Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Vom "Bezalel"
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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erhaltung junger Kunststudierender, welche auch ihre Ausbildung im „Bezalel" nicht durchführen können, warnt der Bericht vor dem Zuzug junger Leute, welche aus mangelhafter Information den „Bezalel" als höhere Kunstausbildungsstätte betrachten. Gleichwohl wäre es ja wünschenswert, wenn aus freiem Vermögen wirklich künstlerischer Kräfte einmal noch das ausgebaut werden könnte, was einmal dem Gründer und den ersten Helfern des „Bezalel" vorschwebte. Mit der Einführung der Heimarbeit wurde im verflossenen Jahre erfolgreich begonnen, sowohl in Bezug auf Teppichknüpferei (in Jerusalem) als auch auf Filigranarbeit. Von den Bezalelhäusern der Jemeniter in der Kolonie Ben Schämen war in unserer Zeitschrift wiederholt die Rede. Die äußeren Erfolge sind ganz bedeutende. Unlängst wurde in einem ersten Berliner Warenhause eine Ausstellung veranstaltet, die nach dem Berichte ein so günstiges Resultat erbrachte, daß „die Vertriebsmöglichkeiten hiedurch für die Zukunft als gesichert erscheinen". Auf der Ausstellung des X. Zionistenkongresses fanden bereits die neuen Erzeugnisse allgemeine Anerkennung. Größere Ausstellungen wurden wiederum in vielen Gegenden Europas veranstaltet, so Wanderausstellungen in Holland, in Böhmen, Mähren und Schlesien, Ausstellungen in Drohobycz, in Straßburg, Erfurt, neuerdings in Odessa, Lodz usw. Es betrug der Wert der hergestellten und verkauften Erzeugnisse 1910 ca. 90.000 Frcs., 1911 ca. 133.000 Frcs., wobei sich zum erstenmale ein größerer Reinertrag, von 29.000 Frcs., ergeben hat. Die Generalversammlung beschloß die Gründung eines Betriebsfonds im Betrage von M. 250.000 in Anteilen zu M. 500. — , um die stetig sich ausdehnende Produktion mit genügenden Mitteln führen zu können. X Jüdische Frauenarbeit in Palästina. Soeben ist der vierte Bericht des „Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina" erschienen. Demselben sind recht erfreuliche Fortschritte in der Ausführung der vom Verbände geplanten Unternehmungen zu entnehmen. Es bestehen gegenwärtig, von Frau Dr. Thon in Jaffa geleitet, vier Spitzenschulen in Jaffa, Jerusalem (im „Bezalel"), in Tiberias (von einer Moskauer Gruppe gegründet) und in der Kolonie Ekron. In allen Ateliers zusammen arbeiten ungefähr 150 Mädchen, manche außerdem zuhause. Die hier erzeugten Spitzen haben bei mannigfachen europäischen Ausstellungen (in diesen Tagen in Wien) reiche Anerkennung gefunden (besonders einige originelle orientalische Muster) und wurde sogar vom „Vereine für Verbesserung der Frauenkleider" dafür Propaganda gemacht. Einen wichtigen Anfang, der einem oft empfundenen Bedürfnis entgegenkommt, bedeutet die Gründung einer Mädchenfarm in Kineret, wo vorläufig sechs Mädchen unter Leitung von Frl. Dr. Maisei in jenen mannigfachen Zweigen der Landwirtschaft, die gerade der Frau nahestehen, beschäftigt werden. Durch einen höheren Beitrag seitens des Frauenverbandes wurde endlich die Gründung eines gesund gelegenen und peinlich geführten 43