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Palästina · 1912-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 243

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 11-12
Article
[Nachricht]
Date
1912-01-01
Page
Seite 243 (sequence 2)
Language
German
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gängliches Mittel sind „grüne Zäune*" welche in vielen Reihen hintereinander in den Sand gesteckt und so dem Winde entgegengestellt werden, so daß der Sand sich am Strande vermehrt, statt ins Innere des Landes vorzudringen. Wo es an Schößlingen zu diesem Zwecke mangelt, genügen niedrigere Rüthenbündel oder dgl., welche, in schrägen Reihen hintereinander in den Sand gesteckt, zwar vom Sande bald bedeckt werden, aber fortwährend höher gesteckt, nur eine Erhöhung der Düne bewirken, aber ein Hinüber wandern derselben aufhalten. Ueber künstliche Bodenbeschaffung schreibt Davis Trietsch in seinem Paiästinahandbuch: Das klassische Beispiel für künstliche Beschaffung fruchtbaren Bodens bietet die Insel Malta. Die Phönizier fanden auf ihren Fahrten (ums Jahr 1350 v. Chr.) die Insel als einen nackten Felsen vor. Die günstige Lage, verbunden mit dem vorzüglichen natürlichen Hafen, veranlaßte dieses alte Seefahrervolk, der Insel große Aufmerksamkeit zuzuwenden und dem Mangel an fruchtbarem Erdreich damit zu begegnen, daß man Erde vom nahen Sizilien herüberbrachte — eine Praxis, die noch heute geübt wird. Außerdem hilft man durch Zerkleinerung des Gesteins der natürlichen Verwitterung nach, und mit diesen Mitteln wurde eine außerordentliche Fruchtbarkeit in diesem einstmals gänzlich unfruchtbaren Ländchen erzielt. Heute ist Malta von landwirtschaftlichen Gebieten das relativ bevölkertste der ganzen Erde. * ... * Das Hauptbureau des „jüdischen Nationalfonds" gibt eine Broschüre heraus: „Die jemenitischen Juden" von Jehoschuah Feldmann*), Jaffa, wo zunächst die ganze Frage sachlich beleuchtet wird. Die jüdische Bevölkerung Südarabiens, das einst zwei mächtige Reiche trug, jetzt aber in eine Unmasse kleiner „Staaten" und Stämme aufgelöst, soll noch ins Altertum zurückreichen. Umfassende Nachrichten über das Leben der Juden in Jemen verbreitete zuerst im Jahre 1910 Jomtob Zemach als Abgesandter der Alliance Israelite. Die Zahl der Juden beträgt zirka 8000 Familien oder 30.000 Seelen, die in einigen hundert Ortschaften zerstreut leben. Nur in Adon und Zanoa gibt es größere Gemeinden, sonst leben sie in kleinen Städtchen und Dörfern. Drei Viertel aller Juden sind Handwerker. Die elenden Lebensverhältnisse werden anderwärts in dieser Zeitschrift erörtert. Ueber die Verfolgungen seitens einer fanatischen mohammedanischen Sekte, über die völligen Rechtsunterdrückungen und das innere Hinsiechen der jüdischen Bevölkerung werden viele Fälle angeführt. Die erste größere Einwanderung nach Palästina, u. zw. nach Jerusalem erfolgte im Jahre 1882, wo sie mit Hilfe der Alliance ein eigenes Viertel errichtet haben und durchaus ohne organisierte Unterstützung von ihrer Hände Arbeit leben. Namentlich als Bauhandwerker haben sie sich sehr gut bewährt. Die Masseneinwanderung hat, wie anderwärts erörtert, den Bau von Häusern für sie notwendig gemacht, und der jüdische Nationalfonds hat durch einen Beitrag von je 50.000 Frcs. für die Jahre 1912 und 1913 den Anfang für einen Fondsgemacht, dessen baldiger Ausbau eine Sache der ganzen jüdischen Oeftentlichkeit ist. *) Siehe hiezu Nr. 3/4 unserer Zeitschrift: „Ueber die Ansiedlung der Jemeniter."

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