Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 155 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zur Geschichte der Familie Dattelzweig. Von ]. Diamant (Marienbad) and B. Glaser (Mies). Im ersten Heft des zweiten Jahrganges dieser Zeitschrift erschien ein Aufsatz von Rudolf Rosenzweig — Prag, betitelt: „Die Famiiianten von Brennporitschen (Spälene Porici), Pilsner Kreis, aus dem Jahre 1799", woselbst es unter „Stelle 25" heißt: „Dattelzweig Moises zu Rzescholan, starb 1828, — Eltern und Gattin unbekannt, — heiratete 1760, Söhne: Samuel . . ., Israel. . ., Markus geb. 1774, trat zum christlichen Glauben am 30. 5. 1832 über und erhielt den Namen Eduard. Er ließ sich in Haida nieder." Zunächst soll bemerkt werden, daß Eduaid Dattelzweig sich nicht in Haida, einer Stadt bei Böhm. Leipa, berühmt durch seine Glasfabrikation, niederließ, sondern in Haid bei Neustadtl a/K.1) Bei Durchsicht unserer seit Jahren gesammelten Aufzeichnungen und Notizen zur Geschichte und Genealogie der jüdischen Gelehrtenfamilien in Westböhmen, finden wir die Richtigkeit obiger Angaben bestätigt und seien mit Nachfolgendem nähere Aufklärungen in Bezug dieser Familie gegeben. Dattelzweig Moises, zu Rzescholan geboren, war nachmals Rabbiner in Wscherau bei Pilsen und zuletzt in gleicher Eigenschaft in Königsberg a/E., woselbst er auch beerdigt sein dürfte. Als Königsberger Rabbiner vollzog er im Jahre 1803 und auch im darauffolgenden Jahre (1804) eine Trauung in Lichtenstadt bei Karlsbad (s. Lichtenst. Trauungsmatrik Band 1.) in Abwesenheit des damals dort amtierenden Kreisrabbiners Josef Lerner und wird in der Matrik „Moises Dattelzweig, Rabbiner in Königsberg, als Trauungsfunktionär" genannt. Abfall vom Judentum kam auch in den früheren Jahrhunderten vor, in Böhmen ebenso wie in anderen Ländern; nicht selten war auch, daß Kinder frommer und gelehrter Männer dem väterlichen Glauben den Rücken kehrten und die Taufe angenommen haben. Einige solch traurige Fälle erfahren wir aus der Geschichte u. Literatur der Juden, bei Kindern selbst hervorragender Rabbiner ihrer Zeit. Doch diese betrübenden Erscheinungen — zumeist im 16., 17. 155