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Palästina · 1912-01-01 · Heft 6 · p. Seite 167

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 6
Article
[Nachricht]
Date
1912-01-01
Page
Seite 167 (sequence 2)
Language
German
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— Die ICA gründet angrenzend an Tiberias eine kleine Kolonie für Bewohner von Tiberias. — In Petach-Tikwah hat sich eine Gesellschaft gebildet für gemeinsame Bewässerung eines großen Teiles der Orangerien vom Audschaflusse aus, während bisher die einzelnen Gärten durch Motore bedient waren. — Im letzten Jahre haben sich in Petach-Tikwah gegen 50 neue aschkenasische und 70 jemenitische Familien angesiedelt. — Unter den Arbeitern der jüdischen Kolonien wird für Gründung einer Arbeiterversicherung (vor allem für die bei Motoren und in den Fabriksbetrieben Beschäftigten) Propaganda gemacht. — Bei den letzten Wahlen der städtischen Magistrate in Jaffa und Jerusalem wurde kein Jude gewählt. Aus den Schulen. — Die Zahl der Schüler am hebräischen Gymnasium in Jaffa beträgt gegen 350. Das Gymnasium in Jerusalem, das noch in den Anfängen steht, zählt gegen 70 Schüler. — In Untergaiiläa werden drei neue Schulgebäude eröffnet, in den Kolonien Melhamie, Jemma und Mescha. — Der bekannte amerikanisch-jüdische Philantrop Nathan Strauß hat bei seiner jüngsten Anwesenheit in Jerusalem ein größeres Grundstück nächst dem Grabmal Raheis (zwischen Jerusalem und Betlehem) erworben, um darauf späterhin eine Hochschule für die Wissenschaft des Judentums zu errichten. — Den neuen Kindergärtnerinnenkurs in Jerusalem haben bereits zwölf Mädchen absolviert. — Dr. Mossinsohn hat auf einer Agitationsreise in Nordamerika für das Jaffaer hebräische Gymnasium einen Fonds von über 100.000 Mark gesammelt. Verkehrswesen in Jerusalem. Die Stadt Jerusalem soll bald ihren eigenen Trambahndienst erhalten, da die Konzession bereits einer französischen Firma verliehen wurde, die mit dem Bau der Linien noch im Laufe dieses Sommers beginnen will. Eine englische Firma hat eine Eingabe betreffend Beleuchtung der Stadt mit elektrischem Licht gemacht und ein deutsches Syndikat will die Stadt mit Wasser versehen durch die Errichtung von großen Reservoirs an Quellen, die ungefähr 16 Meilen von der Stadt entfernt liegen. Auch an die Pflasterung der Stadt und die Kanalisierung denkt die Stadtverwaltung. /Moderne Feuerlöschn.pparate sollen angeschafft und eine 1 elephonanlage hergestellt werden. Die Polizei ist kürzlich mit Fahrrädern ausgestattet worden. Aus Amerika wurde eine moderne Motorstraßenwalze bezogen. Bücher- und Zeitschriftenschau. Eduard Meyer: Der Papyrusfund in Elephantine. Seit etwa zwölf Jahren wurden aus Schutthügeln an der Stelle der alten ägyptischen Grenzstadt Elephantine aus uralten Häuserruinen Papyrusreste und Krugscherben mit aramäischer Schrift zum Vorschein gebracht, desgleichen aus dem benachbarten Assuan (Syene). Die meisten dieser Urkunden beziehen sich auf eine jüdische Militäransiedlung in Elephantine, der auch die Häuserreste zugeschrieben werden. Für die jüdische Geschichte etwa vom Ende des 7. bis über das 4. Jahrhundert vor Ch. Geb. sind diese Funde von aufklärender Bedeutung. Am auffallendsten ist es, daß dieses allmählich etwa zu einer Zahl von 800 Mitgliedern herangewachsene jüdische Gemeinwesen — zuwider der biblisch theokratischen Auffassung — außerhalb Jerusalems einen eigenen Tempel Jehovah's oder Jahu's, wie er hier genannt wird, besessen hat, in welchem sogar einige Untergottheiten neben 167

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