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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-03-01 · 3 (März 1932) · p. Seite 171

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 171 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Aus dem vom Actuarius bereits vorbereiteten Protokolle, in welches bloß das Datum und einzelne Namen nachträglich beigesetzt wurden, ersehen wir, daß am 2. April 1839 im Meseritscher Judengemeindehause unter Leitung des Oberamtsmannes und in Anwesenheit des Ortsrabbiners Josef Feilbogen sowie des Vorstandes der Judengemeinde die Vornahme der Vermögensschätzung der isr. Kontribuenten zu erfolgen hatte, um auf Grundlage derselben für das Jahr 1840 „die jährlichen jüdischen Dominical- und Domestical-Auslagen unter die Famiiianten ohne alle Vorteilhaftigkeit und mit Beseitigung jeden Einverständnisses repartieren zu können." Vorerst wurde festgestellt, daß zu diesem Zwecke alle Famiiianten gehörig beschrieben, und ihnen die Vornahme dieses Aktes in der Synagoge bei öffentlicher Versammlung dreimal verlautbart, außerdem am selben Tage öffentlich in der Gasse ausgeschrien wurde. Hierauf wurden die auf Zetteln verzeichneten Namen in drei Teile geteilt, in die Klasse der reichen, der mittleren und der armen Kontribuenten, die Namen der einzelnen Klassen der Reihe nach in eine Urne geworfen, worauf die Namen der als Schätzmänner für die betreffende Klasse zu fungierenden Gemeindemitglieder gelost wurden. Nachdem jedem einzelnen Schätzmanne die Wichtigkeit seines Amtes und des abzulegenden Eides begreiflich gemacht worden war, hatte jeder von ihnen einen Eid abzulegen, in dem er bei Gott zu schwören hatte, daß er mit reiner Wahrheit, ohne Arglist, Betrug oder Verstellung, ohne Rücksicht auf Schenkung, Gabe, Neid, Haß, Feind- oder Freundschaft, Niemandem zu Lieb oder zu Leid seines Amtes walten werde; im entgegengesetzten Falle solle er ewiglich vermaledeit und verflucht sein, alle Flüche, die in der Thora geschrieben stehen, sollen über ihn und seine Kinder fallen; er solle in seinen Geschäften keinen Beistand, in seinen Nöten keine Rettung finden. — Die Eidesabiegung wurde durch die Fertigung des Protokolles bestätigt und es ist interessant, daß von den 5 Schätzleuten nur der Vertreter der armen Klasse wegen Unkenntnis der deutschen Schrift seinen Namen in hebräischen Lettern beisetzte. Nachdem alle Famiiianten und ledige Israeliten, insgesamt 201 Personen, geschätzt worden waren, wurde das Protokoll geschlos- 171

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