelle In Deutschland zu wenden, mit der Bitte um Auskunft, weshalb die Beschlag- Verwandte dringend benötigt, und will natürlich die Abgabe; nahm« erfolgt Ist. Aber mit sehr tröstlichen Au.» r-htei möglichst nicht bezahlen. Die Frage ist »trittig und zum Teil von der Entscheidung der deutschen Behörde abhängig. Wenn nach Recht geurtc'.tt würde, dann hätte diese FnmlHe die Abgabe nicht mehr zu bezahlen und sie erhalt den Rat, unter Beifügung der photokoplertcn und beglaubigten Urkunden eine erfolgreiche Erledigung oder überhaupt eine Beantwortung kann die Auskunftsjitelle ihn leider nicht entlassen. Ein eigenartiger Fall kommt nun: Der Klient mochte seinen Vater anfordern, aber nicht seine Stiefmutter, ferner' möchte er seine Schwiegermutter anfordern, aber nicht den über Ihre palästinensische Staatsangehörigkeit an das deutsche} stlcf Schwlegervater. Was Ist da zu tun? Da diese elgen- Finanzamt das Gesuch zu richten, die Zahlungspflirht niederj artigen Familienverhältnisse aber dl»» Elrtwandenjngr.behÖrdan «uschlagon.; durchaus nicht Interessieren, so bleibt eben nicht* änderet Ein besonders viel gefragtes Auskunftsgebiet ist die An-j übrig, als dass er Vater und Schwiegermutter anfordert und forderung von noch In Deutschland lebenden Verwandten, die entweder im Konzentrationslager gefangen gehalten werden oder wwMler in Freiheit sind. Da hat ein Verwandter, nachdem er von der Gestapo aus Buchenwald entlassen war. die Auflage bekommen, bis zu einem bestimmten Datum das Land verlassen zu haben oder er muss mit der Möglichkeit rechnen, wieder in die Hölle des Konzentrationslagern zurückg« den beiderseitigen Eltern Uberltisst. sieh innerhalb ihrer Familien auseinanderzusetzen. Ein gelähmter, sich an zwei Knicken im;!.';.;;,; f.-,. .!,«wogender Mann, betritt das Sprechzimmer, Gebürtiger Pole, il,er in Deutschland naturalisiert war und ausgewiesen ■ wurde, ist er unter vielen Mühseligkeiten hierhergekommen,, ohne sein» hafte in Deutschland auch nur einUrermnssen erledigen zu zu werden. Der hier lebende Schwager wtil ihm* natürlich un-j können. Die Ehefrau, nacht« au« dem Bett geschleppt, und bedingt helfen und soll nun bei der Jewlsh Agency den Antrag; zwangsweise an die polnische Grenze transportiert, hat jetzt stelloi, dem Bedrohten die Möglichkeit zu geben, In dem Lager i die Erlaubnis bekommen, Ihre und Ihres Mannes Angelegenin England die Wartezeit verbringen zu können, bis das schon gewährte Affidavit nach Amerika Gültigkeit bekommt. Nun ist für einen solchen Aufenthalt in dem englischen Lagerdie Summe von 120....... bi.s 300.-- £' entweder durch Bankgarantie, Depot oder das Gutsagen eines englischen Bürgers sicherzustellen. Jetzt ist das brennende Problem, woher man dieses Geld nehmen soll. Es werden alle Möglichkeiten, auch die der Verwendung von Sperrmark, besprochen und der Fragehelten in Deutschland zu liquidieren, und durfte v.u diesem Zweck wieder elno begrenzte kurze Zeit zurückkehren. Nun soll der Mann hier eine vom deutschen Konr.u! b. „kuibigta Generalvollmacht einschicken, die .".her *<mr ei!ii;- v.c:n:n Kur%p der Zelt erledigt sein mus*. Eine solche Bestätigung kostet 00 Piaster, die der Mann, <ler von Verwandten unterhalten wird, nicht besitzt. Da wird nun die H.O.O. »Ich mit einer Bitte an das Könsiriat wenden, um ihm die ganz« oder einen tellrr wird nach den Ratschlägen und Vorschlägen sicherlich j Teil der Gebühr zu