Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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176 UmschM. wozu die Synodal-Commission beauftragt ist, sondern für sämmtliche Staaten Europas und Amerikas; für Asien und Afrika müssen wir schon noch lange auf solche geordnete Auskünfte derzichten. 5. Mai 1873. 13. Zeller über Moses Mendelssohn. (Geschichte der deutschen Philosophie seit Leibniz. S- 333 f.) ״Mendelssohn war aber freilich auch eine Persönlichkeit, welche die schönsten und besten Züge der Zeitbildung in seltener Reinheit an sich trug und von den Schwächen derselben, zwar nicht in ihrem Denken, aber doch in ihrer Gefühlsweise und ihrem Wollen, fast gänzlich frei war. In seiner uneigennützigen Liebe zum Guten, seiner großartigen Bedürfnißlosigkeit, seiner philosophischen Gelassenheit und seiner frommen Ergebung in den Weltlauf ist er einem Sokrates oder Spinoza zu vergleichen; mit dem ersteren theilte er auch die gewinnende Menschenfreundlichkeit im Verkehr, welche durch eine milde Ironie und einen schlagfertigen Witz, das Erbtheil seines Stammes, gewürzt war. Die Eitelkeit und Selbst- Überhebung, zu welcher die Aufklärung sonst so geneigt ist, blieb ihm fremd; und so frei er im Geiste derselben allen Vorurtheilen entgegentritt, so entschieden er allen Besonderheiten der Nationalität und des Standes gegen die gemeinsamen Eigenschaften und Aufgaben des Menschen zurücksteht, so hat er doch seinem Volke und der Religion seiner Väter eine Anhänglichkeit bewahrt, welche Diejenigen nicht begriffen, deren Zudringlichkeit ihn, nach Lavater's Vorgang mit Läppischen Bekehrungsversuchen verfolgte. Er ist auch hierin, wie in seinem ganzen Wesen, das Vorbild von Lessing's Nathan, diesem Helden einer Dichtung, in welcher der Geist der deutschen Aufklärung, sein sittliches und religiöses Ideal für alle Zeiten in der höchsten Vollendung dargestellt wird?' ״Den gleichen Charakter trägt Mendelssohns schriftstellerische Thätigkeit. Es sind durchaus die Zwecke der Aufklärung und der Humanität, denen seine Feder gewidmet ist. Zur besonderen Aufgäbe machte er es sich, an der Hebung seiner damals noch unter so schwerem Druck seufzenden und in Folge davon in der Regel in geistiger und sittlicher Bildung sehr tief stehenden