Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 2 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 95 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in der Steiermark. Von D. Herzog, Graz. I. H. v. Srbik hat aus Anlaß seiner sehr wertvollen Besprechung von Artur Rosenbergs „Beiträge zur Geschichte der Juden in Steiermark",1 die Meinung geäußert, wenn Rosenberg noch einige Zeit auf Materialsammlung und eine allseitigere Auswertung seiner Quellen verwendet hätte, dann könnte leicht an Stelle von Beiträgen zur Geschichte der Juden, eine Geschichte der Juden in Steiermark, zumindest für das Mittelalter, vorliegen.2 Ich glaube, Srbik konnte dies nur darum niederschreiben, weil ihm gewiß weder das, wenn auch nicht überreiche, denn vieles ist ja leider verwüstet worden, aber immerhin doch noch recht ansehnliche auf Juden sich beziehende Material bekannt gewesen ist, noch auch sich der Mühe unterzogen hat in die Vielheit der noch zu lösenden Probleme Einblick zu nehmen. Namentlich hat Srbik überschaut, daß doch Rosenberg für die innere Geschichte der Juden in der Steiermark eigentlich ein nur äußerst geringfügiges und dürres Material beigebracht hat. Mit der Darstellung der Rechts- und Wirtschaftsgeschichte aillein aber — und auf die Darstellung dieser hat Rosenberg das Schwergewicht gelegt — kann man eine Geschichte der Juden noch nicht schreiben. Es ist eben der große Irrtum der meisten Geschichtsschreiber, die sich mit den Problemen der jüdischen Geschichte beschäftigen, daß sie in den Rahmen ihrer Darlegungen stets nur die Rechts- und Wirtschaftslage der Juden in Betracht ziehen, nicht aber auch ihr reiches Innenleben und ihre Anteilnahme am geistigen Gute, in den Bereich ihrer Arbeiten einbeziehen. Daran aber kranken die meisten dieser Darstellungen, weil sie uns dadurch kaum ein objektives Bild dieser Menschen geben, wie ich dies auch an einer anderen Stelle darzulegen die Absicht habe. Meinem Empfinden nach ist die Zeit für eine erschöpfende Darstellung der Geschichte der Juden in der Steiermark solange nicht gekommen, aüs nicht neben den in den Archiven ruhenden Urkunden, auch die, wenn auch nicht reichlich fließenden, aber immerhin vorhandenen hebräischen Quellen, 95