Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 7-8
- Article
- Baumwollernte in Palästina 1911
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 2)
- Language
- German
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muni" angepflanzt worden. Die geernteten Sorten sollen sehr verschiedenartig ausgefallen sein, die besseren sollen an Länge, Feinheit und Festigkeit der ägyptischen Baumwolle nicht nachstehen. Die Preise betrugen cif. Liverpool 9—IOV2 pence das englische Pfund. (D. Lev. Ztg.). 5fc „Hacherut" vom F. Nisson in Jerusalem bringt einen Aufruf, betreffend die Vereinigung der jüdischen Vegetarianer Palästinas, aus der Feder des Protestanten Phil. Kieferndorf. Derselbe beruft sich auf eine Schilderung der hygienischen Verhältnisse in Nr. 11/12 der Zeitschrift „Gesundes Leben" und auf die diesbezüglichen Arbeiten von Leop. Schwarz in Brünn: „Der Weg zum Heil" und „Neu-Essäertum und Zionismus". Es handelt sich zunächst um eine statistische Feststellung der in Palästina lebenden Vegetarier. Aehnliche Versuche sind bereits gemacht worden und es hat seinerzeit in Jaffa sogar eine vegetarische Küche bestanden. Aus verschiedenen Gründen ist — insbesondere für die Lebensführung im Orient — die vegetarische Lebensweise wohl empfehlenswert und sie drängt sich, wenn sie nur als möglich und als gesund erkannt wird, vielfach von selber auf. Bücher- und Zeitschriftenschau. „Araber". Erzählungen von Chawadja Mussa (Mose Smelianski). Ein jüdischer Kolonist, der viele Jahre sinnend das Leben der Araber aus der Nähe belauscht zu haben scheint, entwirft hievon anmutige, spannungsvolle Bilder, die zwar mit einigen romantischen Zügen ausgestattet sein dürften, wo aber doch, in einem leichten europäischen Stil widergegeben, der vielleicht dem Stoffe nicht ganz angemessen ist, manches an Sitte, Leidenschaft und Kraft dieses Volkes lebendig zum Ausdruck kommt. Manches scheint auf persönliche Erfahrung oder auf Erzählungen zurückzugehen, wie sie im Munde des phantasievollen Orientalen leben. Man muß sich in ein seltsames Milieu hineinversetzen, um diese Kämpfe von Liebe und Haß, von Zartheit und Räubertum, von Verwegenheit und Indolenz nachzufühlen, soweit sie nicht doch manchmal erst in der Spiegelung des Beobachters diese Form annehmen. Jedenfalls sind diese Scheichs und diese rauhwilden Gestalten, die kleinen Jüngelchen und die zarten Frauengestalten mit sorgsamer Liebe gezeichnet. In das Leben dieses Volkes, das in die Natur noch halb eingetaucht, in mancher Beziehung aber auch im Verfalle begriffen erscheint, tritt europäische Zivilisation als etwas völlig Fremdartiges ein, das nur die äußersten Peripherien ergreift — und es entwickelt sich immerhin ein Kampf der alten mit der neuen Zeit, der manche tragischen Züge aufweist, in denen sich eine Erschütterung des ganzen Lebensgrundes anzukündigen scheint. 193