Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 3-4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 1× ep/1047833
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Der Verfasser betrachtet die von ihm bezeichneten Mittel zur Hebung der Landwirtschaft als notwendig, aber nicht als das einzige Heilmittel. Er ist für großzügige Kredite im Interesse systematischer landwirtschaftlicher Verbesserungen. * * * Deutsche Levante-Zeitung, Hamburg, 1912, Heft 3, ist fast ausschließlich Syrien und Palästina gewidmet. Dr. We igelt beleuchtet im Leitartikel die allgemeinen Verhältnisse dieser Länder. Er stimmt Prof. Warburg bei, der auf die Aehnlichkeit Syriens mit Italien hinwies und behauptete, daß Syrien noch 20 bis 30 Millionen Einwanderer ernähren könnte. Der Türkei muß an einer Neubesiedlung gelegen sein. Die Deutsche Kolonisation kann ihrem Umfange nach unmöglich dieser Aufgabe gerecht werden, so Mustergiltiges sie auch leistet, es käme dann noch die jüdischzionistische in Betracht, deren letzte Unternehmungen mit einem Mißerfolg geendet hätten. (Es ist uns unerfindlich, wieso der Autor so etwas sagen kann, da dies völlig unrichtig ist. Im Gegensatze hiezu berichtet ein nderer Autor, Seite 18: Die seit 30 Jahren entstandenen jüdischen Ackerbaukolonieen, vierzig an der Zahl, mit 8C00 Einwohnern bewähren sich vorzüglich.) Die Beschießung von Beirut wird von einem Augenzeugen geschildert, der insbesonders den Heroismus der Besatzung der türkischen Schiffe hervorhebt. Von Zivilpersonen sind zirka 80 getötet worden. Musterhaft war die energische Haltung des Gouverneurs. Im Feuilleton schreibt Dr. G. A. Müller über Jerusalem: „Wer wirklich will, daß das heilige Land ein Kulturstaat werde, der stehe auch der zionistischen Bewegung unter den Juden mit Sympathie gegenüber". A. B. * * * Oesterreichische Monatsschrift für den Orient, Wien. Hefte 1 und 2 enthalten interessante Auszüge von Artikeln, die der arabische Gelehrte K. T. Khairallah über den Panislamismus im „Temps" veröffentlicht hat. Der Gründer der Bewegung, AI Afghani, trieb eine lebhafte Propaganda in der moslemischen Welt, wurde von Abdul Hamid nach Konstantinopel berufen, wo er 1897 starb. Er hinterließ Schüler, aber keine Schriften. Von seinen Schülern wurden verschiedene Richtungen des Panislamismus religiöser, kultureller und politischer Art gepflegt. Heute ist der geistige Führer der Bewegung der Großmufti von Aegypten AI Scheik Mohammed Abdu. Dieser vertritt vor allem eine religiöse Renaissance des Islam (eine Art mohammedanischen Protestantismus). Die Bewegung hat nach ihm drei Hilfsmittel: Kongresse, Zeitungen und Sendboten (Prediger). Die Kongreßidee stammt schon von Afghani, aber bisher konnte noch kein Kongreß zustande gebracht werden. Die mohammedanische Presse ist dagegen in enormem Aufschwung begriffen und sie vermittelt die geist'ge Verbindung dei islamischen Welt von Marokko bis Ozeanien. Das Schulwesen ist gleichfalls in der ganzen islamischen Welt in rascher Vorwärtsentwicklung begriffen. Die Universität Al-Azhar in Kairo wird umgestaltet. Zwei weitere Universitäten, davon eine in Indien (in Aligarh), sollen gegründet werden. Für die letztere hat die englische Regierung schon die Bewilligung erteilt. Seyed Raschid Ridä, ein Schüler Abdus, habe in Kairo durch Schaffung eines Seminars die Grundlage zu 110