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Palästina · 1912-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 192

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 7-8
Article
Britischer Konsularbericht
Date
1912-01-01
Page
Seite 192 (sequence 2)
Language
German
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Die Kosten der Lebenshaltung, insbesondere die Preise der Lebensmittel und der Mieten sind auch in Jerusalem stark gestiegen. Die Zahl der Juden schätzt Mr. Satow auf 50—60.000. Industrien sind mit Ausnahme von Seifenerzeugung und Fabrikation von „religiösen Artikeln" nicht vorhanden. Jerusalem lebt fast gänzlich vom Touristen- und Pilgerverkehr. Im Jahre 1911 gab es keine Epidemien. Von Krankheiten war wie immer Malaria vorherrschend, was sich erst ändern könnte, bis die Stadt mit gutem Trinkwasser versehen sein würde. Der Handel hat sich gegen 1910 vermehrt. Ein Franzose, M. Fonqueau, hat als einziger Bewerber die Konzessionen für Tramway, Wasserleitung und Beleuchtung der Stadt erhalten, aber man zweifelt an der Ausführung der Projekte. Die Straßen nach Hebron und Nablus sind in bester Verfassung, auch jene nach Jericho wird ausgebessert. Nur jene nach Jaffa ist in schlechterem Zustande als je. Die Beleuchtung der Straßen ist verbessert worden. Das Wetter bisher (1912) war dem Wachstum der Pflanzen günstig. Der englische Vizekonsul in Jaffa schreibt, daß die Ursachen, welche eine schnelle Steigerung der Prosperität Palästinas verhindern, dreifache sind: 1. Die schlechten Hafen Verhältnisse in Jaffa, 2. der Oscher, 3. die große Menge von Flächen, die ohne Teilung mehreren Eignern gehören, wodurch keiner von ihnen Investitionen machen will. X Baumwollernte in Palästina 1911. Das Gesamtergebnis der Baumwollernte in der Jordan-Jesreel- und in der Küstenebene von Haifa und Akka betrug im Jahre 1911 1111 Kantar (zu 44,9 kg) oder 499 dz gegen 1567 Kantar in 1910 und 1220 Kantar im Jahre 1909. Die Anbaufläche belief sich im Jahre 1911 auf 623 Feddan (zu 4200 qm) oder 262 ha gegen 1266 Feddan im Jahre 1910 und 1205 Feddan im Jahre 1909. Die Gesamternte war im Jahre 1911 verhältnismäßig besser als in den beiden Vorjahren, in denen ein Feddan durchschnittlich nur einen Kantar, während im letzten Jahr ein Feddan den doppelten Ertrag Baumwolle gab. Der Anbau von Baumwolle ist zurückgegangen, weil mehrere ohne richtige Vorbereitungen und Pflege, vor allem ohne geeignete Arbeitskräfte, die Baumwollkultur angefangen hatten und dann, durch den geringen Ausfall der Ernte enttäuscht, sie eingeschränkt oder wieder aufgegeben haben. Die Hauptinteressenten lassen sich einstweilen hierdurch nicht abhalten, weitere Versuche zu machen, um die Baumwolle hier zu verbreiten. Nennenswerte Erfolge dürften nur erzielt werden, wenn die Baumwollkultur von kapitalkräftigen Gesellschaften auf groß-en Plantagen systematisch angelegt wird. Bisher sind hauptsächlich „Mitafifi" und „Asch- 192

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