Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1912-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 225

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 9-10
Article
Von der Chalukah
Date
1912-01-01
Page
Seite 225 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2379786-2379848-2379856-2416151--04413-2416210
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

insbesondere Kleinindustrie und Handwerk — Thesaurierung eines Teiles der Einkünfte zur Schaffung von der beruflichen Ausbildung dienenden Instituten — Schaffung eines Bureaus in Jerusalem mit europäischen Beamten — Reorganisierung der Propaganda. Daß dieses Reformprogramm beschlossen wurde, ist vor allem ein Erfolg der Arbeit der deutschen Teilnehmer an der Frankfurter Palästina-Konferenz vom September 1906 in erster Reihe das Verdienst des energischen und zielbewußten Vorgehens Jakob Rosenheim's. Wenn wir nun die Entwicklung der Chalukah in den letzten Jahren betrachten, so lehren uns allein schon die Zahlen der Jahresabschlüsse, daß das damals beschlossene Reformwerk allmählich zur Tat wird. Die „kleine Chalukah" ist endgiltig abgeschafft, den Erziehungs- und Bildungszwecken wird ein jährlich größer werdender Teil der Einkünfte zugewandt, und im letzten Jahre ist zum ersten Male auch ein größerer Betrag für beabsichtigte größere Unternehmungen produktiver Art in Reserve gestellt. Zugleich ist ein erhebliches Wachsen der Einnahmen zu konstatieren, das wohl zumeist auf die reorganisierte Propaganda, insbesondere auf die Verteilung von Sammelbüchsen zurückzuführen ist und andererseits ein auch in den Kreisen der Orthodoxie wachsendes Interesse an Erez Israel uns darzutun scheint Die für Unterstützungszwecke in der deutsch-holländischen Gemeinde aufgewandte Summe ist verhältnismäßig groß, sie ist aber nicht etwa wie früher eine den mehr oder weniger Bedürftigen zu beliebiger Verfügung bar ausgezahlte Summe, sie hat vielmehr nach den „erläuternden Bemerkungen", die die letzte AbSchlußrechnung begleiten, „zu einem ansehnlichen Teile für geschäftliche und gewerbliche Zwecke Verwendung gefunden". Weiters heißt es da: „Infolgedessen konnten einige Familien von der Chalukahliste gestrichen werden. Einigen jungen Leuten wurden aus diesem Posten Unterstützungen zur Erlernung eines praktischen, Aussicht auf die Selbständigkeit bietenden Berufes gewährt. Diese werden m. G. H. auf Chalukah nicht mehr angewiesen sein." Wir können durchaus zufrieden sein mit dieser Entwicklung, die allem Anschein nach nicht abgeschlossen ist, sondern weiter fortschreiten wird. Haben doch auch die Proteste mancher Jerusalemer Kreise gegen diese Reform, die bis zum Entsenden von „aufklärenden" und sammelnden Boten nach Deutschland und Holland gingen, die Amsterdamer Verwaltung in der Ausführung der einmal gefaßten Beschlüsse nicht zurückgehalten. Zu wünschen wäre jetzt nur noch, daß die Einkünfte „für Spezialzwecke nach Verfügung der Spender" sich zugunsten derer zur freien Verfügung der Verwaltung verringerten. Denn jene kommen durchaus nicht immer gerade den würdigsten oder bedürftigsten Personen, notwendigen oder gar produktiven Zwecken zugute. Selbst die Pekidim sagen in ihrer vorsichtigen Ausdrucksweise nachdem sie darauf hingewiesen, daß sie sich für diese Spenden „lediglich als Vermittlungsstelle betrachten, die den Willen ihrer Auftraggeber strikt zur Ausführung zu bringen hat" und daß sie nur über etwaige „offensichtliche irrige Voraussetzungen" der Spender diese aufklären: „Im Interesse der Sache läge es allerdings häufig, daß die verehrlichen Spender die Bestimmung des Verwendungszweckes unserer genaueren Kenntnis der Verhältnisse überließen". Vielleicht gelingt es den 223

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.