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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-10-01 · Heft 1 (Oktober 1865) · p. Seite 1

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 1 (Oktober 1865)
Date
1865-10-01
Page
Seite 1 (sequence 6)
Language
German
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MMtnrte MomtZKeKe für die gesammten Interessen -es Iudenthums. Oktober 1865. Arnold MlMjsL Nerlilg in Mim. II. Band. I. Heft. Inhalt: Der Schlüssel. Erzählung von Eduard KnLke. — Die Vermählung Moses'. Nach einem Gemälde von Thomas Poussin. (Illustration.) — Juden und Judenthum nach der Auffassung der Schriftsteller des Alterthums. Von Ludwig Geiger. — S. H. Mosenthal. Eine Studie von Eduard Liulke. (Mit Illustrationen.) — Die Hebräerin am Webstuhl. Von A. S. (Mit Illustrationen.) — Baron James Rothschild in Paris. Von Albert Colin inParis. — Der Messiasglaube. Von vr. Rothschild, Rabbiner in Alzey. — Die verzweifelnde Hagar. Statue von Emil Gauthier. (Illustration.) — Literatur. Biblische Stoffe in der neuen deutschen Dichtung. I. Von Or.Adotf Stamm. — In Banden frei. Roman von Rahel. Von H. G. — Grün und Roth. — Bibliographie. Von Or. Alois Müller. — Blicke aus der Zeit in die Zeit. Die Juden in der Provinz Posen. Von L. A. Kaltmann. — Chronik. Zur Tagesgeschichte: Deutschland. Schweiz. —- Personalnachrichten. Nekrolog. — Gemeinde-, Cultus-, Schul- und Vereinsangelegenheiten. — Literatur, Buchhandel und Presse. — Theater und Musik. — Alterthumskunde. er Schlüssel. Erzählung von Eduard Lnlke. I. Im Cheder. Wenn inan an einem heißen Soimnertage, wo Thür und Fenster weit geöffnet waren, die rückwärtige Seite der Häuserreihe entlang — in der Sprache der Bewohner dieser Häuser „hintenaus" — ging, so konnte man schon von fern ein sonderbares Tönen vernehmen, für welches die Akustik keinen Ausdruck kennt, um es genau zu bezeichnen. Bald, schien es ein Summen, bald wieder ein eigengeartetes Singen; und doch rührte es weder von einem Bienenkorb noch von einem Conservatorium her. Wie sollte auch in diese Gasse ein Bienenkorb hineinkommen? Was verstanden ihre Bewohner von der Bienenzucht? Ein Bienenkorb ist drüben über der Brücke, auf dem freien Felde und gehört dein reichen Bauer Karatschak, und wenn inan auf „Roschhaschone" (Neujahr) Houig braucht, um ein süßes Jahr zu haben, so bekommt man solchen zu kaufen; deswegen braucht man in der Gaffe den Rummel nicht. Und ein Conservatorium? — Was ist das? Eine Anstalt, wo man singen und verschiedene Instrumente spielen lernt? Wozu sollte so etwas in unserer Gasse? Zu singen braucht nur der „Chasen" (Vorsänger) iir Schul und höchstens auch der ^Bal Tsille" (Vorbeter) iu den „Jornim noroim"*) (Bußtage). Und spielen auf der Geige oder auf der Trompete, das thun bei einer „Chaffene" (Hochzeit) die Schoßberger „Klesmorim" (Musikanten) und höchstens Auschet „Klesiner" (Musikant), wenn er „Chanukah" (Weihnachten) mit seinem .„Fiedele" von Haus zu Haus geht. Was braucht ein jüdisch Kind sonst zu singen oder Musik zu machen? Woher kam es also, jenes wunderliche auf- und abwogende Tönen, das wir nicht näher bezeichnen können? *) Eigentlich furchtbare Tage; es sind damit die beiden Neujahrstage und ganz besonders Jom Kippur, der Versöhnungstag, gemeint. Hilberg's Jllustrirte Monatshefte. II, 1. — October 1365. 1

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