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Palästina · 1912-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 254

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 11-12
Article
[Rezension] / M.
Date
1912-01-01
Page
Seite 254 (sequence 2)
Language
German
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•äußere Emanzipation vorläufig sich wie an einer Mauer gebrochen hat und eine innere Umwandlung des Judentums — der allerdings eine äußere Emanzipation vorangehen mußte — ihren Anfang nimmt. Der ganze dritte Band enthält ein ziemlich breites Bild von der Geschichte der Judenheit in Rußland, was doch um so dankensv/erter ist, -als die allgemeine persönliche oder historische Beurteilung des jüdischen Volkes sich in Westeuropa auf der Grundlage einer faßt völligen Unkenntnis der am stärksten konzentrierten jüdischen Volksmassen aufbaut. Ein Bild des wirklichen Volkslebens, seiner Triebkräfte und seines Empfindens, seines Instinktiven und Geistigen, muß der Leser allerdings auch hier entbehren. Die Geschichte der russischen Judenheit ist ausschließlich dargestellt als eine Epoche einer langsam und mit gewaltsamen Mitteln gewollten „Aufklärung von oben" mit der darauffolgenden Epoche der immer gesteigerten Verfolgung. Im Allgemeinen scheint das historische und statistische Tatsachenmaterial recht gründlich verwertet zu sein, doch sind die Erscheinungen der letzten Jahre wieder zu nahe, als daß der Beobachter die umfassenden Tendenzen ganz durchschauen oder sich selbst aus der subjektiven Anteilnahme an den bewegenden Motiven ausschalten könnte. M. Liederbuch von A. Z. Idelsohn. (Schulbücher des Hüfsvereines der deutschen Juden; Berlin-Jerusalem). Es ist eine dankenswerte Aufgabe, die Lieder, die in Palästina teilweise als eine Art Volkslieder im Munde der sangeslustigen Jugend leben, teilweise zu solchen erst werden, zu sammeln. Es wäre wohl auch etwas stilvoll Einheitlicheres ais diese Sammlung, die deutsche, orientalische, slavische und jüdische, teilweise auch religiöse Elemente, dann Kompositionen des Verfassers, die selbst keinen speziellen Stil haben, durcheinander gemengt enthält. Freilich liegt diese Mischung auch in dem Charakter des in Palästina tatsächlich gepflegten Gesanges. Nun müßte eine pädagogischen Zwecken dienende Sammlung die Gegensätzlichkeiten mehr einer Einheit zu nähern trachten, statt sie noch durch Aufnahme von Liedern, die der Welt Palästinas ganz ferne liegen, zu steigern. Es ist auch nicht recht einzusehen, inwieferne für Kindergärten und Volksschulen, in welchen das Hebräische als Unterrichtssprache ja eingeführt ist, die deutschen Lieder notwendig sind und ob es nicht möglich wäre, falls manche wegen ihres rein menschlichen und musikalischen Wertes zur Einführung geeignet sind, dies in entsprechenden hebräischen Uebersetzungen zu tun. Dies gilt natürlich für die palästinensischen Schulen. In Anbetracht dessen, daß bisher überhaupt nichts Aehnliches vorliegt, und mit Rücksicht auf die erzieherische Aufgabe den Hilfsvereinsschulen im Orient überhaupt, ist diese Sammiuug als Anfang wohl zu begrüßen. In Bezug auf die Redaktion des Buches ist hervorzuheben, daß die Noten, abweichend von der üblichen Schreibweise bei den hebräischen Liedern, von rechts nach links gesetzt sind, daß ferner der etwas geänderten Stimmfähigkeit der orientalischen Schüler durch Tiefersetzung der Stimmen Rechnung getragen ist. — e. — Geschichte der Tütken. Von Dr. Albrecht Wirth, Frankl- Stuttgart 1912. — Der Münchener Privatdozent Dr. Wirth, der in letzter Zeit verschiedene Publikationen zu politischen Tagesfragen erscheinen ließ, und gerne das politische Leben der Gegenwart durch die Geschichte beleuchten will, hat soeben auch eine kurzgefaßte „Geschichte der Türkei" veröffentlicht. Vor dem viel gründlicheren, und ausführlicheren Buch von Sax (Geschichte des Machtverfalls der Türkei, Wien, Manz 1908) hat es den lebendigen Stil voraus, dafür aber wird die subjektive Art, mit der Wirth den Stoff behandelt und die vielfach allzu flotte, feuille- 254

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