Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Bedeutung der Einführung des Karakulschafes für die Landwirtschaft Palästinas
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379848-2379853-2415899--04207-2415958- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ferner die Schwankungen der einzelnen Monatsmittel*) der bucharischen Stationen nur innerhalb von 10 bis 15 Jahren, so werden sich leicht Jahre mit noch milderen Wintern als die Palästinas ergeben. Sind ja doch gerade diese Schwankungen betreffend der Monate mit niedrigeren Temperaturen sehr groß, während die der anderen Monate viel kleiner sind. So beträgt die Schwankung des Januarmittels für Petro- Alexandrowsk 15*4°, für Kerki 10*7°, des Februars für die genannten Stationen 15'3° und 7*8°. So kann Kerki**) einen Januar mit f 7 2°, einen Februar mit -f 10'2° haben, also einen milderen Winter als Hebron und selbst Jerusalem. Smarkand würde auf diese Weise in seinem milderen Winter etwa Hebron gleichen und selbst Petro-Alexandrowsk trotz seines kontinentalen Winters sich nur sehr wenig von Hebron unterscheiden. Sind nun im allgemeinen die Wintertemperaturen etwas niedriger in Buchara, so erscheint der Temperaturgang von April bis November fast genau wie in einzelnen Stationen Palästinas. Hebron und Kerki haben sogar, nur von Januar und Dezember abgesehen, wo die Temperatur zu Kerki etwas geringer ist, fast genau denselben Temperaturverlauf. Von weiterer Wichtigkeit wäre noch, die absoluten Minima uud Maxima der Temperaturen dieser beiden Gebiete in Betracht zu ziehen. Die Maxima***) der beiden Gebiete stimmen fast genau überein. So schwanken die Maxima in Buchara zwischen — 39*5° und — 43*4°, während diese Schwankung in Palästina zwischen \~39° und I 45*6° liegt. Wesentlich größere Unterschiede zeigen die bis jetzt beobachteten tiefsten Temperaturen. Diese liegen in Palästina zwischen 1-1° (Tiberias) und —7-3° (Hebron), während diese in Buchara zwischen —21*7 und —28 4° sich befinden. Wenn auch hier ein wesentlich großer Unterschied zwischen den beiden Gebieten besteht, so kommen diese Erscheinungen wegen ihres seltenen Auftretens nicht in Betracht, zumal da sie zugunsten Palästinas sprechen. Denn es kann unmöglich für die Zucht der Karakuls als Nachteil angesehen werden, wenn diese von selten auftretendem Kälteausbrüchen verschont bleiben, was durch die milderen Winter selbst in den bucharischen Gegenden (Kerki) leicht zu beweisen ist. Bezüglich der Niederschlagshöhe und -Verteilung auf die einzelnen Monate des Jahres läßt sich eine gewisse Aehnlichkeit finden, wenn auch dieselbe nicht für alle Stationen besteht. So will ich von vorneherein bemerken, daß namentlich Petro-Alexandrowsk hier als Vergleichsstation nicht in Betracht kommt. Auch bezüglich ihrer Temperaturverhältnisse wäre dasselbe nachzutragen und nur der Vollständigkeit halber wurde *) Im Allgemeinen sind die Temperaturen im Gebirge niedriger, da die Temperatur mit der Höhe abnimmt und zwar rechnet man auf 100 Meter Höhe eine Abnahme von 0*5° C, welche Zahl auch für Palästina mehr oder weniger zutrifft. Es ist somit klar, daß Hebron und Jerusalem entsprechend niedrigere Temperaturen aufweisen müssen als die anderen in der Ebene liegenden Stationen, geschweige denn Tiberias, welches 200 Meter unter dem Meeresniveau liegt. In der vorliegenden Arbeit jedoch wurde der Vergleich mit Palästina im Allgemeinen gezogen. **) Angenommen, daß diese Schwankung nach oben wie nach unten im gleichen Maße sich bewegt. ***) Siehe Tabelle! 134