Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 2 (Mai 1865)
- Date
- 1865-05-01
- Page
- Seite 177 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2417805-2417806-2417808--187-2418024- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Das synagogale Gebet. 177 welcher N. Gamliel in Jamnia veranlaßte, das fragliche Gebet zeitgemäß zu alterireu. N. Siuwn Hapetuli, welcher damals die s-ueeession dieser einführte konnte aber dem Verlangen des Patriarchen nicht entsprechen. Das Auffallende dabei erklären wir durch folgende Thatsache. Ohne Zweifel wurde das Gebet nur den Aufbau Jerusalems erst nach der Zerstörung des zweiten Tempels eingeführt; blieb das Gebet für die Verleumder und Ankläger auch in seinen: Bestand, so entstand statt eines Achtzehngebets ein Neunzehngebet. Da aber die Zahl 18 eine beliebte war, so war die Wahl nicht schwer, welchen: Gebet der Vorzug gegeben werde, ob dem Gebet gegen die Ankläger oder für den Wiederaufbau Jerusalems. Timon Hapetuli konnte sich nicht dazu verstehen:, ersteres, welches feine frühere Bedeutung verloren: hatte, durch zeitgemäße Modifieation beizubehalten und auch denn letzter:: eine Stelle anzuweifen:; er war für die Abrogirung des Gebets Welamalschinin und entsprach denn Wunsche N. Gamliel's nicht. Der Aufforderung N. Gamliel's, der durchaus gegen: die Ketzer demonstriren wollte, entsprach endlich Samuel der Kleine. Aber die Zahl 18 war doch auch ein schweres Gewicht in der Wagschale. Es ist kein Zweifel, daß man das Gebet nin r-n, das während des Tempels, da kein Sprössling David's auf den: Throne faß, an leinen: Platze war, mit der vorhergehenden Benedietion verband und ineinanderschmolz, so daß die Zahl 18 gerettet war. (S. Jeruschalmi Berachot 4, 2.) Es ist leicht erklärlich, warum Samuel eine Zeit herüach während des Vortrags bei diesen: in Rede stehenden Gebet innehielt. In: Volke mochte noch immer ein Serupel vorhanden gewesen sein, ob man auch recht daran gethan, zu Gnnsten der Litanei gegen die Saddueäer sich eine Eigenmächtigkeit mit der folgenden Benediction zu erlauben; möglich, daß Samuel selbst wieder wankend wurde und sich nicht recht zu benehmen wnßte. Später wurde wirklich abgesondert, aber auch das Gebet gegen die Ketzer nicht gestrichen; man beruhigte sich bezüglich des numerischen Verhältnisses, daß in: 29. Psalm der Name Gottes eigentlich neunzehnmal vorhanden sei, wenn inan mitzählt. iS. die ganze Stelle Berachot 28, 2.) Nr. 12. Ein Gebet für die Zadikim, die Assidäer, die Archisinagogoi und für den Nest der Soferim. Es ist dieses Gebet das gerade Widerspiel von den: vorhergehenden; auf die Zadukin: wird der Jluch, auf die Zadikim der Segen Gottes ersteht, und es ginge daraus hervor, daß Zadukim ein Spitzname, eine absicbtliche Eorruption von Zadikim war. Es werden in diesem Gebet die gefeierten Eorporationen des Volks genannt; die Neste der Soferim weisen aber auf jene Zeit hin, wo die soferische Periode vorüber war und das Synedrium und die Tanaiten an ihre Stelle traten. Nr. 13. Ein Gebet für die Nestituirung Jerusalems. Nr. 14. Ein Gebet um die Errichtung des davidischen Throns. Dieses Gebet wurde, wie schon oben bemerkt, nacb unserer Meinung, um die Zahl 18 nicht zu alterireu, mit verschmolzen, wie denn in der That heute noch in dieser letzten Benedietion des davidischen Throns gedacht wird, und nach Berachot Jerusch. 4, 3; 5k. 5). Jer. 4, 6 einst mit den Worten 2-7^^" schloß. N. Josua ben ^e:oi nennt ( Berachot Jer. 2, 31 alle Benedietionen, nur r'k nicht. Ganz dasselbe geschah in dem in: Morgengebet des Versöhnungstags, sowie nach N. Jesaias aus Train in den Kerobot für Purim, Hoschana Naba, den 17. Tanttls, den 9. Ab und den 10. Tebet. Auch in einen: Midrasch, der in den Halachas Gedolot H. Berachot den Palästinensern zugeschrieben wird und eorrumpirt Jalkut 80, 11 wiederkehrt, sind diese beiden Testlot zusammengefaßt; endlich wird (P.Korasch Tauch.) die siebzehnte Zahl für die Tefilot hervorgehoben, weil die Tefila gegen die Zadukim erst in Jamnia verfaßt ward und allerlei Modifieationen unterworfen ward. Nr. 13. Ein Gebet in: allgemeinen um Erhörung und Gewährung der Bitten. Samuel, der