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Palästina · 1912-01-01 · Heft 2 · p. Seite 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 2
Article
Die Tätigkeit der "Chowewe Zion"
Date
1912-01-01
Page
Seite 39 (sequence 2)
Language
German
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war, andrerseits erfolgte 1892 nach neuen Judenverfolgungen in Rußland, die einen ungesunden Bodenkaufrummel in Palästina zur Folge hatten, das bekannte Einwanderungs- und Landkaufsverbot der türkischen Regierung. In diesen schweren Zeiten traten die Reformideen Achad Haams immer mehr als die einzig richtigen in den Vordergiund. Diese gipfelten in drei Punkten: 1. keinen Schritt in Palästina ohne die offizielle Genehmigung der türkischen Regierung zu tun, 2. persönliche Unterstützung nur in Ausnahmsfällen und nie in Geldform an Kolonisten zu geben, 3. die nationale Eiziehung im Lande als wichtigsten Punkt der Palästinaarbeit zu betrachten. Bei Gründung der Kolonie Kastinieh verfolgten die „Chowewe Zion" schon nicht mehr das Prinzip der direkten Unterstützung der Kolonisten. Einen mächtigen Aufschwung nahm das Komitee unter dem Einfluß des Kongreßzionismus. Die Einnahmen stiegen beträchtlich und wurden zu kolonisatorischer und kultureller Arbeit in Palästina verwendet. Im Jahre 1899 unternahmen Achad Haam und Agronom Sußmann eine Inspektionsreise nach Palästina, nach welcher letzterer verschiedene Vorschläge zur Hebung der Kolonisation erstattete (u. a. empfahl er die „gemischte" Wirtschaft: Pflanzen- und Getreidekultur). Achad Haam betonte neuerdings, daß die Bevormundung der Kolonisten demoralisierend wirke, ferner verlangte er eine intensivere Aufmerksamkeit des Komitees für das Schulwesen. Diese Vorschläge im Vereine mit dem Wachsen des Einflusses der politischen Richtung, die keine direkte Kleinarbeit wünschte, sondern die Schaffung von Bedingungen, unter denen eine tatkräftige Privatinitiative selbst etwas leisten könne, bestimmten die Physiognomie des Vereines von da ab. Es wurden Schritte bei Baron Rothschild unternommen, um ihn zu veranlassen, das Bevormundungssystem aufzugeben, was dieser auch kurz darauf tat. Auf der Generalversammlung 1602 wurde beschlossen, 25 bis 30° 0 der Einnahmen dem Erziehungswesen zu widmen. Ein Arbeiteifonds wurde gegründet, für den namentlich Scheinkin sich einsetzte. Im Jahre 1903 begab sich neuerlich eine Kommission, mit Ussischkin an der Spitze, nach Palästina. Diese berief die erste Konferenz („Knessiah") der palästinensischen Judenheit nach Sichron Jakob ein. Die von dieser beschlossene Organisation konnte nicht in Wirklichkeit umgesetzt werden. Dagegen war eine zweite Schöpfung dieser Konferenz, der Lehrerverband, von Dauer. Zu jener Zeit wurde mit Hilfe des Odessaer Komitees die „Geulah" (Gesellschaft für Landkäufe Privater) und der „Carmel oriental", zum Absatz palästinensischer Weine, gegründet. Nach Genehmigung erweiterter Statuten wurden auf der Generalversammlung 1906 jene Männer gewählt, die heute noch an der Spitze stehen: neben Ussischkin als Präsidenten Wl. Jabotinsky, Dr. Saphir und andere. Später kamen noch als Vertreter der kulturellen Richtung Bialik und Dr. Klausner hinzu. Es wurde der Bücherverlag „Palästina" gegründet, ebenso die Kopekenbibliothek, das Informationswesen über Palästina wurde ausgebaut, zwei Arbeiterkolonien „Bir Jacob" und „Ain Ganim" gegründet etc. 39

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