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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-12-01 · 2 (Dezember 1931) · p. Seite 90

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
2 (Dezember 1931)
Date
1931-12-01
Page
Seite 90 (sequence 4)
Language
German
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Bei einer Judenverfolgung in Spanien, vielleicht beim Judengemetzel im Jahre 1390, wanderte ein Mitglied dieser hochachtbaren Familie nach Böhmen aus, und siedelte sieh in Prag an. Es war ein sehr angesehener und reicher Mann. Er kaufte dort das Gut „Horowitz" unweit Prag, und wurde daher der Mann von Horowitz J^THlfi tt^K genannt. Dieser ist der Stammvater der noch heute blühenden gelehrten Familie „Horowitz". — Wachstem hat mit kritischem Scharfblicke nachgewiesen, daß die Familie „Horowitz" oder ein Teil derselben, im 16. Jahrhundert bei der Behörde in Prag, „Munk" [Munka] genannt wurde.1) /. Jesaias ben Moses Horowitz. Der erste, uns bekannte Träger des Familiennamens „Horowitz" ist Jesaias ben Moses ben Ascher (?) Horowitz. Er lebte Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts in Prag und war ein sehr reicher, angesehener, einflußreicher und wohltätiger Mann. Er besaß ein großes Haus in der Goldenen Gasse2) und scheint, selbst beim böhmischen Hof Einfluß gehabt zu haben. Auf der Gedenktafel, die zu Ehren seines Sohnes, Zalman H., auf der Westseite der Prager Pinkas-Synagoge angebracht ist, heißt es, „daß er — Zalman Horowitz — in den Fußstapfen seiner Eltern, der Fürsten und Statthalter, gewandelt hat". Diese Worte können nicht anders gedeutet werden, als daß seine Eltern — Jesaias H. und dessen Frau — bei Königen, Fürsten und Statthaltern Einfluß hatten. Jesaias H. finanzierte auch den Druck, einer Pentateuohausgabe mit Raschi-Commentar in Prag. Nach dem Drucke der ersten 2 Bücher Mosis, starb Jesaias im Jahre 1514, und da sein Sohn Zalman das Unternehmen nicht mehr finanzieren wollte, mußte der Druck der letzten 3 Bücher des Pentateuch bis zum Jahre 1517 unterbleiben, wo sie einen anderen Finanzmann fanden.3) — Seine Frau Rifka [Rebbeka], war eine Tochter des. R. Jörn Taub, vielleicht des berühmten R. Jörn Taub Lippman Mühlhausen aus Prag.4) Rifke H. ') Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland I 141—15*1. 2) a. a. O. S. 143. 3) Das Kolopihön zum Buche Exodus, der in Prag 1514—1617 erschienenen Peiitaiteuehiaiusgahe. 4) Siehe was ich über ihn, in dieser Zeitschrift I. S. 2W berichtet haite. 90

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