Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 3 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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240 Notizen. Vorgerücktem Alter war, also entweder unter Hadrian oder Trajan, und Letzterer paßt allerdings auch zur Erzählung, denn auch er wird öfter im Talmud speciell der Judenfeind genannt. Was die Deutung des Wortes חלילא betrifft, so wird sie das קנלכיא immer mit einer Schwierigkeit belästigen; auch Aschenthurm und Brennofen kann man nicht mit ״hohl" bezeichnen. En Jacob liest חלולא, aber man hüte sich vor der Spitzfindigkeit, das Wort aus einer Corruption von לולא ,לול entstanden zu glauben, und als eine Uebersetzung von 869.19.6 zu nehmen, wohl aber ist zu vermuthen, daß das letztere Wort (86919,6) geradezu durch חלילא oder דזלולא von dem Abschreiber, nicht vom Uebersetzer auf uns gekommen ist. Daß die Erzählung ursprünglich aus lateinischer Schrift oder Zunge in jüdische Kreise geflossen, ist klar 1). Ob die Stellen Jerusch. Sota IX, 12 und Tosiphta Sota XV unter dem Worte קבלין ebenfalls auf die 06M0M96 zielen, bietet sich vielleicht bald anderswo eine Gelegenheit zu sprechen 2). Ueber die Persönlichkeit des קמיע בר שלום darf schwerlich eine nachweisliche Auskunft erwartet werden, vollends da offenbar ein Theil der Erzählung nur fromme Schmuckarbeit ist. In dem Legendenpaar hier und Me-ila 17 sind er und ראובן בן אי^טרובלי Doppelgänger, und wir werden in Nr. II wohl noch auf ihn zurückkommen. Sein Name ist aus dem Lateinischen übersetzt. Vielleicht ist ihm dieser von dem ׳1§״a66u1u8" Hadrian selber zum Spotte wegen der Beschneidung gegeben worden, etwa Caesus oder Curtus Barsolyma der beschnittene Jude, anspielend auf das horazische ckuäa6u8 Apella. Sicher ist, daß der Name קטיע sich auf die Beschneidung bezieht, nicht auf das נללכותא קטיעא. In der andern Erzählung, wo der Proselyt nicht in den Händen der Römer untergegangen, sondern entkommen ist, hat er passend den rein jüdischen Namen ראובן. 1) Auch die von Plinius gebrauchte Form Gemonii gradus scheint sich abgekürzt im Talmud (Sabbat 32) in dem כמי עחרעלהך לגרדום zu finden, wo das Hauptwort קמוס־א längst verloren und unbekannt war. Aruch nimmt es von der Gerichtstreppe, aber Musaphia denkt mit Recht an einen Richtplatz, er scheint ater' in seiner laconischen Sprache an den Tarpejischen Felsen, nicht an die Gemonii zu denken. 2) S. Perles, Etymolog. Studien Seite 91.