Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 3-4
- Article
- Die Bedeutung des Jüdischen Nationalfonds
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Hausbaugeiiossenschafteii, nur indirekt mit seinen Zwecken zusammenhängen. Da die Kulturarbeit durch spezielle Fonds unterstützt wird und der Bezalel sich endlich auf kommerziellem Wege die Mittel für seine weitere Ausgestaltung beschaffen soll, wird der NF. sich ausschließlich seinen agrarpolitischen Zwecken zuwenden können. Er wird nacli dem Vorschlag des Palästina-Amts Boden erwerben, ihn mit Inventar versehen und seinen Tochtergesellschaften (Oelbaumfonds, PLDC , Siedlungsgenossenschaft) zur Bewirtschaftung überlassen. Er wird die Farmen im Momente, wo sie außer allem Risiko sein werden, übernehmen können und damit die Zahl der Volksdomänen stetig vermehren. Er wird aber auch in steigendem Maße Auslagen machen müssen, die keinem werbenden Zweck dienen, d. h. keine materiellen Gegenwerte schaffen oder Ertrag bringen, sondern die nationale Gemeinschaftszwecke verfolgen, für diese aber von höchster Wichtigkeit sind. Hierher gehört nach den Vorschlägen Warburgs*), betreffend die landwirtschaftliche Fortbildung der Kolonisten, der Ausbau des Versuchswesens, die Anlagen von Vieh- und Milchwirtschaftsstationen, die Beihilfe zu billiger Unterkunft jüdischer Arbeiter, speziell aber, und das wird die wichtigste, zugleich auch kostspieligste nationale Aufgabe des Fonds sein, die materielle Beisteuer zur Ausbildung jüdischer Arbeiter nach den Vorschlägen Dr. Ruppins (siehe den Artikel in diesem Heft). Solange allerdings eine Agrarbank wegen rechtlicher Schwierigkeiten nicht in Tätigkeit treten kann, d. h. solange den anzusiedelnden Arbeitern und Kleinkapitalisten nicht ein auf geschäftlicher Basis arbeitendes Institut den notwendigen langfristigen Kredit geben wird, solange kann die große Kolonisationstätigkeit keine größere Ausdehnung nehmen. In dem Momente aber, wo die Agrarbank praktisch arbeiten und der NF. sich seinem eigentlichen Zwecke wird widmen können, dann wird das Tempo der Kolonisation ein rascheres werden. Dann wird wohl auch die große Bedeutung des Jüdischen Nationalfonds, der heute ein Dezennium hinter sich hat, innerhalb und außerhalb der judenheit klar erkannt werden. V Die Landarbeiterfrage in Palästina. Von Dr. A. Ruppin, Jaffa. Die Tatsache, daß die Juden in der ganzen Welt sich nur zu einem verschwindenden Bruchteile (noch nicht zu l",o) mit Landwirtschaft beschäftigen, während bei allen anderen Völkern die Landwirtschaft die Basis der gesamten Volkswirtschaft bildet, macht es ohne weiteres verständlich, daß die Landarbeiterfrage bei den Juden etwas ganz anderes *) Siehe Nr. 7, Jahrgang 1911 d. Zeitschrift. 64