Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 7-8
- Article
- Dschemama
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Kolonie selbst liegt in einer tiefen Talschlucht, die Häuser des kleinen arabischen Dorfes sind zu beiden Seiten des Wadi gebaut. Die Umgebung ist außerordentlich fruchtbar. Bekannt ist die arabische Gerste, die massenweise von Gaza exportiert wird. Doch sollen in der neuen Kolonie vorzugsweise Pflanzungen angelegt werden. Das jüdische Besitztum ist durch Steinmale gekennzeichnet, damit alle Besitzstreitigkeiten vermieden werden. Die umgebende Bevölkerung besteht größtenteils aus halbansäßigen Beduinen. Mit dem Bau der Kolonie soll erst begonnen werden. Das erste Haus wird eine Mühle sein, die ein Jude aus Gaza anlegt, wie auch sonst in der Umgebung mehrere Mühlen von Juden gehalten werden. Die landschaftliche Lage soll prächtig sein. Zahlreiche Hügel und tiefe Talschluchten, im Osten ist das Gebirgsland von Hebron sichtbar, im Westen das Meer. Viele Ruinentrümmer sind in der Gegend verbreitet und in der Kolonie selbst zu finden. Auf dem Wege nach Hebron finden sich die Ruinen von Berur-Tel und die des alten Lachisch. Die Kolonie gehört als die einzige dem Kaimakamlik Berseba an. (Nach dem „Hapoel Hazair".) „Poriah". Diese Kolonie — Poriah heißt die „Fruchtbare" — in Untergaliläa oberhalb des Tiberiassees gelegen, wurde vor Jahresfrist von der Gesellschaft „Agudat Achawah" in St. Louis angelegt. Sie ist vorzugsweise als Pflanzungskolonie beabsichtigt und beschäftigt ausschließlich jüdische Arbeiter. Es sind bis jetzt 400 Dunam mit Mandel- und 40 Dunam mit Oelbäumen bepflanzt. Schwierig ist bis jetzt die Frage der Wasserversorgung. Von zwei Zisternen abgesehen, wird das erforderliche Wasser vom Tiberiassee oder aus der Kolonie Jemma herbeigeschafft. Man denkt aber an die Anlegung einer Wasserleitung. (Nach der „Welt".) Die Juden in Damaskus. A. Almaliach stellt im „Hapoel Hazair" in ausführlicher Weise die sonst wenig bekannten Verhältnisse der Judenheit in dieser uralten Patriarchenstadt, die heute in mancher Beziehung zu den modernsten des Orients gehört, dar. In der jüdischen Geschichte, von den ältesten Zeiten abgesehen, wo Damaskus eine kurze Zeit durch König David dem jüdischen Reiche einverleibt war, scheint es im Mittelalter und in der Neuzeit eine gewisse Rolle zu spielen und wird von jüdischen Reisenden, z. B. von Benjamin von Terdelo (im 12. Jhrh.) öfters erwähnt. Der größte Teil der jetzigen Bevölkerung entstammt der Zeit der Auswanderung aus Spanien. Verschiedene Sagen knüpfen sich an Chajim Vital, den großen Kabbalisten, der hier gestorben ist, außerdem weist die Geschichte der Stadt einige jüdische Dichter und Männer auf, die von großem Einfluß bei der Regierung waren. In der Mitte des verflossenen Jahrhunderts ist Damaskus bekanntlich in der Geschichte der Blutbeschuldigungen zu einem traurigen