Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 6 (März 1866)
- Date
- 1866-03-01
- Page
- Seite 466 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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466 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. Königthum" (S. 12) wußten die Pharisäer nichts, und wenn er daselbst behauptet, daß selbe „mit Freude und Stolz denken mochten, daß nun (zur Zeit der Zerstörung!) die Zeit beginne, von der die Propheten weissagten", also die Messiaszeit, weil das JudenLhum auf die Heidenwelt einen, allenfalls zweifelhaften, Einfluß ausübte, so zeigt dieses, wie sehr ihm die Kenntnih rabbinischer Quellen mangelt, die von einer Proselhtenmacherei der Pharisäer nichts wissen, ja einen gewissen alten Ausspruch enthalten: „Proselyten sind für Israelit böser Aussatz." Was der Verfasser (ebend.) über den Gegensatz der Sadducäer zum Priesterthum sagt, ist unwahr; Geiger's vortreffliche Forschungen hätten ihn darüber eines Bessern belehren können. Seltsam erscheint es, daß der Verfasser (S. 15) die Feindschaft der Römer gegen die Juden aus einem Religions-, und nicht, wie es in der That ist, aus einem Rassenhasse erklärt. Wäre der jüdische Staat, wenn auch alle seine Angehörigen das Christenthum angenommen hätten, nicht einem so schrecklichen Ende entgegengegangen? Bekämpften denn die Römer in den Juden ihre religiösen Gegner? Und gab es denn in Jerusalem nicht auch eine jüdische Friedenspartei, die, wenn sie auch nicht das Christenthum annahm, ja selbst später sogar die Opposition gegen das Christenthum bildete, auch durch Uebergabe der Stadt die Katastrophe hätte abwenden können? Im wesentlichen ist die Darstellung des Sachverhaltes aus den Quellen geschöpft und ausführlich; die Sprache schön und kernig, an Stellen ergreifend. Nur hätte (S. 7) die griechische Bezeichnung des'Sabbats „Kronostag" durch eine Anmerkung erklärt werden sollen, Xpövov ist, sowie das lateinische äies 8atui-ui, wahrscheinlich dem semitischen saddat entsprechend, das den siebenten Tag-, andern der Saturn, hebräischLaddatai, herrscht, bezeichnet. Das trieesiuiu Lnddata (Nor-, sat., I, 9,68) hat Ludwig Geiger in den „Jllustrirten Monatsheften" (II, 22) richtiger als der Verfasser als Neumondstag erklärt. Was den Verfasser am Schluß seiner Betrachtung bewog, seinen Zuhörern die Erscheinung des Ewigen Juden als Bild des jüdischen Volks vorzuführen, versteht sich von selbst. Ja, das jüdische Volk will nach einem Ausspruch seiner Weisen lieber zu den Unterdrückten als zu den Unterdrückern gehören; die active Rolle mag das Christenthum für sich in Anspruch nehmen; das jüdische Volk ließ sich in seinem Glauben und seinen Sitten weder durch Gewalt noch durch Milde ändern, weil diese den Geist der Liebe und der Wahrheit athmen. Es kann seinen Standpunkt nicht so leichten Kaufs losschlagen, weil die Menschheit noch nicht den ganzen Inhalt der jüdischen Idee in sich ausgenommen hat. Ja, Israel will den Fortschritt der Menschheit, die wachsende Erleuchtung des Geistes, es erblickt noch nicht überall die Vollendung und hofft daher auf die Erlösung; der Glaube an die Zukunft ist die Burg seines Heils, die den Schatz der Weisheit und Gottesfurcht enthält. N. B. Israel, der wandernde Prophet. Predigt, gehalten am 4. und 18. Nov. 1865, von H. Hochheimer,, Rabbiner der Oheb- Jsrael-Gemeinde in Baltimore. Kl.8. 14S. Wie das Titelblatt schon sagt, liegen uns zwei Reden in eine verschmolzen vor, daher wir ihre eigentliche Form nicht kennen. In der Weise, wie sie uns vorliegt, schließt sie an 2. Kön. 4, 8 — 10 an; diese Stelle auf Israel angewendet, zeigt, was das wandernde Israel im Mittelalter und was es in der Neuzeit kennzeichnet. Das „Bett" bezeichnet das Schmerzenslager, den Sarg, d. i. Israels Stätte im Mittelalter, der „Tisch", das Familienleben wie das Gotteshaus, in denen es seinen Trost fand. Der „Stuhl" sott den Ehrensitz bezeichnen, den die Neuzeit Israel anweist und der „Leuchter" die Wissenschaft, die feine günstige Stellung herbeigeführt. In dem letzten Theil werden dem Andenken Riesfer's einige Worte gewidmet. Die Predigt enthält manche Wahrheiten und geistreiche Pointen, aber die Anwendung des Textes bleibt trotzdem gewaltsam und unstatthaft, die einzelnen Theile sind zu kurz behandelt und bei minder lebendiger Sprache zu sehr mit homiletischen Ausdeutungen versetzt. N. B. MWogWlM. Vom 20. De c. 1865 bis 20. Jan. 1866. Von vr. Alois Müller. , ^oiopsoii. 4. I^oncion, Breier, E. Der Fluch des Rabbi. Romantisches Sittengemälde aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts. 8. Wien, Last's Verlags-Expedition. Geh. 16 Ngr. Friedensbote für Israel. Herausgegeben von V. Ziethe. 4. Jahrg. Nr. 1. Gr. 4. Berlin, Wiegandr u. Grieben, 1866. Complet V3 Thlr. B.^Tauchnitz.^Geh?^' TlM^ 8. Leipzig, Israelit, der. Ein Central- Organ für das orthodoxe Judenthum. 7. Jahrg. Nr. 1. Gr. 4. Mainz, Le Noux'sche Hosbuchh. 1866. Complet 3 Thlr. Keil, C. F., und Fr. Delitzsch. Biblischer Commentar über das Alte Testament. 3. Thl. Prophetische Bücher. 1. Bd. Der Prophet Jesaia, von F. Delitzsch. Gr. 8. Leipzig, Dörffling u. Franke. Geh. 3'/z Thlr. Levh, I. Chaldäisches Wöterbuch über die Targumim und einen großen Theil des rabbinischen Schriftthums. 2. Lsg. Hoch 4. Leipzig, Baumgärtner's Buchh. 1 Thlr. Neuzeit, die. Wochenschrift für politische, religiöse und Cultur-Interessen. Rede. S. Szantv. 6. Jahrg. Nr. 1. Gr. 4. In Comm. Wien, Herzfeld u. Bauer, 1866. Pro compl. 4Vz Thlr.; halbjährlich 2'/s Thlr.; vierteljährlich 1Thlr. Payer, A. Album von Jerusalem, in 25 Ansichten aus den heiligen Ländern. l.Lsg. Qu.Fol. Wien, Typoqr.- literar-artist. Anstalt. Va Thlr. Pastell O. Palästina, Land und Volk. Dargestellt nach bib-r/chen Studien. Gr. 8. Langensalza, Greßler's Schulbuch!). Geh. 24 Ngr. RauchenbiAle, I. Betrachtungen über die Psalmen David's. I.THl. 8. Landshut, Thomann'sche Buchh. Geh. 27 Ngr.