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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-05-01 · Heft 2 (Mai 1865) · p. Seite 113

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 2 (Mai 1865)
Date
1865-05-01
Page
Seite 113 (sequence 9)
Language
German
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vorwiegend übertragen wurden, eher eine Herabwürdigung für die Darstellerin seien. Die Felix war zu Besserem bestimmt, als hier gleich einer Löwin in einem Blumengarten eine verfehlte Existenz zu führen. .Ihre Lehrer Saint-Äulaire und Samson brachte!: sie daher auf das Theätre Francais, wo sie der Fürsprache der Mars ihre sofortige Aufnahme zu danken hatte. Der 12. Juni 18-',8 war es, an welchen: dieser elastischen Bühne ei:: helleuchtender Stern aufging, dessen Glanz fast zwei Jahrzehnte alles andere inn sich her verdunkelte und an die höchsten Phase::, deren^dx^.dramatische Kunst fähig ist, erinnerte.. Sie debutirte als Camille in ConMle's ,.1w8 Uorness" in der bescheidmster: Weise und doch so großartig, daß sie einer: außergewöhnlichen Triumph feierte. Die Kenner waren ebenso entzückt wie das große Publikum, das, anfangs durch die keineswegs schöne Erscheinung frappirt, im Lause der Vorstellung durch das Großartige des Drgans und der Leidenschaft bingerissen wurde und das unscheinbare achtzehnjährige Mädchen anstaunte, das durch die Weihe der Kunst zu einer an Würde und Hoheit imponirenden Figur wurde. DieseVorstellnng brachte ih:R53 Francs ein, die von„Ciu:m" au: 16. Funi nur 338 Francs und die der „^nckronmgmM au:!>. Juli sogar rückt mehr als -">73 Francs, Beträge, die freilich mit den kolossaler: Summen, die ihr später zutheil wurden, in sehr grellen: Verhältnisse standen und bewiese!:, daß der für sie existirende Eifer anfangs bald wieder zu erkalte:: schien. Mar: .begann, nachdem man im ersten Eifer sie hoch erhoben, bald mit in pariser Kunstkreisen nicht seltener Launenhaftigkeit sich vor: der Anfängerin wieder abzuwenden. Wer weiß, ob es ihr so leicht geworden wäre, sich einzig mittels ihres Talentes durch die vielen Jntriguen und Angriffe durchzuarbeiten, die ihrer warteten, wem: nicht ir: diesem für ihre Carriere verhängnißvollen Treiben ein einflußreicher Kritiker sich ihrer angenommen hätte. Der damals vierunddreißigjahrige Jules Janin, dessen Feder bereits in der Journalistenwelt von Paris die tonangebende war, hatte sie am 18. August 1838 ir: den „bloruc'68" bewundert, ihre Vorzüge richtig erkannt; er hatte beschlossen, für sie mit allen Kräften in die Sckranken zu treten und sie zu dem zu machen, wofür die Muse sie bestimmt hatte. Fwei Tage später macbte ein prächtiger Artikel vor: Janin's Hand irr: „llourrml Ü68 Oöbuti-ck großes Aufsehen; er öffnete den Parisern die Augen und lehrte sie der: Sckatz würdigen, den sie besaßen. Mit der:: glänzender:, blendender: Stil, der jenseit des Rhein nöthig ist, wo es Wirkungen aus die Masse gilt, wußte Jan::: :bre Eigenschaften zu analvsiren und das Publikum für sie zu erwärmen. Dies war ein glücklicker Wendepunkt für die Rachel, und, wenn sie auck ibre Meisterschaft den: eigenen Genie zu danken hatte: ihrer: Künstlerruhm, ihre Einführung ir: die gestrenge Kritik, diese Hauptwünscke des Bülmenkünstlers, hat sie Jules Janin zu danken, welcher der Rachel die Anerkennung erwarb, daß sie es sei, die allein mit der: sckarfen Accenten und brennender: Färber: ihres dämoniscken und doch im strengsten Füget gehaltener: Vortrags d:e eingeschlafenen Geister der alter: Tra gödie Frankreichs wieder ins Leben zu rufen vermöge. Daß Rachel vor: nun an die angestaunte, ja vergötterte Königin der elastischen Tragödie blieb, ist bekannt. Ihre bedeutendsten Roller: wurden die antiker: Heldinnen eines Corneille, Racine und Voltaire.. Sie hauchte in diese Figuren einer clastiscken Zeit neues Leber: und hat so den: Classicisrnus zurr: Siege über die damals hock- Wuckernde Romantik verbolfen, ja die sen Sieg beinahe allein durckgefochten. Bald zog sie die geistvollsten Schriftsteller durch die Ursprünglichkeit ihrer Begabung an sich, unter " andern den berühmten Alfred de Muffet, ir: deffen„Oeuvres xo8tkuni68" (Paris 1864) sich eine interessante Schilderung eines Souper bei Mademoiselle Rachel findet. Muffet war ein großer Verehrer ihres Genies; er hatte sie öffentlich in Schutz genommen, als sie am

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