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Palästina · 1910-01-01 · Heft 3 · p. Seite 67

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 3
Article
Von Ghetto zu Ghetto
Date
1910-01-01
Page
Seite 67 (sequence 7)
Language
German
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maskus traf. Zu ihrer Ehre und ihrer Bequemlichkeit war alles in Bewegung und Aufregung. Es ist keine bloße Redensart, daß ihnen, die Pfade geebnet wurden; die Jaffastrasse wurde fahrbar gemacht und eine neue Chaussee nach Hebron sogar vor der kontraktlichen Zeit beendet, da sie für ihre königliche Fahrt fertig sein sollte. Der verstorbene Baron Hirsch war von dem festen Glauben durchdrungen, daß es das Los Palästinas sein werde, eines Tages den Russen in die Hände zu fallen. Das war es auch, und zwar das allein, wie er mir versicherte, was ihn dazu veranlasste, lieber Argentinien als das Heilige Land zum Schauplatz eines grossen jüdischen Ackerbaukolonisationsexperimentes za machen. SSggg Dr. L. Sofer, Wien. Fortschritte in der Malariabekämpfung (mit Bezug auf Palästina). (Schluss.) Nun hört man häufig den Einwand, dass diese Methode keine Anwendung finden könne auf die Zisternen, die für das Trinkwasser angelegt sind. Dieser Einwand ist haltlos, und speziell in Palästina soll man diesen Aberglauben bei der Wichtigkeit der Zisternen bekämpfen. Das Petroleum breitet sich nur auf der obersten Schichte aus; in der Tiefe kann man reines Wasser schöpfen. Bei Viehtränken und fischhaltigen Gewässern, bei Springbrunnen kann man sie nicht anwenden. Anderseits haben die Larven ein sehr zähes Loben, so dass eine Polizei, die eine Jagd auf die Uebeltäter ausübt, in diesen Fällen notwendig wird. Zuerst beobachtete man auf Barbados, dass ein in den derartigen Gewässern lebender kleiner Fisch, wegen seiner Häufigkeit „Million" genannt, mit besonderem Appetit Larven verspeist. Sein wissenschaftlicher Name ist Girardinus pocciloides. Man hat in Westindien und auch anderwärts mit der Einführung der „Millionen" begonnen. In sumpfigen Flachlandgegenden, in denen die Gewässer nur eine sehr geringe Tiefe haben, stand dieser Art von Bekämpfung die Schwierigkeit entgegen, dass man keine Fischart kannte, die in so seichten Gewässern vorkommt. Der schwedische Konsul in Sydney, Mörner, fand nun, dass eine Art Pseudomugil signifer, diesen Bedingungen entspricht. Die italienische Regierung hat den Gedanken aufgegriffen, und mittels Schiff den Fisch, auch Blue eye, Blauauge genannt, nach Italien geschafft, und ihn in von Malaria heimgesuchten Gegenden angesiedelt. Im französischen Afrika hat man ein neues Mittel entdeckt. In diesem Gebiete wächst ein Kaktus, aus dessen dicken, fleischigen Blättern sich leicht ein zähflüssiger Teig bereiten lässt. 67

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