Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Palästina-Aphorismen
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
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13. Die toten Fische am toten Meere! Kleine nur haben meine Augen erblickt, meine Füsse getreten. — Die grossen Fische, so erzählte man mir, schmecken, der Mündung zuschwimmend, den Untergang, und in aller Hast kehren sie zum Oberlauf, die Strömung überwindend; die schwächlichen Lebewesen nur werden vom Strom ins Verderben gespült. — Und ich dachte, wie ist es ähnlich im Menschenleben! Wie ist es ähnlich in Israel! 14. Ich habe den Versuch gemacht, unterzutauchen in der Salzlauge; unmögliches Beginnen, die Flut warf den Körper zurück. — Geht es dir nicht ebenso, mein Voik? — Unmöglich ist es, unsere nationale Existenz zu ertränken. Die See des Todes wirft uns zurück, das Opfer verschmähend. 15. Wunderbar wiederholt sich, was vor Jahrtausenden gewesen, und der alte Kampf zwischen Esau und Jakob wird in unseren Tagen wieder ausgefochten. — Die Eingeborenen sind wie Esau, gutmütig und rauh, an Zahl und Stärke den Söhnen Jakobs überlegen. Und wiederum strebt Jakob nach der Erstgeburt, die Hand an der Ferse des Bruders. — Sei klug, mein Volk, und wachsam! So lange du im Besitz der höheren Kultur bist, wird dein Bruder dir dienen müssen. 16. Und wie in alter Zeit, so fehlen uns heute nicht die Samaritaner. Nachdem wir, ein zählig Häuflein, den Grundstein zum Heiligtum gelegt gleich den Fünfzigtausend unter Serubabel, kommen die Verläumder, die da halb Juden sind, halb Heiden, die den Gott Israels anbeten, aber auch, aus schlotternder Angst, vor den Göttern der Völker die Kniee beugen. Und sie suchen den Tempelbau zu hindern nach bekanntem Vorbild: Abfall planen heimtückisch die Judäer! — Seid ohne Furcht, ihr Brüder! — Bauet, wie die Väter, das Schwert umgürtet, die Kelle in der Hand; der Tempel wird errichtet, ob heute, ob morgen, ob in Jahrzehnten. — Unsere Hand aber am Throne Gottes: Die Verläumder sollen mit uns weder Erbe noch Anteil haben! 3S§ä§ 43