Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 7-8
- Article
- Die Juden in Damaskus
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Ruhme gelangt. Die gegenwärtige Gesamtbevölkerung von etwa 400.000 Einwohnern schließt gegen 17.000 Juden ein, die noch mehr moralisch als physisch in elenden Verhältnissen leben sollen. Die Juden haben auf das öffentlich-städtische Leben gar keinen Einfluß und leben in eine Art Ghetto zusammengepfercht. Bekanntlich ist der größte Teil der Judenschaft in der Metallarbeit, teilweise auch in Weberei, Färberei und Seidenspinnerei beschäftigt, wobei die Betriebsleitungen jedoch zum geringsten Teile in jüdischen Händen sind. Ein trauriges Kapitel bildet das Unwesen jüdischer Dirnen, das nun allmählich die jüdische Gemeinschaft von sich zu schütteln versucht und das eine Quelle der Verachtung in der ganzen Umgebung ist. Im Allgemeinen sind die Juden, namentlich die jüngere Generation, fast völlig arabisiert. Trotz ihrer Abstammung ist auch das Spaniolische bei ihnen vergessen, vom Hebräischen ganz zu geschweigen. Die Kinder schicken sie, soferne diese nicht die Chedarim besuchen oder ganz verwildert aufwachsen, in die Missionsschulen, obgleich sie sonst von einer abergläubischen Orthodoxie erfüllt sind. Im Jahre 1880 hat die Alliance hier zwei Schulen, eine Knaben- und eine Mädchenschule eröffnet, die zusammen von etwa 360 Kindern besucht werden, aber pädagogische Mängel aufweisen soll und mehr oberflächlich-modernisierenden als ernst-erzieherischen Einfluß ausübt. Erfreulicherweise haben vor Kurzem einige jüngere Elemente eine hebräische nationale Schule sowie einen Kindergarten gegründet, die bereits eine starke Frequenz von mehreren Hunderten von Kindern aufweisen. Bergstraße in Judäa. (Aus der Sammlung „Palästina im Bild"). 190