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Palästina · 1910-01-01 · Heft 3 · p. Seite 76

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Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 3
Article
Der Kampf in der ungarischen jüdischen Gemeinde in Jerusalem
Date
1910-01-01
Page
Seite 76 (sequence 2)
Language
German
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setzten Schriftstück für die alte Partei wieder ein Vertrauensvotum abzugeben- Da hat sich vor zwei oder drei Jahren unter der hiesigen ungarischen Jugend ein Verein gebildet unter dem Namen „Kehillath Jakob" mit dem höchst lobenswerten Bestreben, sich vom Chalukabrot frei zu machen und in der Nähe von Jerusalem, etwa in dem zwei Stunden entfernten wasserreichen Bittir, eine landwirtschaftliche Kolonie zu gründen. Eine höchst erfreuliche Aussicht bot sich denn auch, daß in der von der ungarischen Jugend verfolgten Richtung ein guter und kräftiger Schritt nach vorwärts getan werden konnte, indem die Hoffnung bestand, daß eine in den Händen des Herrn Rabbiners Silberstein in Waitzen sich befindliche Summe von 150.000 Kronnen (eine Zeichnung von 3000 Aktien) für den wichtigen und heilsamen Zweck der Gründung einer ungarischen landwirtschaftlichen Kolonie Verwendung finden würde. Dem „Rabbiner" Sonnenfeld ist es aber gelungen, die maßgebenden Kreise in Ungarn von diesem schönen und guten Gedanken abzubringen und mit dieser bedeutenden Summe in einer tiefen, schlechten und ungesunden Lage von Jerusalem um den hohen Preis von 7 Frcs. per Elle ein Stück Land zu kaufen, auf welchem eine neue Reihe eng aneinander gebauter, luft- und lichtleerer Chalukahäuser errichtet werden sollen, um so der Armut, der Krankheit und dem Elend neue Brutstätten und Verbreitungsherde zu schafton. („Jerusalemer Beobachter.") Wir entnehmen dem J e u n e Türe: In der jüdischen Palästina-Kolonie „Pethach Tikwah" arbeiten zweitausend, in „Rohoboth" siebenhundert, in „Rischon Lezion" zweihundert, in „Sichron Jakob" mehr als tausend Araber gegen guten Lohn. Die jüdische Seifenfabrik „Atid" kaufe bei den Arabern die Olivenabfälle, die früher gar nichts eingebracht hätten. Die Kolonie „Rischon Lezion", die vor zwanzig .Jahren keine 50 Piaster Steuern entrichtete, zahle jetzt 50.000 Frcs. an die Regierung. Die Bodenpreise daselbst seien von 5—15 Frcs. per Dunam auf 300 Frcs. gestiegen. Die Eingebornen selbst betonten bei jeder Gelegenheit, daß sie von den jüdischen Kolonisten viel gelernt und ihnen viel zu verdanken hätten. Solche Hetzartikel wie der des „Osmanischen Lloyd" — bemerkt dann der „Jeune Türe" — schädigen die Interessen des türkischen Reiches. Mau müsse endlich die unwürdige Methode der Denunziation aufgeben und es der konstitutionellen türkischen Regierung überlassen, für das Gesamtwohl dos Staates selbst Sorge zu tragen. Am Schlüsse schlägt das Blatt die Einsetzung einer besonderen Kommission zur gründlichen Prüfung aller bezüglichen Arbeitspläne der zionistischen Organisation wie der anderen jüdischen Gesellschaften vor. II SSS^ 7C

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