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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 60

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 60 (sequence 66)
Language
German
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60 15 Jahre lang ein Schrecken verbreitender jüd. Raubstaat in Babylonien da mit dem Mittelpunkt Nehardea, dessen kühne Führer Anilai und Asinai1) der Partherkönig Artabanus III (—41 nach Münzen Spiegel III, 138 Anm. 2) als Unterkönige od. Satrapen von Babylonien anerkannte,1) und jüdische Könige beherrschten asiatische Königreiche.2) War es nun zu dieser Zeit die gesteigerte Bedeutung der jüdischen Bevölkerung, die sie von den Parthern als nicht verächtliche Bundesgenossen hehandelt werden Hess, so werden freundschaftliche Beziehungen zwischen ihnen und den Juden gewiss schon viel früher, seit dem Auftreten der Arsacidendynastie bestanden haben. Lag es doch in der Natur der Sache, dass der Griechenherrschaft der Seleuciden, den natürlichen Feinden des abtrünnigen Judaea und so der Juden überhaupt, unter denen das hellenische Element in Mesopotamien, wie überall das ausschlaggebende werden musste, gegenüber von den letzteren die einheimische Fürstenfamilie mit Freuden begrüsst wurden als Befreier von den verhassten Griechen.3) Möglich, dass damals schon das leitende jüdische Geschlecht, das nach Herzfeld’s Hypothese ungefähr um diese Zeit eingewandert war3) der neuen Dynastie wesentliche Dienste leistete. Sicher ist indess wohl, dass es erst nach der Tempelzerstörung zu seiner fürstlichen Stellung gelangte, In den jahrhundertelangen Kämpfen der Parther und Römer mussten die Juden ebenso entschieden auf Seite der Parther treten, der Erbfeinde des röm. Namens, wie z. Z. der Seleuciden. Waren doch diese nicht nur griechenfreundlieh, wie die Seleuciden, sondern auch die Unterjocher des hl. Landes, ja schliesslich die Zerstörer des Tempels zu Jerusalem 1J Yergl. die Namen ,אסנף (Esr- 250 ל) u. אלון (Chron. I, 4, 37) mit •חנילאי Näheres über diesen merkwürdigen jüd. Staat s. bei Jos. ant. XVIII. 9, 19—׳, Spiegel III, 137, Grätz III, 300, Ersch. u. Gruber ״Juden“ 175 A. 8 2) Izates v. Adiabene. Ueber s. Uebertritt z. Judent. (n. Gutschmidt bei Ersch. u. Gruber v. ״Gotarzes“ S. 48 ff. um 45 oder 46 n.) vergl. Spiegel III, 157, Grätz III, 332 f., Jos. ant. 20, 4, 2. 3) Vergl. Spiegel III, 103. Der tiefe Gegens. zwischen Juden- und Griechentum geht bekanntlich durch die ganze alte Zeit; Ueber Herzfeld's Hypoth. s. oben S. 58 Anm. 5.

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