Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 4-5
- Article
- Ein neues Kulturinstitut für Palästina
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 2)
- Language
- German
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Institut, ausgerüstet mit solchen Mitteln und unterstützt von einer so her vorragenden Organisation, für die landwirtschaftliche Entwicklung Palästinas von allerhöchster Bedeutung werden muss. Anthropologische Untersuchungen an zentralasiatischen Juden. Die mit Unterstützung des Rudolf Virchowfonds vou Dr. S. Weißenberg nach Palästina unternommene Beise zur anthropologischen Untersuchung der dortigen Juden hat reiche Früchte getragen. Dr. Weißenberg, Mitarbeiter bekanntlich auch unserer Zeitschrift, hat ausser den Joden Palästinas auch eine Anzahl zentralasiatischer Juden untersuchen können. Es leben deren, meistens aus Buchara etwa 10Ö0 in Jerusalem, wohin sie aus schwärmerischer Liebe für ihre einstige Hauptstadt übersiedelten und wo sie blühende Geschäfte besitzen. Durch Tracht und Typus sind sie sofort kenntlich. Die Untersuchung ergab für sie Untermittelgrösse und schwankende Kopfindices, da sich unter den Gemessenen mesokephale, brachykephale und hyperbrachykephale befinden. Fast alle waren brünett, keiner blond. Also auch diese Juden zeigen keinen einheitlichen, sondern einen Mischtypus. Ihre Muttersprache ist das Persische und Persien ihr eigentliches Stammland. Seit uralter Zeit sind die Juden über Zeniralasien zerstreut, wofür ein jüdisch-persisches Handschriftenstück den Beweis liefert, welches Dr. M. A. Stein aus Ostturkestan mitbrachte und das aus dem Jahre 708 n. Chr. stammt. Sä§s§ Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Mesopotamiens. Die günstigen Erfolge, welche die Wasserregulierung des Nils durch die Staudammbauten auf die Nutzbarmachung von Ödländereien in Ägypten gehabt hat. haben die türkische Regierung veranlasst, das alte aber jetzt verödete Kulturland zwischen Euphrat und Tigris durch umfangreiche Wasserbauten dem Ackerbau zurückzuerobern und Mesopotamien einer neuen Kulturepoche ent«egenzuführen. Mit der Ausführung der Arbeiten ist der engliche Wasserbaumeister Sir William Willcocks mit 12 Ingeniearen beauftragt, der im November vor der Geographischen Gesellschaft in London in einem Tortrag über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Mesopotamiens Näheres über den Plan mitgeteilt hat. Das Studium der alten Bewässerungssysteme überzeugte Willcocks von der Notwendigkeit, zur Bewässerung des Landes nur schlammfreies Wasser zu verwenden und die Flutwasser des Euphrat zu beherrschen, wenn eine ernstliche Verbesserung des Ackerbaues möglich sein sollte. In Berücksichtigung besonders des zweiten Punktes hat Willcocks bereits einen Plan ausgearbeitet, nach dem das überschüssige Flutwasser des Euphrat in die Niederungen des alten Pison, des ersten der 4 Flüsse des Buches Genesis, abgeleitet wird. Hierdurch würde, da die durch-