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Palästina · 1912-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 231

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 9-10
Article
Reise durch Jemen
Date
1912-01-01
Page
Seite 231 (sequence 2)
Language
German
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Ma'awiah-Drach, Ijb, Sedeh, Jerim, Demar, Zan'ah, Schibram, Amru'an- und eine große Zahl von Dörfern: im Ganzen gegen vierzig Ortschaften.. Ueberau, wohin ich kam, pflegten die Juden des Ortes in größerer oder geringerer Zahl sich bei mir zu versammeln, und ich sprach mit ihnen über Palästina, über die neuen Kolonien, über die nationale Bewegung. Sie pflegten meinen Worten voll Freude zu lauschen, und manchmal gerieten wir unversehens in eine hohe Stufe von Begeisterung und gehobener Stimmung. Sie fragten mich über die Klagemauer, über das Grabmal Rachels, über das Grab Simon ben Jochais. Und an Stelle einer Antwort pflegte ich ihnen zu sagen: Warum fraget ihr um Gräber und um tote Steine? Fraget um das Wohl Zions, das wieder sich erhebt, und um das Wohl der „Söhne Zions*', die aus dem Golus kommen, um hier zu leben. Zweitausend Jahre wohnen diese Leute in der Verbannung, im Lande des bitteren Golus, wie sie sagen. Hunderte Geschlechter folgen einander und das Golus nimmt kein Ende. Ein Golus innerhalb des Golusl Grausame Könige und Fürsten, Wanderungen im Lande, selbst von einem Bezirk in den andern, und dann der Hunger, der ganze Städte verheert, so daß Hunderte Hungers sterben. Zerstörte Häuser und Gotteshäuser 1 Streitigkeiten zwischen den kleinen Herrschern und in ihrer Folge: Vernichtung der Juden oder Auswanderung, oder auch — was wie eine Sage aus vergangenen Zeiten klingt — zwangsweise Glaubensänderung ganzer Gemeinden. Und in diesem Dunkel blitzen hie und da falsche Messiasse auf — im Volke die Hoffnung wachrufend. Aber das Ende des Traumes ist Tragik. Noch ein Lichtfunke: „Weise" aus Erez-Israel. So war es vor hundert Jahren. Wer und wann? Wer ging im Namen Zions hin, jene fernen Söhne zu grüßen? Es ist nicht ganz klar. Daß es ein Band bis zu den Juden Arabiens gab, erzählt uns die Geschichte des Maimonides. Sicherlich gab es auch in anderen Zeiten irgend eine Beziehung zwischen den Juden Jemens und irgend einem der Verbannungsländer oder Palästina. Man findet hier und dort in Dörfern und Städten alte Bücher, vor 300 Jahren gedruckt. Wer brachte sie hieher? In den letzten Zeiten allerdings kamen in größerer Zahl Sendlinge aus Palästina überall hin — aber diese, ob Sephardim oder Aschkenasim, gleichen einander alle. Sie kommen, um zu nehmen — sei es für einen Kolel oder für eine Jeschiwah, für eine oder die andere Kasse. Trotzdem sind diese Söhne Zions als teure Gäste hier willkommen. Auch ich gehöre zu den Söhnen Zions. Doch keinen gab es noch unter jenen, der sie heraufzuwandern rief. Die Jemeniter fragten mich, wie sie wahrscheinlich alle Sendlinge aus Palästina fragten: „Hast du eine Botschaft zu bringen? Ist die Stunde der Erfüllung nahe? Gibt es Anzeichen?" Wie zitterte mir das Herz, wenn ich eine solche Frage hören und sehen mußte, wie die Seelen in Sehnsucht zuckten . . . Und so pflegte ich zu erwidern: „Kein Prophet bin ich, noch ein Prophetensohn, kein Messias und kein Messiaskünder. Dennoch habe ich eine Botschaft zu bringen — von einer Erlösung, die nahe bevorsteht, einer Erlösung unseres Volkes, der Seelen unseres Volkes, die erwachen, um nach Erez-Israel heraufzuziehen, und es durch ihrer Hände Arbeit und 22£

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