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Palästina · 1910-01-01 · Heft 4-5 · p. Seite 93

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Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 4-5
Article
Die Schaffung einer naturwissenschaftlich-technischen Bibliothek in Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 93 (sequence 2)
Language
German
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Die Chemie Palästinas ist eben aus diesem Grunde sozusagen, fast gar nicht bearbeitet und die Zahlen, die wir über die Zusammensetzung vieler Mineralien haben, unzuverlässig. Die betreffenden Analysen wurden sämtlich in Europa ausgeführt, wobei viele Mineralien auf dem Wege verwetterten und Zersetzung erfahren haben. So haben wir z. B. von den vielberühmten Heilquellen von Tiberias keine Analysen und auch die altbekannten Bäder Galiläas sind nicht genügend untersucht Selbst wenn der Naturwissenschaftler sich auf ein ganz enges Gebiet beschränkt, so hat er wohl schon genug Schwierigkeiten durch das zu transportierende Laboratorium; das Hinüberschaffen der Handbücher und wissenschaftlicher Hilfsbücher macht aber dem . Forscher sein Unternehmen geradezu zur Unmöglichkeit. — Ganz anders gestaltete sich dieses, wenn man wüsste, dass man an Ort und Stelle eine gute naturwissenschaftliche Handbibliothek anträfe und man schon vor der Abreise über den Inhalt der Bibliothek orientiert wäre. — Ebenso unerlässlich ist das Vorhandensein der wichtigsten periodischen Literatur, die an dieser Zentralstelle gesammelt sein müsste, damit nicht jeder Einzelne nötig hätte; alle diese Zeitschriften zu abonnieren, respektive die alten Jahrgänge mit sich herumzuschleppen. Ganz abgesehen davon, dass solches bei dem hohen Preise dieser Zeilschriften auch schon deswegen für jeden Einzelnen fast unmöglich ist. Die Einrichtungskosten einer solchen Bibliothek sind zwar gross, doch glaube ich, dass man durch eine richtig durchgeführte Propaganda unter „Akademikern" einen grossen Teil der nötigen Werke der Bibliothek in Geschenkform verschaffen könnte. Am rührigsten müsste diese Propaganda in Deutschland sein, denn deutsche Werke sind es, die auf den Gebieten der Naturwissenschaften, Technik und Industrie an der Spitze stehen; Deutsch ist auch die Sprache, in der sich der Jude am leichtesten zurecht findet. Wenn man bedenkt, dass der Zeitpunkt gekommen ist, an dem die chemisch-technische Industrie in Palästina eingeführt werden soll, wo das Technikum gebaut wird, ein mikro-biologisches Institut errichtet werden soll, wird man einsehen, wie brennend diese Frage, jetzt ist. Bis aber eine naturwissenschaftliche Bibliothek nur einigermassen leistungsfähig ist, vergehen Jahre, und jeder Aufschub ist bei einem' solchen Unternehmen nie einzuholen. Die Vorbedingung für diese Institute, die Vorbereitung für jede Forschung im Lande selbst ist das Vorhandensein einer guten naturwissenschaftlichen Bibliothek an einem festen Platze. SSS^ Aus dem Jahresbericht des Chowewe Zion. Die letzte Generalversammlung erlegte dem Komitee die Pflicht auf Gruppen für Landankauf in Palästina ins Leben zu rufen und zu organisieren. Das Komitee ist leider nicht in der Lage, auf irgend welche konkrete 93

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