Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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- Safed 1× ep/1046078
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J i s k o r. In Jaffa erscheint ein Gedenkblatt zur Ehrung der ziemlich rasch nacheinander gefallenen Opfer des neuen Jischub, die in gefahrvollem Dienste ihr junges Leben verloren haben. Das Gedenkblatt rrngt die Bilder einiger dieser jungen Menschen: Bretanowski, Schweiger, Plotkin, Nissanow und widmet ihnen persönliche Erinnerungen, die von treuer Anhänglichkeit und ernstem Zusammengehörigkeitsgefühl zeugen. Daran schließen sich Betrachtungen, die mannigfach an Märlyrerschicksale erinnern. Von weiteren Beiträgen heben wir hervor: die des Herausgebeis A. S. Rabinowitz, der viel altjüdisches Empfinden in seine Darstellungen aufnimmt, eine anspruchslose und gerade darum recht gut wirkenden Erzählung von S. J. Agnon, einige Bilder aus palästinensischem Leben (hervorzuheben z. B. Reubeni, Barsilai), wo auch das Rein-Menschliche unmittelbarer berührt als ein manchmal etwas gekünsteltes Pathos. Es schließen sich einige Gedichte an. Daß gerade dieses Bändchen der halb legendarischen Skizze einigen Raum gewährt, scheint sehr passend. Außer der Skizze Agnons sei eine hingewoifcne Schilderung einiger späterer legendarischcr Messiasse (von M. J. Berdiczewski, dem bekannten jüdischen Schriftsteller) und eine Wiedergabe einiger kabbalistisch-volkstümlicher Ueberlicferungen von Safed (von Ben Israel) hervorgehoben. — Inhalt: R. Benjamin: Drei, die zusammen starben. Erinnerungen an die Gefallenen. J. Thon: Hingabe des Lebens. A. S. Rabinowitz: Eine Mutter. Die Seele eines Heiligen. M. Berdiczewski: Erlöser und Messiasse. S. J. Agnon: Ein Holzhauer. J. Schweiger: Abraham. Zemach: Ein Ochsenpaar im Golus. Reisnik: Das Heiligtum. Silman: Gedanken. Reubeni: Ein Mann des Feldes. Chaschmonai: Beim Kommen und Zurückgehen. Smelianski: Heiligungen. (Aus ein?m Roman.) Serubawel: Federstriche. Barsilai: Das erste Opfer, Salvador: Erste Gräber. A. Ben Israel: Eine Stätte der Kabbalah. Otto Eberhard: Palästina. Erlebtes und Erlauschtes im heiligen Lande (herausgegeben vom christlichen Verein Eisleben). Der Verfasser schildert in detaillierter Weise Eindrücke, die er auf seiner Studienreise empfangen. Das Buch ist weder sachlich noch tagebuchartig eingeteilt, sondern nach dem liebevollen Interesse, das der Autor dieser oder jener Frage zuwendet. In erster Linie ist für ihn das religiöse Moment von Bedeutung: er bespricht dessen positive und negative Seiten, gegenwärtige Zustände (vor allem die der deutsch-evangelischen Mission) und Vergangenheitsspuren z. B. die Funde Sellins in sehr populärer Weise. Die wohltätige Institution der Aussätzigenasyle, die sich der elendesten Menschen annimmt, wird mit Recht rühmend hervorgehoben. Da die Reise in die Osterzeit fällt, bietet sie Gelegenheit, die Bräuche der griechischen Kirche, das lärmvolle Nebi-Musafest, aber auch das Passahfest zu beobachten, das, wie jüdisches Leben und jüdische Bräuche überhaupt, anscheinend nur in Palästina wenigstens in ruhige, offene Beleuchtung tritt. Dem sehr eigenartigen Kultus heiliger Naturstätten, der bis in die Gegenwart sich erhalten hat, ist ein ausführliches Kapitel gewidmet. Gelegentlich fällt einiges Streiflicht auf die Volkssitten der Eingeborenen, auf Verkehrs- und kleinere Lebensverhältnisse, soweit dies in flüchtiger Wanderschaft beobachtet werden kann. Mehrere photographische Abbildungen schmücken das Büchlein. — e — 48