erlassen und dafür sorgen, da.s*- der Pas» einen Weg finden,' um den Gefährdete:? aus Deutschland herdes Manne«, der »ich z.Zt. bei einer englischen Behörde beauszubringen. j findet, In kürzester Frist vorhanden ist. Ernst Schimon Teltsch Eva Teltsch geb. nihk'sfu.imcr Vermählte Httif*, April 1939 flar Tlacarmtl e'rvi i"K ,nvn r Nach über dreijähriger Tätigkeit bei der IIA WAR A LTD. habe ich mich als TR ANSI KR-BKR AT KR V. TRUSTEE niedergelassen Ä. WEKXER früher RwhUanualt beim Landgericht Regensburg. TEL-AVI V, Allenby Rd. 106 — Telephon 36« U ENGLAND Suche f.;n. Freund, jg. Industrieller in g. Pos., vtrm., geUilü., muri;!*. , -s.-hr gute reprasent. Erschein., erste Farn., 34 Jahre, eine entapr. Ehegattin, lirlaie von Fit und. od. Verw. un Chiffre CIL IM, J.W.K. Jfcru'.:s .'.o!!.. P.O.B 689. BILANZ Prüfungen, / HANS TRAUR Rentabilität!- / Rttcherre«1»or b s r e c h n u n g e n.y TKL-AVIV \U, Bca Jehuda Rd. Telephon SlOl GRÖSSTE EÜR0P. U. ÜBERSEEHEIRATEN n\\Af\V EDITH GQETSCHEL« ENGELMA9IN Paris ia«: Rue Weber 3 Luxem : Postfach 531 und überall best, vertr. EINHEIRAT Suche für meine Nichte, schöne» intell. Mädchen, Gatten im Alter b. zu 40 J. Gesucht wird tücht. Intcll. Kaufm. zw. Elniieirat in gutgeh. Spezialgeschäft. Diskret, geg. u. verlangt. An« u. Chiffre; H. V. 333 J.W.R Jerusalem POB 6S» iESTELLSCHEIN An die JÜDISCH! WUT-RUNDSCHAU JIRUSAUM P. O. •. 6R9 Hierdurch b*»UU« ich die JUdiache Welt-Rundschau für die Dauer l Jahrea / | Jahre« / | Jahre« Nichtgewünschtes bitte durchzustreichen) Den Betrag von.......... .........überweise ich gleichr-'itig per Scheck — Internationale Post-Anweisucg (Poatal Order) — durch die Bank........................... zahle ich auf Ihr Postacheck-Konto................... überweise ich heute an Die Jüd. Helt-KundHchau wird in 60 IJiNDERN ffeleuen W ALTE II SAMUEL KAPITALS AN LAG KN IN PALASTINA Werfpapicre Hypotheken lläuuer T R A f.* S V .E R TR E U H A E N1J E l i i SC HB ERLEDIGUNGEN UND VERWALTUNGEN r o.b. im TEI^AVIV. Lili'iiib!u:-s .101 llriK»! t,»*hkn4»r A. O . t*rUn) Mi4trur.9Caks*4*i 5A2 <rn»k««n8 « •« h «f 11« »• •« 4, p.I*a<«< Ut.i. «tfin|i*iwtUii«|** Holdin (}g«i«||ic ha ImI»»««(.»«*i 0«lucM»n BEZI GSPREISE d. JÜDISCHEN WELT-RLN USCHA V: Jährt. Halb). Viertel}. Mintek*. (ir<M»-Brit«*Ue«, Brtt.; Empire o akaodioav. I Länder (ab); l. S. A., Canada und I-at<;n-Amerika ($) Unterschrift: .......... (Bitte sehr dtvtlicMt Genaue Adresse:......... (Ort/lMU/Sttmtt/Ut > Holland Schweix Frankreich B*l£ien UtlUm\ Jus;oftlaiiea [Polen SI «Karn i Kunaünien (hR) (Frcsi) (Er.) (Fr.) (LaO (Düi.) (ZJ ) (Pengä) (f-el) 15/- ... «/- 4/- ~/5 4.— 2.20 1.10 0.10 G.5G 3.5C 1.Ä0 0.20 15. - 8.— 4.— 0.40 120.— 70.— 35.- 3.50 100.— 60.— 30.— 3.- 18.— 10.— 5.— 0.5v 180.— 100.— 50.™ 5.— 21.— IL¬ 5.50 0.50 18.— IO.— 5,— — .50 500,— m— 140.— 15.— { für alle, nmlertm t^n Ur der G«9*me*rt 4e* engl. Bäzufixptei*** ^mw/h'\\\x%^ ■r»a n'üTBt wipr, nrzwnnt minn LANDWIRTSCHAFTLICH« UND VORSTAEDTIfJCHL .SIEDLUNGEN AUF PRIVATBODEN UND BODEN DES KEREN KAJEMBTH LEJISRAEL f 11 f VF. W i KT.S» 'i i A}'i-, S Ai I'* Pi.iV AT- BODEN UND RODEN DES KEREN KA- JEMtrill LEJISRAEL IN NAECHSTER NAEIfE VON HAIFA UND TKL-AVIV. VOKUEREITUNG VON SiLuLUNGfl- STELLEN i'X'Eli KUENFTIGB EIN« WANDERER. RASSCO RASSCO Tü Am. AHtnfff M. 96, P.O.B, KfW,?km m M*lth, JfW Agency Bi<Jf, P.O B. Iii*. Tci 10*1

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.