Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 4 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 313 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bücher und Zeitschriften. V. V. Tomek: Prazske povesti a legendy. Verlag K. Koncel, Prag-KobyMsy, 1932, 205 Seiten. Preis 85 Kc. Ein ungemein interessantes Buch wird uns mit diesen schönen Erzählungen und Legenden aus dem jüdischen Prag von berufenster Feder dargeboten. Der Autor überrascht durch seinen vornehmen Standpunkt, den er schon im Vorwort mit „der Dankbarkeit und mit der tiefen liebe zu den denkwürdigen Örtlichkeiten längst vergangener Zeiten" charakterisiert. Dieses Vorwort ist ein Bekenntnis Tomeks, der sich mit diesem Buche ein dauerndes Denkmal gesetzt hat. Es gehört auch eine seltene Persönlichkeit dazu, in unseren Tagen als Katholik so frei, so wohltuend zu schreiben, wie es das Vorwort mit aller Deutlichkeit zeigt. — Wenn, wir uns nach der ergreifenden Lektüre der Vorrede in das Buch versenken, so umfängt uns sofort der Geist des alten jüdischen Prag. Diese Stadt, einer der wenigen Mittelpunkte in Mitteleuropa, wo bekanntlich ^eit jeher jüdisches Leben waltete, bietet den Rahmen für prächtige Sagen und Hegenden, deren unversiegbare Kraft noch in der Gegenwart in den Dichtern, die in Prag leben oder aus dieser einzigartigen Stadt stamtaien, fortwirkt. Wer einmal aus dieser Quelle getrunken hat, bleibt ewig jung. Obgleich das bekannte „Sippm-im" all die schönen Geschichten aus der Prager Judenstadt gesammelt hat, ist es sowohl in der ursprünglichen jüdisch-deutschen Ausgabe, wie in dem von Brandeis später verlegten deutschen Büchlein vergriffen und daher fast unbekannt. So ist es umsomehr zu begrüßen, daß sich Prof. Tomek der jahrelangen Arbeit unterzogen hat, alle die reizenden Sagen und Legenden gerade für. die tschechische Literatur eigentlich neu zu entdecken. Das Werk geleitet den Leser durch die Erzählungen aus dem Ghetto, die dieser Stadt den Stempel der Eigenartigkeit aufdrücken. Es sei hier der Inhalt wiedergegeben: Die Ankunft der Juden in Prag. — Die Altneusynagoge in Prag. — Die Kreuzfahrer und die Prager Juden. — Die Synagoge im ehemaligen Kloster der hl. Maria Magdalena. — Die Braut aus der Goldenen Gasse. — Nur vier Wbrte. — Der unglückliche Handel. — Der Leuchter*aus Jerusalem. — Die Pinkassynagoge. — Der größte Judenpogrom der Welt. — Jehuda Low ben Bezalel. — Der Golem. — Rabbi Bezalel Low und Kaiser Rudolf II. — Der hohe Rabbi Low und der Graf. — Die Kinder vom alten Judenfriedhof. — Der irrende Organist. — Raschis Grab. —> Die Maiselsynagoge. — Die Bedrückung der Juden in der Umgebung der St. Gallikirche. — Die Legende vom hl. Kreuz auf der Karlsbrücke. — Simon Abeles. — Die' Klaussyna- .goge. — Die tanzende Jüdin. — Der Weinhändler und sein Kutscher. — 313