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Palästina · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 23

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Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Aus Zeitschriften.
Date
1912-01-01
Page
Seite 23 (sequence 2)
Language
German
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einer Hypothese an die Stelle der schon durch die Traditionskette selbst zum geistigen Volksgute gewordenen Form der Bibel setze und dies in so schwerfälliger Form, daß über der Textkritik und der historischen Betrachtungsweise die Schüler anscheinend gar nicht recht zur unmittelbaren Beziehung zum Texte selbst gelangen. Eine interessante Schilderung eines Sabbats bei den Samaritanern gibt der mit dem Leben dieser eingenartigen Sekte sehr vertraute David jellin aus Jerusalem. Deutsche Levante Zeitung, Hamburg, No. 11-1911 enthält einen Artikel über den X. Zionistenkongreß, der sich sehr sympatisch über die zionistische Palästinaarbeit ausspricht. Diese, deren Grundsatz die Penetration paeifique sei, könne ruhig mit der kolonialen Tätigkeit so mancher Großmacht verglichen werden, die mit Waffengewalt vorgeht und keine größeren Siedlungen schaift. — No. 12 1911 enthält die Schilderung einer Reise von N a z a r e t Ii nach Nablus. Die Ebene von Jesreel wird zur Hälfte mit Getreide und Sesam bestellt. Die Döifer in Samaria haben den Anschein gewisser Wohlhabenheit. Viele sind sehr wasserreich, daher ist die Gegend sehr fruchtbar und reich mit Oliven, Granatäpfeln und Feigen bepflanzt. Auch Gemüst-bau findet sich in den Dörfern. Zum Distrikt Nablus gehören 300 Döricr mit zirka 200.000 Einwohnern, inbegriffen Nablus (mit 40.000). Die Bevölkerung ist sehr eigenwillig und wird jetzt langsam entwaffnet. Ein ständiger Gendarmeriedieust soll eingeführt werden. Von den Einwohnern der Stadt Nablus sind nur 800 Christen, deren Zahl zurückgeht und 130 Samaritaner. Die Stadt zählt 25 Seifenfabriken und treibt ausgedehnten Handel. Ein anderer Artikel beschäftigt sich mit der Orangenkultur in Palästina. Die Preise am Ort, früher 6—8 Frs. pro Kiste, sind durch die großen Pflanzungen auf 3 -4 Frs. gesunken. Die Unkosten betragen bei kleinen Gärten fast 50 Prozent, bei größeren bloß 16 Prozent. Die Kosten für einen aus 15.000 Bäumen bestehenden Garten werden mit 9000 Frcs. jährlich angegeben. Für das laufende Jahr wird mit einer Ernte von 1,100.000 Kisten gerechnet. Drei Viertel davon werden nach England gehen. Aegypten konsumiert 200.000 Kisten, Hamburg und Triest nur 50.000. Nach Rußland ist der Zoll zu hoch, dagegen könnte nach China und Indien export:ert werden, ebenso auf Karawanenwegen nach Chartum und Mekka. — Ein weiterer Artikel bespricht das J o h a nniterspital in Beirut, das 1850/61 gegründet wurde. Der Grund ist von der türkischen Regierung geschenkt worden. Die Gesamtzahl der Patienten, die in den verflossenen 50 Jahren behandelt wurden, war 514,511, wovon 26.820 im Spital Aufnahme fanden. Von diesen waren 25.C94 türkische Staatsangehörige, davon 1950 Juden. „Revue des Etudes Juives" enthält im Oktoberhefte 1911 einen Aufsatz: „La Figue en Palestine ä l'Epoque de la Mischna". (Der Feigenbaum in Palästina im Zeitalter der Mischna) von Felix Goldmann. Unter der Redaktion von H G r o t h e, erscheint eine groß angelegte Zeitschrift, „Orientalisches Aichiv" (Verlag Hiersemann, Leipzig), (vierteljäh ich), das von berufener, meist der (3elehrtenscha t angehöriger Seite Aufsätze bringt, die Kunst, Ku turgeschichte und Völkerkunde des Orients behandeln, (der Orient in weitesten Sinne gemeint). Im Okiober ist das 23

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