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Palästina · 1912-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 211

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 9-10
Article
Jüdischer Landbesitz in Palästina
Date
1912-01-01
Page
Seite 211 (sequence 3)
Language
German
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gesamte Landbesitz 1*11% ausmacht, also etwas mehr als ein Prozent des Gesamtbodens Palästinas. Es bedarf keiner weiteren Auseinandersetzung, um klarzulegen, wie quantitativ wenig wir vorläufig im Lande unserer Hoffnung vorwärtsgekommen sind und daß alle Anstrengungen gemacht werden müssen, um uns von dieser Quantite negligeable zu etwas Bedeutendem emporzuschwingen. In diesem Punkte gilt es am allerdeutlichsten schrittweise aber unablässig weiterzuarbeiten und mit dem bequemen Abwarten des „großen Momentes" ein für allemal zu brechen; alle Anstrengungen müssen gemacht werden, um diese beschämende Verhältniszahl aus der Welt zu schaffen, um sie in kurzer Zeit zu verdoppeln, zu verdreifachen und noch stärker zu vergrößern. In den ersten Septembertagen fand in Berlin seitens des zionistischen Zentralkomitees, wie in jedem Jahre, in welchem kein Kongreß abgehalten wird, eine mehrtägige Jahreskonferenz statt, in welcher die wichtigsten Angelegenheiten der zionistischen Bewegung und der Palästinakolonisation erörtert wurden. Dr. Jacobson als Mitglied des engeren Aktionskomitees in Konstantinopel sprach über die Beziehungen, welche unsere Bewegung zu der gegenwärtigen Lage der Türkei einnehmen müsse. Nach einer ausführlichen Darstellung der Verhältnisse gelangt er zu dem Resultat, daß das konstitutionelle Regime — trotz des gegenwärtigen Unterliegens der jungtürkischen Gruppe — erhalten bleiben werde, da es heute bereits die Voraussetzung aller politischen Parteien bilde. Wiewohl der Krieg und die inneren Unruhen die Türkei in eine Krisis brachte, stehen doch die europäischen Mächte einer etwaigen Aufteilung ferne und manches habe gerade in der letzten Zeit die innere Beharrungskraft der Türkei bewiesen. Wichtig für die Entwicklung unserer Kolonisation sei das Nachlassen des zentralistischen Prinzips, das allenthalben bemerkbar werde. Für einen positiven Aufschwung der Türkei sei die Hebung der Agrikultur unabweisliche Notwendigkeit. „Bis jetzt sind in der europäischen Türkei nur 8l/a0/0 der Bodenfläche bebaut, der Rest, mehr als 90%, liegt brach. In der asiatischen Türkei liegen die Verhältnisse noch schlimmer." „Vom türkischen Standpunkt betrachtet, bilde der Zionismus einen integrierenden Bestandteil der großen türkischen Frage, der Frage der Immigration und der inneren Kolonisation." Prof. Warburg erstattete Bericht über die gesamte zionistische Tätigkeit in Palästina. Da die einzelnen Tatsachen zumeist schon bekannt sind, sei nur Einiges hievon ergänzt und auf die Grundrichtungen der momentanen Situation hingewiesen. Die ländliche Arbeit wird an erste Stelle gesetzt und erstreckt sich einerseits auf Konsolidierung der bisherigen, andrerseits auf Expansion der Kolonisation. In letzterer Beziehung könnte nur weniges geleistet werden. Die Parzellierungstätigkeit der B. Goldberg, Wilna. Von der zionistischen Jahreskonferenz. 209

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