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Palästina · 1910-01-01 · Heft 2 · p. Seite 57

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 2
Article
Aus Jerusalem [Nachricht]
Date
1910-01-01
Page
Seite 57 (sequence 2)
Language
German
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worden. Die Glocken stehen an Ort und Stelle, dürfen aber nicht geläutet werden. — Eine deutsche Gesellschaft will Jerusalem mit Wasser versorgen. Sie schickte einen Ingenieur, der die Wasserstärke der 'ain el-arab in der Nähe Hebrons und die der 'ain fauwar zwischen 'ainfära und 'ain Tcelt untersuchte. Die 'ain fautcar liefert mehr und besseres Wasser. Mit grossen Pumpwerken soll das Wasser auf die Höhe des Tales (etwa 200 bis 300 m) gehoben werden. Dort wird ein Reservoir angelegt und von diesem das Wasser in ein zweites auf dem Skopus nordöstlich Jerusalems gepumpt. Für etwa IV4 Frcs pro Kubikmeter soll jedes Haus Wasserleitung erhalten. Hoffentlich wird dieser schöne Plan wirklich ausgeführt. — In den letzten Tagen fand die englische Gesellschaft für Altertumsforschung hinter der Christ Church östlich der fl Davidsburg " gewaltige Grundmauern, die vom Palaste des Herodes stammen sollen. Dieselbe Gesellschaft erwirbt am Abhänge des Südost-Hügels der Stadt, dem Ort der alten Jebusiterburg, Land. Sie soll bis jetzt 25000 □ Ellen (1 Elle 62 cmi gekauft haben. Umfassende Ausgrabungen sollen dort stattfinden; Funde sind bis jetzt nicht bekannt geworden, auch ist der Zutritt jedermann versagt. M M 11 LITERATUR 11 11 U II Davis Trietsch: Palästina-Handbuch. Orient-Verlag. Berlin-Schmargendorf, (siehe auch das Inserat). Prof. Warburg meinte einstmals, eine jüdische Palästina - Zeitschrift; könne vorerst nicht existieren, weil j es so wenig Juden gibt, die in deutj scher prache über Palästina schreiben, j während es nicht bloss viele, sondern j auch recht bedeutende christliche Palästina-Autoritäten gibt. Deutsche Abhandlungen von Juden über Palästina besitzen wir fast keine. Ein paar Reisebeschreibungen, eine Palästina-Bibliographie (Neufeld) und eine einzige wissenschaftliche Arbeit von L. F. Pinkus: Palästina und Syrien. Untersuchungen zur Wirtschaftspolitik. 1903. Daneben noch die veralteten Schriften von Willy Bambus, die aber auch teilweise bedenklich feuilletonistisch gehalten waren.Neuerdings die kleine Abhandlung von Josef Gerstmann. Es ist daher ein unbe- --IT strittenes Verdienst von Davis Trietsch, dass er uns in einer eingehenden Arbeit die Verhältnisse Palästinas spec. aber der dortigen Juden und wie sie für die Juden liegen, schilderte. Was früher in vielen Brochüren, Zeitungsaufsätzen zerstreut war, nun liegt es wohl geordnet vor uns und noch um die Erfahrungen eines Mannes vermehrt wie es Trietsch ist, der an Ideen überreich, rasch das Wesentliche der Dinge aufzunehmen und wiederzugeben versteht. An anderer Stelle bringen wir kleine Abschnitte aus dem 3C0 Seiten umfassenden Werke, wodurch wir unseren Lesern am besten einen Einblick in das Wesen des Buches zu geben glauben. Wenn wir aber dem Werke unser volles Lob gezollt haben, so soll es nicht als eine Einschränkung gelten, wenn wir noch einige Worte der Kritik anfügen. Da wir überzeugt sind, dass bald eine Neuauflage nötig 57

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