Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 4 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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Johannes Pfefferkorn. 297 Wiedergeburt", und wenn auch andere Schriften, namentlich eine dom I. 1508 auch dieses als das dritte Jahr, seitdem er Christ geworden, bezeichnen und also auf 1506 Hinweisen würde, und ein Buch von 1510 dieses Jahr sogar als das siebente seiner Wiedergebürt bezeichnen will, so können wir doch mit Sicherheit 1505, das mit den ältesten und meisten Nachrichten in Einklang steht, als das Jahr seiner Taufe annehmen. Das wird auch durch die oben angeführte Urkunde des Pfalzgrafen Philipp bestätigt, indem dieser (1506) von den ״zwehen nechst verschonen jaren" spricht, in denen Pfeff. Christ geworden?) Das Geburtsjahr Pfefferkorns erfahren wir nach geschehener Sicherstellung seines Taufjahres aus einer Angabe seines Lebensalters bei seiner Taufe: Nachdem Pfefferkorn ob den XXXVI in dem Jüdischen Jrrthumb gewest, * 2 3 4) so daß er 1469 geboren ist. Bei seiner Taufe war er verheirathet und hatte Kinder; er giebt selbst an: Gott habe ihm Gnade' verliehen ״dass er selb tzehend mit weyb vnd kynden auch andern frunden durch seyn zuraytzung den Jüdischen yrthumb verlassen.^) - Ihretwegen, bemerkt er in seiner ׳letzten Schrift gegen Reuchlin, wolle er den Schimpf, den dieser ihm angethan habe, nicht auf sich sitzen lassen?) Seine Frau hieß Anna, wie aus der oben besprochenen Dachauer und Nürnberger Urkunde hervorgeht, ein Sohn von ihm Laurentius, dessen er in seiner letzten Schrift als eines magister in arti־־ bus Erwähnung thut, und der auch in spöttischer Weise in den Dunkelmännerbriefen (II, 18) vorkommt; über dessen und der anderen Kinder Schicksal sind wir aber nicht weiter unterrichtet. Was Pfefferkorn als Jude gewesen, ist nicht ganz klar, Rabbiner schwerlich, sonst hätte er sich dessen Wohl in seinen Schriften gerühmt, wie ein anderer Täufling jener Zeit, Viktor von Carben, dies niemals zu thun vergaß. In Pfefferkorns Schriften stnde ich zwei Stellen, die schließen lassen, daß er als Jude auch Wucher *) Was Pfeff. für ein Interesse daran gehabt, ״das Jahr seiner Taufe geflissentlich ungenau anzugeben", wie Grätz, Noten S. XXIII verrnuthet, dafür vermag ich auch nicht den mindesten Grund einzuseheu. 2) Zu lob vnd eer . . . dem Kaiser Maximilian ... A. 3P. 3) Zn lob vnd eer. a. a. O., eine ähnliche Stelle auch Handspiegel (1511) am Anfang. 4) Eyn mitleydliche claeg . . . gegen den vngetruwen Johan Reuchlin (1521) A 3 b.